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Denguefieber

08.11.2022 - Artikel

Denguefieber ist eine Virusinfektion, die von Mücken übertragen wird und vorrangig in den Tropen und Subtropen vorkommt. Schwere Krankheitsverläufe sind möglich. Eine spezifische Therapie existiert nicht. Der beste Schutz sind geeignete Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche.

Erreger

Denguefieber wird durch eine der vier Varianten des Denguevirus (Subtypen DENV-1 bis DENV-4) verursacht. Die Viren werden von tagaktiven Stechmücken der Gattung Aedes, vorrangig Aedes aegypti (Gelbfiebermücke) und Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke), übertragen. Diese Mücken leben vorwiegend in Städten, so dass es dort insbesondere zur Regenzeit zu Ausbrüchen mit Denguefieber kommen kann.

Die Inkubationszeit (= Zeit vom Mückenstich bis zum Erkrankungsbeginn) beträgt in der Regel 3 bis 10 Tage.

Erkrankung

Klassisches Denguefieber: Die meisten Fälle von Denguefieber verlaufen mild mit Symptomen eines grippalen Infekts. Die akute Phase klingt nach fünf bis sieben Tagen ab, die Genesung kann sich jedoch über Tage und Wochen hinziehen, begleitet von Schwäche und Müdigkeit. Schließlich heilt das Dengue Fieber jeodch folgenlos aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen den verursachenden Denguevirus-Subtyp, nicht aber gegen die anderen drei Subtypen. Wiederholte Infektionen sind daher möglich.

DHF und DSS: In einigen Fällen kommt es zu schweren Verläufen mit Schädigung des blutbildenden Systems, dem sog. Dengue Hämorrhagischen Fieber (DHF). Im Extremfall kann dies zu einem lebensbedrohlichen Schock führen, dem sog. Dengue Schock Syndrom (DSS). Schwere Verläufe können bei wiederholten Dengue-Erkrankungen mit einem unterschiedlichen Subtypen vorkommen oder auch bei Erstinfektion. Zunächst verläuft die Krankheit auch hier klassisch. Nach etwa 5 Tagen kommt es jedoch zu einer dramatischen Verschlechterung. Unbehandelt verlaufen DHF und DSS oft tödlich; mit intensivmedizinischer Behandlung können aber bis zu 99% überleben.

Verbreitung

Denguefieber kommt vorrangig in den Tropen und Subtropen vor. Das ECDC stellt eine weltweite Übersicht über aktuelle Denguefieber-Ausbrüche zur Verfügung.

Diagnose

Eine gezielte Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Dengueviren sichert die Diagnose. Eine Malaria sollte immer ausgeschlossen werden.

Therapie

Leider gibt es gegen Dengueviren keine wirksame Medikamente. Die Behandlung von Denguefieber, DHF oder DSS ist deshalb symptomatisch, richtet sich also auf eine Linderung der Beschwerden und die Behandlung von Komplikationen. Die Zufuhr von Flüssigkeit ist wichtig; auf Aspirin sollte wegen der Blutungsgefahr verzichtet werden. Meist können Patienten mit Denguefieber ambulant betreut werden.

Eine Behandlung im Krankenhaus ist indiziert bei:

  • mangelhafter  Flüssigkeitsaufnahme oder nachlassender Urinausscheidung
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands, Unruhe oder Apathie
  • niedriger Zahl an Blutplättchen (= Thrombozyten) oder Blutungen

Prävention

Wichtig sind die Bekämpfung der Überträgermücken und sorgfältiger persönlicher Schutz vor Stichen auch tagsüber. Am wirksamsten ist es, den Aedesmücken die Brutplätze zu nehmen, indem es in der Nähe von Menschen keine stagnierenden Wasserstellen gibt. Das Versprühen von Insektiziden kann als zusätzliche Maßnahme sinnvoll sein. Mückengitter an den Fenstern und Moskitonetze über den Betten sind  wichtig. Lange Kleidung und persönliche Mückenschutzmittel, sogenannte Repellentien, runden die Vorbeugung ab. Sie sind besonders effektiv, wenn sie nicht nur auf den unbedeckten Körperpartien aufgetragen werden, sondern wenn auch die Bekleidung mit eigens dafür hergestellten Produkten regelmäßig imprägniert wird.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) listet die in Deutschland zugelassenen Denguefieber-Impfstoffe. Für die meisten Reisenden ist eine Impfung nicht empfohlen, da derzeitige Impfstoffe für Men­schen zwi­schen 9 und 45 Jah­ren be­stimmt sind, die in der Ver­gan­gen­heit be­reits mit dem Dengue-Vi­rus in­fi­ziert wa­ren und in En­de­miege­bie­ten le­ben.

Referenzen


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