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Der Sprachendienst des Auswärtigen Amts

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Der Sprachendienst des Auswärtigen Amts nimmt zentral die fremdsprachlichen Aufgaben für das Auswärtige Amt, das Bundeskanzleramt und das Bundespräsidialamt wahr. Für außenpolitisch relevante Veranstaltungen steht er auch dem Deutschen Bundestag zur Verfügung.

Innerhalb des Auswärtigen Amts übt der Sprachendienst die Fachaufsicht über alle Sprachendienste der deutschen diplomatischen und berufskonsularischen Auslandsvertretungen aus und berät diese in allen Fragen des Dolmetschens, Übersetzens und der Terminologie sowie der Sprachfortbildung.

Fachbereiche des Sprachendienstes

Sprachmittlerin auf politischem Parkett: Eine Dolmetscherin des Auswärtigen Amts in einem Gespräch des früheren Außenministers Gabriel mit seinem irakischen Amtskollegen (19.04.2017)
Sprachmittlerin auf politischem Parkett: Eine Dolmetscherin des Auswärtigen Amts in einem Gespräch des früheren Außenministers Gabriel mit seinem irakischen Amtskollegen (19.04.2017)© Florian Gaertner/photothek.de

Der Sprachendienst ist in fünf Fachbereiche gegliedert: Dolmetschdienst, Übersetzungsdienst, Übersetzungsdienst für völkerrechtliche Verträge, IT, Terminologie- und Dokumentationsdienst sowie Sprachlernzentrum. Die Mitarbeiter des Sprachendienstes sind - je nach Sprache, Auslastungsgrad und Eignung - in bis zu fünf Fachbereichen tätig.

Dolmetschdienst

Aufgabe der Dolmetscherinnen und Dolmetscher ist es, bei Gesprächen, Verhandlungen und Konferenzen im In- und Ausland die mündliche sprachliche Verständigung zu gewährleisten.

Dies umfasst jegliche Gesprächs- und Verhandlungstermine für das Auswärtige Amt, das Bundeskanzleramt und das Bundespräsidialamt (z. B. Besucher ausländischer Politiker in Deutschland sowie Besuchsreisen deutscher Politiker im Ausland) sowie die Organisation und Durchführung der Dolmetschung bei internationalen Konferenzen (z. B. im Rahmen der G7, der OSZE, der G20 oder des Berliner Prozesses zum westlichen Balkan).

#insideAuswärtigesAmt - Der Übersetzungsdienst

Übersetzungsdienst

Die Übersetzerinnen und Übersetzer fertigen schriftliche Übersetzungen, z. B. von Reden des Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin oder des Bundesministers des Auswärtigen. Außerdem werden zahlreiche Texte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit übersetzt, etwa Pressemitteilungen für die Webseite des Auswärtigen Amts, Broschüren und Flyer, aber auch Korrespondenz mit den Repräsentanten fremder Staaten, Verträge und Abkommen, Verbalnoten, Gesprächsunterlagen, Papiere für diplomatische Demarchen etc.

Die Mehrzahl der Texte wird aus dem Deutschen in die Fremdsprachen übersetzt. Zielsprachen sind dabei vor allem Englisch und die anderen VN-Sprachen, aber auch viele andere Sprachen der Welt.

Bei internationalen Konferenzen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Übersetzungsdienstes auch vor Ort als Konferenzübersetzer/innen, z. B. zur Abfassung der Gipfeldokumente, eingesetzt.

Übersetzungsdienst für völkerrechtliche Verträge

Die abschließende sprachliche Prüfung der völkerrechtlichen Verträge findet in dem hierauf spezialisierten Übersetzungsdienst statt. Hier wird dafür gesorgt, dass der amtliche deutsche Wortlaut mit der oder den Sprachfassungen der Vertragspartner übereinstimmt und in der solchen Texten entsprechenden Weise formuliert ist.

Terminologie, mehrsprachige Informationstechnik, Dokumentation

Ein weiterer Fachbereich befasst sich mit Fragen der mehrsprachigen Informationstechnik, mit der Erarbeitung spezifischer Terminologien (z.B. Länderbezeichnungen, Namen deutscher und internationaler Institutionen und Organisationen, Titel völkerrechtlicher Verträge) sowie der Zusammenstellung und Koordination fremdsprachiger Dokumentation. Überdies wirkt dieser Fachbereich bei der Normungsarbeit verschiedener DIN-Ausschüsse mit.

Hier finden Sie weitere Informationen aus dem Bereich der Terminologie.

Sprachlernzentrum

Ein wichtiges Instrument der Außenpolitik sind ausgezeichnete Sprach- und Kulturkenntnisse.

Die Beschäftigten des Auswärtigen Amts benötigen für Ihren Einsatz sowohl in der Zentrale als auch an den Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland und in multilateralen Kontexten herausgehobene Sprach- und Kulturkenntnisse. Die hierfür erforderlichen sprachlichen, landeskundlichen und interkulturellen Vorbereitungen plant und realisiert das Sprachlernzentrum. Hier werden – auf die besonderen Bedürfnisse des Auswärtigen Amts zugeschnitten - Sprachtrainings in über 70 Sprachen angeboten sowie landeskundliche und interkulturelle Seminare zu einzelnen Ländern und Kulturen durchgeführt.

Internationale Beziehungen

Der Sprachendienst unterhält vielfältige internationale Beziehungen: Neben der Zusammenarbeit mit internationalen Berufsverbänden wie der AIIC und universitären Ausbildungsstätten sowie der aktiven Mitarbeit bei HINTS (Vereinigung der Leiter internationaler Dolmetschdienste) und in der KÜDES (Konferenz der Übersetzungsdienste europäischer Staaten) bestehen auch regelmäßige Austauschkontakte mit den Sprachendiensten anderer Staaten wie zum Beispiel Frankreich, USA und Kanada sowie mit den Übersetzungsdiensten des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission.

Konferenz der Übersetzungsdienste europäischer Staaten (KÜDES)

Weitere Informationen

In einem Interview gibt Antonio Reda, ehemaliger Leiter des Sprachendienstes, Auskunft darüber, welche Anforderungen an Übersetzer und Dolmetscher im Auswärtigen Amt gestellt werden und wo die Herausforderungen und Reize ihrer Tätigkeit liegen.

(Auszug aus „Traumberufe mit Fremdsprachen - Anforderungen für den Berufseinstieg“ von Ulrike Beyler, Verlag Redline Wirtschaft, ISBN 978-3-636-01581-5; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Redline Wirtschaft)

Der Sprachendienst des Auswärtigen Amts verfügt über so manche außergewöhnliche sprachliche Begabung. Emil Krebs, der bis zu seinem Tod im Jahr 1930 im Auswärtigen Amt arbeitete, hält jedoch alle Rekorde: Im Laufe seines Lebens erlernte er 68 Sprachen. 25 Jahre war er als Diplomat und Dolmetscher in China auf Posten, anschließend für mehr als 10 Jahre in Berlin, wo er unter anderem Japanisch, Finnisch, Chinesisch und Arabisch übersetzte.

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