Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Außenministerin Baerbock vor ihrer Reise nach Rio und New York

20.02.2024 - Pressemitteilung

Vor der Abreise zum Treffen der Außenministerinnen und Außenminister der G20 in Rio de Janeiro und anschließend nach New York anlässlich des Jahrestags des Angriffs auf die Ukraine erklärte Außenministerin Annalena Baerbock heute (20.02.):

Die brasilianische G20-Präsidentschaft hat die Bekämpfung der Ungleichheit entschlossen auf die Agenda gesetzt. In Zeiten, wo uns die akuten Krisen jeden Tag in Atem halten, könnte das Signal nicht dringender sein, die großen globalen Fragen – Kampf gegen Armut, Ungerechtigkeit und die Klimakrise – von den hinteren Seiten der Zeitungen auf die Titelseite zu holen. COVID-Pandemie, immer extremere Klimaausschläge und der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit all seinen globalen Folgen haben die Ungleichheiten in der Welt dramatisch verschärft. Jedes sechste Kind lebt in extremer Armut. Die G20 wurden mit der Zuversicht gegründet, dass gemeinsame Lösungen möglich sind, wenn wir zusammenstehen und unsere Kräfte bündeln.

Dazu gehört, alt eingefahrene Strukturen endlich zu entstauben und unsere internationalen Institutionen fit zu machen für eine Welt im Umbruch. Zu oft spiegeln sie wie im UN-Sicherheitsrat oder der Weltbank noch eine längst vergangene Zeit wider, während zu viele Länder unter der Schuldenlast erdrückt werden und die Klimakrise die Existenz ganzer Staaten bedroht. Besser zuhören und der nötige Respekt für die Anliegen unserer Partner in Lateinamerika, Asien und Afrika müssen sich dabei in konkretem Handeln niederschlagen. Dass das Mandat der Weltbank nun auch den Klimaschutz umfasst und bei den G20 endlich die Afrikanische Union mit am Tisch sitzt, sind wichtige überfällige Schritte.

Der Ruchlosigkeit von Akteuren wie der russischen Regierung, denen es nur um das Recht des Stärkeren geht, setzen wir unsere Menschlichkeit und unseren Einsatz für das internationale Recht entgegen. Denn die ganze Welt hat etwas davon, wenn sich alle an die Regeln halten, die wir gemeinsam vereinbart haben. Putin bringt weiter unermessliches Leid über die Ukraine und drückt den Menschen dort buchstäblich die Pistole auf die Schläfe. Wenn Putin glaubt, dass die Welt nach zwei Jahren irgendwann vergessen würde, wer für den Krieg in der Ukraine und seine dramatischen globalen Folgen die Verantwortung trägt, hat er sich geirrt. Wir werden die Grundprinzipien der Vereinten Nationen niemals aufgeben und stehen fest an der Seite der Ukraine - so lange wie nötig und bis ihre Menschen wieder in Frieden und Freiheit leben können.

Schlagworte

nach oben