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Ebolafieber

21.08.2023 - Artikel

Ebolaviren werden aus dem Tierreich auf den Menschen übertragen. In Ausbruchssituationen erfolgt die Übertragung i.d.R. von Mensch zu Mensch durch Körperflüssigkeiten. Es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung. Je nach Art der Ebolaviren verläuft die Erkrankung in 30-90% der Fälle tödlich.

Erreger

Erreger des Ebolafiebers (auch: Ebola-Viruskrankheit) sind Ebolaviren, die in fünf Arten unterteilt werden:

  • Zaire-Ebolavirus
  • Sudan-Ebolavirus
  • Reston-Ebolavirus
  • Taï Forest-Ebolavirus
  • Bundibugyo-Ebolavirus

Die meisten bisherigen Ausbrüche von Ebolafieber wurden durch das Zaire-Ebolavirus verursacht. Auch die Ebolafieber-Epidemie in mehreren westafrikanischen Ländern, die 2014 ausbrach und 2016 für beendet erklärt wurde, war vom Zaire Ebolavirus verursacht.

Ebolaviren haben ihr Reservoir im Tierreich (= Zoonose). Ansteckungsgefahr besteht bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Blut von infizierten Tieren. sowie bei Verzehr von rohem Fleisch wilder Tiere (sog. „bush meat“). Bei einem Ausbruch werden die Viren fast ausschließlich von Mensch zu Mensch durch Körperflüssigkeiten (u.a. Blut, Schweiß, Speichel, Urin, Erbrochenem, Samenflüssigkeit) übertragen. Da Ebolaviren auch außerhalb des Körpers einige Tage ansteckend bleiben, ist auch eine Ansteckung über Gegenstände, die mit Körperflüssigkeiten verunreinigt sind, möglich. Auf trockenen oder dem Sonnenlicht ausgesetzten Oberflächen bleibt das Virus nur für kurze Zeit ansteckend.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Erkrankungsbeginn) beträgt in der Regel 6 bis 10 Tage, sie kann allerdings auch zwischen 2 und 21 Tagen liegen.

Erkrankung

Die Erkrankung beginnt i.d.R. mit plötzlichem Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen. Weitere Krankheitszeichen können Kopfschmerzen, eine gerötete Bindehaut und Schmerzen in Brust, Unterleib, Gelenken und Muskeln sein. Teilweise treten innere und äußere Blutungen auf. Bei schweren Verläufen können Niere, Leber und andere Organe versagen, wodurch die Erkrankung tödlich verlaufen kann.

Verbreitung

Ausbrüche von Ebolafieber sind primär in zentral- und westafrikanischen Ländern aufgetreten. Übersichten über bisherige Ausbrüche bietet das RKI und das CDC. Beachten Sie für aktuelle Ausbrüche bitte die Reise- und Sicherheitshinweise.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose besteht i.d.R., wenn folgende Punkte vorliegen:

  • Fieber über 38,5 °C
  • nach einem Aufenthalt in einem Ausbruchsgebiet innerhalb von 21 Tagen vor Krankheitsbeginn
  • bei Verdacht auf Kontakt mit an Ebolafieber erkrankten bzw. verstorbenen Personen oder Tieren

Die Unterscheidung von Ebola-Viruskrankheit und anderen Infektionskrankheiten wie Malaria kann schwierig sein. Der Nachweis von Ebolaviren sollte molekulargenetisch per PCR erfolgen.

Therapie

Die Therapie erfolgt i.d.R. symptomatisch. Für das Zaire Ebolavirus stehen zur Behandlung sog. monoklonale Antikörper zur Verfügung, die in Deutschland jedoch nicht zugelassen sind. Diese Antikörper sind nicht zur Behandlung der anderen Arten des Ebolavirus zu verwenden.

Prävention

Es sind zwei Impfungen zugelassen, die sich vorrangig bzw. ausschließlich gegen das Zaire Ebolavirus richten: Ervebo® sowie die Kombination aus Mvabea® und Zabdeno®. Nähere Informationen hierzu sind über das Paul-Ehrlich-Institut verfügbar; alle genannten Impfstoffe werden in Deutschland derzeit jedoch nicht vermarktet.

Im Ausbruchsgebiet sollten die folgenden Verhaltensregeln beachtet werden:

  • Es besteht ein generelles „Nicht-Berührungsgebot“, d.h. zur Begrüßung sollten nicht die Hände gegeben werden. Berühren Sie keine kranken Menschen oder Verstorbene.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen oder mit Objekten, die damit in Berührung kamen. Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife. Desinfizieren Sie mit potentiell infektiösem Material verschmutzte Oberflächen.
  • Meiden Sie große Menschenansammlungen. Halten Sie sich von Gesundheitseinrichtungen so gut es geht fern.
  • Berühren Sie keine lebendigen oder toten Wildtiere. Essen Sie kein Fleisch von Wildtieren.
  • Suchen Sie einen Arzt oder eine Ärztin nach telefonischer Voranmeldung auf, wenn Sie Symptome entwickeln. Lassen Sie eine Malaria ausschließen.

Bei Rückkehr aus einem Infektionsgebiet sollte der Gesundheitszustand für 21 Tage intensiv beobachtet werden. Falls der Verdacht auf Ebolafieber besteht, sollte umgehend telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen werden.

Das RKI gibt Empfehlungen für aus dem Ausland zurückkehrendes medizinisches Personal heraus, das in der Patientenversorgung oder Ausbruchsbekämpfung im Rahmen eines Ausbruchs tätig war.

Referenzen

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