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"Weimarer Dreieck - musikalisch!" - Grußwort von Bundesaußenminister Guido Westerwelle

26.04.2010

-- Es gilt das gesprochene Wort --

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Sie herzlich zum Konzert "Das Weimarer Dreieck - musikalisch!" willkommen heißen. Es ist mir eine besondere Freude, dass das diesjährige Treffen der Außenminister in meiner Heimatstadt Bonn stattfindet und so an die lange außenpolitische Tradition der ehemaligen Bundeshauptstadt anknüpft.

Mit der gemeinsamen Erklärung zur Zukunft Europas schufen die Außenminister Genscher, Dumas und Skubiszewski 1991 die Grundlage für eine vertrauensvolle trilaterale Zusammenarbeit Deutschlands, Frankreichs und Polens. Ziel war es damals vor allem, die neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas, vor allem Polen, in die Europäische Gemeinschaft einzubinden.

Doch nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union hat das Weimarer Dreieck seine Funktion verändert. Es hat sich zu einem Forum gleichberechtigter Partner weiterentwickelt, dessen Rolle als Impulsgeber für den Auf- und Ausbau zukunftsfähiger Strukturen in Europa wir weiter vorantreiben wollen. Unsere drei Länder haben damit die Chance, einen wichtigen Beitrag zur aktiven Gestaltung der europäischen Politik zu leisten. Gemeinsame Initiativen können die Europäische Union in wichtigen Fragen voranbringen. Der trilaterale politische Dialog ermöglicht die frühzeitige Abstimmung zu aktuellen und langfristigen Fragen der europäischen Agenda. Dies sind beispielsweise die europäischen Außenbeziehungen, insbesondere zu den östlichen Nachbarn, die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik oder der Aufbau des Europäischen Auswärtigen Dienstes und die wirtschaftspolitische Agenda Europa 2020.

Doch die politische Zusammenarbeit allein ist nicht genug. Deshalb sind wir heute unter dem Motto "Weimarer Dreieck – musikalisch!" zusammengekommen. Schon den Gründungsvätern des Weimarer Dreiecks war es ein Anliegen, das Zusammenwachsen Europas für die Bürger erfahrbar zu machen und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Staaten um persönliche Begegnungen ihrer Bürger zu ergänzen. Mit einer gemeinsamen Initiative, dem "Weimarer Dreieck der Kultur", wollen wir diesen Auftrag nun in die Tat umsetzen. Das Konzert am heutigen Abend stellt einen wohlklingenden Auftakt dar - und zugleich nur eine der vielen Facetten dessen, was wir tun können, um den politischen Dialog im Weimarer Dreieck auch in den Beziehungen zwischen den Menschen erlebbar und erfahrbar zu machen. Ich finde es deshalb besonders schön, dass wir auch Schülerinnen und Schüler von Bonner Gymnasien, die Französisch oder Polnisch lernen, hier begrüßen dürfen. Dies stellt eine weitere Facette des Spektrums von Möglichkeiten dar, um auch die Menschen unserer Länder einander näherzubringen.

Ich freue mich nun mit Ihnen auf einen schönen Konzertabend mit jungen Pianisten aus Frankreich, Polen und Deutschland. Zuvor ist es mir jedoch eine besondere Freude, das Wort an Herrn Bundesminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, einen der Gründungsväter des Weimarer Dreiecks, zu übergeben.

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