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Grußwort von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Vernissage von Detlef Waschkau im Rahmen des "AArtist in Residence"–Programms des Auswärtigen Amts

07.09.2015

Sehr geehrter Herr Burmeister,
lieber Werner Tammen,
lieber Detlef Waschkau,
liebe Stipendiaten,
verehrte Kunstfreundinnen und Kunstfreunde!

Von Georg Baselitz stammt der Satz, in der Kunst gehe es ausschließlich um die Erneuerung.

Wenn dem so ist, dann haben Kunst und Außenpolitik etwas gemeinsam. Denn Erneuerung bedeutet doch vor allem, den Mut zu haben, die eigene Perspektive zu überprüfen, sie wenn nötig zu verändern und den Blick zu weiten. All dies sollte Maßgabe verantwortungsvoller Außenpolitik in einer sich rasant wandelnden Welt sein.

Eine offene, weite Sicht, dafür steht - im wahrsten Sinne des Wortes - auch das AArtist-in–Residence-Programm. Denn damit geben wir ausgewählten Künstlern die Möglichkeit, uns aufs Dach zu steigen und von dort oben den Blick schweifen zu lassen.

Liebe Kerstin Honeit,
lieber Ahmed Kamel,
lieber Andreas Lang,

wir freuen uns darauf, Sie ab März bei uns zu haben - in einem Atelier hoch über unseren Büros, Aktenlagern und Sitzungsräumen. Herzlich willkommen in unserem Haus!

Ihre Werke sollen jedoch nicht in der Dachkammer des AA verbleiben. Wir wollen sie in die Berliner Galerien tragen. Wir wollen die Schaltzentrale der deutschen Außenpolitik verbinden mit einer der pulsierenden Kunstszenen der Welt!

Verstehen Sie es auch symbolisch: Kunst und Kultur lassen sich in der globalisierten Welt nicht mehr rein national denken. Die Trennung zwischen Innen und Außen ist aus der Zeit gefallen. Nicht nur in der Kunst.

Deshalb geht es uns in der Auswärtigen Kulturpolitik auch nicht mehr um die staatliche Repräsentation von Kunst und Kultur. Wir wollen mehr. Wir wollen Kulturen vernetzen - durch gemeinsame Erarbeitung von Wissen, Bildung und Kultur. Nicht klassischer Kulturtransfer, sondern Koproduktion – ein zeitgemäßer Weg.

Dass wir auf dem Dach des AA ein einzigartiges Inhouse-Programm anbieten können, ist vor allem das Verdienst des Landesverbandes der Berliner Galerien. Lieber Werner Tammen, Ihr habt im wahrsten Sinne des Wortes die Kunst in den Bau geholt. Ich danke Dir und Deinem gesamten Team für die Zusammenarbeit!

Ein besonderer Dank gebührt Detlef Waschkau, dessen Werke Sie hier in der Blauen Halle und oben im Atelier betrachten können. Seit Herbst vergangenen Jahres hat er sich zwischen Rohputz und Bauschutt vom ‚Himmel über Berlin‘ inspirieren lassen und seinen Blick auf die Stadt in beeindruckende Reliefs einfließen lassen. Herzlichen Dank für diese interessanten Einsichten!

Ob hier unten oder auf dem Dach: Ich wünsche uns allen anregende Ein- und Ausblicke! Ganz im Sinne von Joseph Beuys: „Das Atelier ist zwischen den Menschen“.

Herzlichen Dank.

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