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Affenpocken

17.06.2022 - Artikel

Das Affenpockenvirus führt meist zu einer milden fieberhaften Erkrankung mit pockenartigem Hautausschlag. Schwere Verläufe sind selten. Die Erkrankung kommt vor allem in West- und Zentralafrika vor. Seit 2022 breitet sich das Virus in Europa, Amerika und Australien aus.

Erreger und Übertragung

Affenpocken - Staaten mit gemeldeten Infektionen
Affenpocken - Staaten mit gemeldeten Infektionen © WHO/AA-PREVIEW

Affenpocken sind Viren, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden (Zoonose). Entgegen des Namens sind vor allem Nagetiere Virusträger, Affen und Menschen sind Fehlwirte. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Zur Übertragung ist vorrangig enger Kontakt mit einer infizierten Person oder einem infiziertem Tier notwendig, aber auch der Kontakt mit Wunden, Körperflüssigkeiten, Atemtröpfchen oder mit kontaminiertem Material kann zu einer Infektion führen.

Erstmals beschrieben wurden Affenpocken 1958. Der erste Fall beim Menschen wurde 1970 in der Demokratischen Republik Kongo dokumentiert. Seitdem wurden Fälle bei Menschen insbesondere in west- und zentralafrikanischen Ländern gemeldet. Die zentralafrikanische Virusvariante ist dabei deutlich ansteckender und mit schweren Verläufen verbunden als die westafrikanische Variante. Seit Mai 2022 häufen sich Meldungen aus verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Ländern sowie Australien. Einen klaren Bezug zu Reisen in Gebiete mit Affenpocken gibt es nicht. Es existiert eine Häufung unter Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben. Die epidemiologischen Untersuchungen dauern an.

Erkrankung

Die Inkubationszeit  (= Zeit zwischen Infektion und Erkrankung) beträgt zwischen 7 und 21 Tagen. Symptome der Erkrankung sind plötzlich einsetzendes Fieber, Kopf-, Muskel-, Hals- und Rückenschmerzen, Schüttelfrost, geschwollene Lymphknoten sowie ein stark juckender, pockentypischer Ausschlag. Der Ausschlag beginnt häufig im Gesicht und breitet sich dann aus. Im Zusammenhang mit den seit 2022 gemeldeten Fällen begann der Ausschlag gehäuft auch im Intimbereich.

Im Gegensatz zu den 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken i.d.R. deutlich milder. Meist erholen sich Erkrankten innerhalb mehrerer Wochen. Selten treten schwere Verläufe auf. Hiervon sind insbesondere Kinder und Personen mit einer Immunschwäche betroffen.

Therapie

Die Therapie ist in erster Linie darauf ausgelegt Symptome zu lindern. Zusätzlich existiert ein antivirales Mittel (Tecovirimat), das 2022 von der EMA zur Behandlung von Affenpocken zugelassen wurde.

Prävention

Der Kontakt und Verzehr von potenziell infizierten Tieren sollte vermieden werden. Beim Umgang mit Erkrankten oder Gegenständen, mit denen Erkrankte in Kontakt standen, sollten Hygienemaßnahmen (Handhygiene, Masken) eingehalten werden.

In der EU ist ein Pocken-Impfstoff (Imvanex) zugelassen, der aufgrund der Ähnlichkeit der Viren auch vor Affenpocken schützt. Die Impfung ist derzeit nicht im Zusammenhang mit Reisen empfohlen.

Risikoeinschätzung

Das Infektionsrisiko für Reisende wird derzeit als gering eingeschätzt. Dennoch sollten Präventionsmaßnahmen beachten werden. Aufgrund der Häufung der Fälle findet eine intensive Beobachtung des Geschehens statt.

Bei Infektionsverdacht sollte eine entsprechende ärztliche Konsultation erfolgen. Bei Unklarheiten, ob eine ärztliche Konsultation notwendig ist, kann die PoxApp  zur Rate gezogen werden.

Referenzen

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