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Shigellose
Shigellose ist eine bakterielle Darminfektion. Die Übertragung erfolgt vor allem über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt mit infizierten Personen. Typisch sind Durchfall, Fieber und Bauchschmerzen. Eine gute Hand- und Lebensmittelhygiene schützt vor einer Ansteckung.
Erreger
Die Shigellose wird durch Bakterien der Gattung Shigella verursacht. Zu den wichtigsten Arten gehören Shigella sonnei, Shigella flexneri, Shigella dysenteriae und Shigella boydii.
Die Bakterien werden bereits in sehr geringer Menge übertragen. Die Ansteckung erfolgt, wenn Shigella-Bakterien aus dem Stuhl eines erkrankten Menschen über den Mund aufgenommen werden. Dies kann durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, verschmutzte Hände, Gegenstände oder direkten Kontakt geschehen. Auch beim Wechseln von Windeln oder bei engem persönlichem Kontakt ist eine Übertragung möglich. Shigella-Bakterien können noch einige Zeit nach Abklingen der Beschwerden mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht unter anderem:
- bei Reisen in Länder mit niedrigeren Hygienestandards
- bei engem Zusammenleben in Gemeinschaftseinrichtungen
- bei kleinen Kindern, insbesondere in Kindertagesstätten
- bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen
- bei engem Kontakt zu erkrankten Personen
Erkrankung
Die Beschwerden beginnen meist 1–2 Tage nach der Ansteckung. Typische Symptome sind:
- Durchfall, der wässrig oder blutig sein kann
- Fieber
- Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
- Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- schmerzhafter, häufiger Stuhldrang, auch wenn nur wenig Stuhl ausgeschieden wird
Bei schwereren Verläufen kann es zu ausgeprägtem, teilweise blutigem Durchfall und Flüssigkeitsverlust kommen. Besonders kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können schwerer erkranken.
Die Erkrankung heilt bei vielen Menschen innerhalb von 5–7 Tagen von selbst ab. Die Darmfunktion kann jedoch länger verändert bleiben. In seltenen Fällen können Komplikationen wie starke Austrocknung, Krampfanfälle oder eine Blutvergiftung auftreten.
Verbreitung
Shigellose kommt weltweit vor. Besonders häufig tritt sie in Regionen auf, in denen die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Abwasserentsorgung und hygienischen Einrichtungen eingeschränkt ist. Auch in Deutschland treten Shigellosen auf. Ein Teil der Erkrankungen wird aus dem Ausland mitgebracht.
Diagnose
Die Diagnose wird durch den Nachweis von Shigella-Bakterien im Stuhl gestellt.
Dazu können eingesetzt werden:
- mikrobiologische Untersuchung einer Stuhlprobe
- molekularbiologische Verfahren zum Nachweis von Shigella-Erbgut
- bei positivem Nachweis gegebenenfalls eine Untersuchung auf Antibiotikaempfindlichkeit
Eine Untersuchung der Antibiotikaempfindlichkeit ist insbesondere wichtig, weil bei Shigella zunehmend Resistenzen gegen verschiedene Antibiotika auftreten. Dadurch kann die Auswahl eines wirksamen Antibiotikums erleichtert werden.
Bei blutigem oder länger anhaltendem Durchfall sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Shigellose oder eine andere bakterielle Darminfektion vorliegt.
Therapie
Die wichtigste Maßnahme ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlustes. Bei leichteren Erkrankungen heilt die Shigellose häufig ohne Antibiotika innerhalb weniger Tage ab.
Bei schweren Erkrankungen, länger anhaltenden Beschwerden oder bestimmten Risikopatienten können Antibiotika erforderlich sein. Welches Antibiotikum eingesetzt wird, richtet sich unter anderem nach dem Krankheitsverlauf und der Empfindlichkeit des Bakteriums gegen Antibiotika.
Prävention
Eine Impfung gegen Shigellose steht derzeit nicht allgemein zur Verfügung. Die wichtigste Vorbeugung besteht deshalb in konsequenter Hand-, Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene.