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Pest

30.09.2026 - Artikel

Die Pest ist eine seltene, aber schwere bakterielle Infektionskrankheit. Die Übertragung erfolgt meist durch den Stich infizierter Flöhe. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist v.a. bei Lungenpest möglich. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist entscheidend.

Erreger

Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht. In der Natur kommt der Erreger vor allem in kleinen Säugetieren (insbesondere Nagetieren) und deren Flöhen vor.

Menschen können sich hauptsächlich über den Stich eines infizierten Flohs anstecken. Der Erreger kann außerdem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Gewebe und Körperflüssigkeiten übertragen werden.

Eine besondere Bedeutung hat die Lungenpest: Hier können die Bakterien über infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine solche Übertragung ist bei anderen Pestformen nicht typisch.

Erkrankung

Die Beschwerden beginnen meist plötzlich. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise 1–7 Tage, kann bei Lungenpest jedoch auch deutlich kürzer sein. Typische Allgemeinsymptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, starke Abgeschlagenheit sowie Übelkeit und Erbrechen.

Man unterscheidet vor allem drei Krankheitsformen:

Beulenpest

Die Beulenpest ist die häufigste Form. Nach dem Stich eines infizierten Flohs gelangen die Bakterien in das Lymphsystem und vermehren sich in den nahegelegenen Lymphknoten.

Die betroffenen Lymphknoten (Pestbeulen, Bubonen) können sich im weiteren Verlauf entzünden und aufbrechen. Unbehandelt kann sich die Infektion über die Blutbahn ausbreiten und zu einer Pestsepsis oder sekundären Lungenpest führen.

Pestsepsis

Bei der Pestsepsis breiten sich die Bakterien über die Blutbahn im gesamten Körper aus. Sie kann als Folge einer Beulenpest entstehen oder direkt nach einer Infektion auftreten.

Die Pestsepsis geht mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Organschädigungen einher. Eine unbehandelte Pestsepsis kann innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Lungenpest

Die Lungenpest ist die schwerste und ansteckendste Form der Pest. Sie kann sich aus einer Beulenpest entwickeln oder seltener direkt nach Einatmen infektiöser Partikel entstehen und führt zu einer schweren Lungenentzündung.

Bei einer Lungenpest können die Bakterien über beim Husten oder Niesen freigesetzte Tröpfchen auf andere Menschen übertragen werden. Unbehandelt kann die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufen. Eine frühzeitig begonnene Antibiotikatherapie kann die Prognose jedoch wesentlich verbessern.

Verbreitung

Die Pest kommt weiterhin in verschiedenen Regionen der Welt vor, ist beim Menschen jedoch selten. Natürliche Pestherde bestehen vor allem in Teilen von Afrika, Asien und Amerika.

Das Infektionsrisiko besteht vor allem dort, wo der Erreger in Populationen von Wildtieren und ihren Flöhen vorkommt und Menschen in engem Kontakt mit Nagetieren leben.

Für Reisende ist das Risiko insgesamt sehr gering. In Europa spielt die Pest heute praktisch keine Rolle; in Deutschland wurden seit 1945 keine autochthonen oder importierten Fälle registriert.

Diagnose

Die Diagnose wird bei entsprechendem Verdacht, durch den labordiagnostischen Nachweis von Yersinia pestis bestätigt. Zum Einsatz kommen unter anderem mikroskopische, kulturelle und molekularbiologische Verfahren.

Therapie

Die Pest wird mit Antibiotika behandelt. Eine möglichst frühe Therapie ist entscheidend, da insbesondere Lungenpest und Pestsepsis sehr schnell schwer verlaufen können.

Je nach Krankheitsform und Schwere kommen verschiedene Antibiotika infrage.

Bei schweren Verläufen ist eine stationäre, gegebenenfalls intensivmedizinische Behandlung erforderlich.

Bei Lungenpest müssen erkrankte Personen isoliert werden, da eine Übertragung über infektiöse Tröpfchen möglich ist. Enge Kontaktpersonen können eine vorbeugende Antibiotikabehandlung erhalten. CDC

Prävention

Eine allgemein empfohlene Impfung gegen Pest steht nicht zur Verfügung. Eine Impfung wird von der WHO nur für bestimmte Personengruppen mit besonders hohem Expositionsrisiko in Betracht gezogen, beispielsweise bestimmte Laborbeschäftigte.

Die wichtigste persönliche Schutzmaßnahme besteht darin, Flohstiche und den Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren zu vermeiden.

Bei Verdacht auf Lungenpest sollten erkrankte Personen möglichst früh medizinisch behandelt und bis zur Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal von anderen Personen getrennt werden.

Bei einer relevanten Exposition können Antibiotika zur Postexpositionsprophylaxe eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für enge Kontaktpersonen von Patienten mit Lungenpest.

Referenzen

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