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Vorreiterin in der deutschen Diplomatie

Der Ellinor-von-Puttkamer-Saal im Auswärtigen Amt

Der Ellinor-von-Puttkamer-Saal im Auswärtigen Amt, © Auswärtiges Amt

01.10.2020 - Artikel

Ellinor von Puttkamer wurde 1969 die erste Botschafterin der Bundesrepublik. Sie war damit eine Wegbereiterin für eine gleichberechtigte Außenpolitik, in der Diplomatie keine „Männersache“ ist. An diesen Erfolg erinnert nun auch der offizielle Name eines Saals im Auswärtigen Amt.

Die erste Botschafterin der Bundesrepublik war 1969 ein Novum für die deutsche Außenpolitik. So titelte die  Bild-Zeitung seinerzeit denn auch noch sichtlich verwundert „Eine Frau wird deutscher Botschafter!“. Heute ist die Ernennung von Frauen in leitende Funktionen an Auslandsvertretungen eine Selbstverständlichkeit.

Ellinor von Puttkamer, erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland
Ellinor von Puttkamer, erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Prof. Dr. Ellinor von Puttkamer wurde im Februar 1969 zur Botschafterin ernannt und wirkte bis 1973 als Leiterin der Ständigen Vertretung beim Europarat in Straßburg. Zuvor hatte sie bereits 9 Jahre das Referat „Vereinte Nationen, Internationale weltweite Organisationen“ geleitet.

Dieser Weg war Frauen lange Zeit verwehrt. Ab 1950, als zum ersten Mal in der Geschichte des Auswärtigen Amts eine Frau zum Ausbildungslehrgang des höheren Dienstes zugelassen wurde, änderte sich das langsam. Waren zunächst nur vereinzelt Diplomatinnen im Dienst der Bundesrepublik weltweit unterwegs, wurde dies im Lauf der Jahre immer mehr. Betrug der Frauenanteil bei den Neueinstellungen 1980 noch lediglich knapp 6 %, so stieg er über die Jahre sukzessive an und erreichte 2019/2020 schließlich 55%. Die DDR war bei der Ernennung der ersten Botschafterin schneller. Bereits 1950 wurde hier Aenne Kundermann zur ersten Botschafterin ernannt – in Sofia.

Würdigung durch Saalnamen

Einweihung des Ellinor-von-Puttkamer-Saals
Einweihung des Ellinor-von-Puttkamer-Saals© Auswärtiges Amt

Am 1. Oktober hat Ellinor von Puttkamer erneut einen kleinen historischen Moment im Auswärtigen Amt ermöglicht. Sie steht Patin für einen der Säle im Auswärtigen Amt. Von Puttkamer reiht sich damit in die Figuren deutscher Außenpolitik ein, die auf diesem Wege bis heute im Auswärtigen Amt präsent sind. Die bisherigen Namensgeber von Sälen wie Willy Brandt und Konrad Adenauer waren alle Männer.

Staatsminister Roth  würdigte anlässlich der Zeremonie am 1. Oktober vor pandemiebedingt kleinem Publikum die Errungenschaften und den weiten Weg, den das Auswärtige Amt seit seiner Gründung 1870 und seit der Öffnung der amtseigenen Ausbildung für Frauen im Jahr 1950 gekommen ist.

Gleichstellung als Ziel im Blick

Ziel der Personalpolitik im Auswärtigen Amt ist die Gleichstellung von Frauen und Männern. Denn in den Worten von Staatsminister Roth:

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Diplomatie und Außenpolitik nicht nur eine Angelegenheit von ganz vielen Männern ist, sondern auch von ganz ganz vielen engagierten Frauen ist.

Auch wenn mittlerweile bei den Einstellungen oft Geschlechterparität erreicht wird, besteht auch im Auswärtigen Amt weiterhin Verbesserungspotenzial. Im Blick steht dabei auch die Gleichstellung in Führungspositionen. Denn die jetzigen Einstellungen wirken sich erst Jahre später auf diese Positionen aus. So ist bisher erst jeder fünfte Leitungsposten einer deutschen Auslandsvertretung mit einer Frau besetzt – dies soll sich zukünftig ändern!

Auch gilt es mit der Zeit zu gehen und sich ständig an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Ein großes Thema ist dabei die Vereinbarkeit von Beruf und Familien. Im Auswärtigen Dienst wurden dafür die Möglichkeiten für Jobsharing, Teilzeitarbeit und flexible Arbeitszeiten ausgebaut. Seit Sommer dieses Jahres wird in Laibach (Slowenien) zum ersten Mal auch eine deutsche Botschaft im Wege des Job-Sharings geleitet. Daneben ermöglichen neue Modelle auch ein flexibleres Arbeiten von zu Hause.

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