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Hermann Müller – Erster parlamentarischer Außenminister in der Geschichte des Auswärtigen Amts

Staatsminister Annen bei der Eröffnung des Hermann-Mueller-Foyers

Staatsminister Annen bei der Eröffnung des Hermann-Mueller-Foyers, © Janine Schmitz/photothek.de

26.03.2021 - Artikel

Mit Hermann Müller wurde 1919 der erste Demokrat und Parlamentarier zum Reichsminister des Äußeren ernannt. Genau vor 101 Jahren endete am 26.03.1920 seine kurze Amtszeit. Das Auswärtige Amt würdigt seine Verdienste und benennt ein Foyer nach Hermann Müller.

Demokratische Tradition deutscher Außenpolitik

Foto von Hermann Mueller
Foto von Hermann Mueller© Janine Schmitz/photothek.de

Hermann Müller steht für die demokratische Tradition deutscher Außenpolitik zwischen den beiden Weltkriegen. Er ist eine der Persönlichkeiten, die nicht im Rampenlicht der öffentlichen Erinnerung stehen. Gleichwohl hat Hermann Müller als Außenminister nachhaltig Einfluss auf das Auswärtige Amt und auf die deutsche Außenpolitik genommen. Während seiner neunmonatigen Amtszeit als Reichsminister des Äußeren (Juni 1919 bis März 1920) und später als Reichskanzler (März bis Juni 1920 und Juni 1928 bis März 1930) setzte sich Hermann Müller für die Erfüllung des Versailler Vertrages, die Aussöhnung mit ehemaligen Kriegsgegnern wie Frankreich und für das multilaterale Engagement Deutschlands im Völkerbund ein.

Reformen im Auswärtigen Amt

Mit seiner Unterstützung der „Schülerschen Reformen“ beförderte Hermann Müller nachhaltige Veränderungen im Auswärtigen Amt: Es entstanden neue Regionalabteilungen, die Außenhandelsförderung wurde gestärkt und die diplomatische sowie die konsularische Laufbahn zusammengelegt. Die Reform ermöglichte verstärkt Personen aus nicht vermögenden gesellschaftlichen Schichten den Eintritt in den Auswärtigen Dienst. Damit wurde der Grundstein für einen modernen und demokratischen Auswärtigen Dienst gelegt, so das renommierte Institut für Zeitgeschichte der Universität München in seinem Gutachten.

In dem Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte „Ein Sozialdemokrat im Auswärtigen Amt“ heißt es zur Bedeutung Hermann Müllers:

Hermann Müller war der erste Außenminister, der nicht aus dem Auswärtigen Amt hervorging. Seine Beamten reagierten auf den ersten Sozialdemokraten an der Spitze des Auswärtigen Amts manchmal eilfertig, manchmal versuchten sie ihn zu hintergehen. 

Würdigung durch Saalnamen

Eroeffnung Hermann-Mueller-Foyer
Staatsminister Niels Annen und Staatssekretär Miguel Berger bei der feierlichen Eroeffnung des Hermann-Mueller-Foyers im Auswaertigen Amt. Berlin.© Janine Schmitz/photothek.de

Bedeutende Außenpolitikerinnen und Außenpolitiker würdigt das Auswärtige Amt mit nach ihnen benannten Sälen. Das Foyer der Staatsministerinnen und Staatsminister, wo normalerweise Gäste aus aller Welt empfangen werden, ist heute durch Staatsminister Annen und Staatssekretär Berger in Hermann-Müller-Foyer umbenannt worden. Ein Portrait und eine dreisprachige Texttafel erinnern dort an seinen Namensgeber. 2020 wurde ein Saal nach Ellinor von Puttkamer, der ersten Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, benannt.

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