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Rede von Außenminister Guido Westerwelle beim 4. Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft

12.06.2012

Lebensmittel "Made in Germany" sind weltweit gefragt. Beim Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft am 12. Juni 2012 im Auswärtigen Amt dreht sich alles um das Thema verantwortliches Wirtschaften in einer globalen Welt. Veranstalter waren das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie. In einer Rede würdigte Außenminister Westerwelle die Erfolgsrezepte der Branche.

-- es gilt das gesprochene Wort --

Sehr geehrter Herr Abraham,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Sie zum mittlerweile 4. Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Auswärtigen Amt begrüßen zu können. Das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) richten diesen Außenwirtschaftstag gemeinsam aus.

Die Zahl der Teilnehmer ist auch in diesem Jahr wieder gestiegen. Das ist für mich Beleg dafür, dass wir mit unserem Angebot an Sie richtig liegen. Wir wollen Sie mit unserer Arbeit unterstützen. Wir wollen, dass Sie erfolgreich sind.

Unsere Land- und Ernährungswirtschaft wird getragen von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Es ist eines der deutschen Erfolgsrezepte, dass unsere Wirtschaft in weiten Teilen mittelständisch organisiert ist. Der deutsche Mittelstand ist nicht nur eine ökonomische Größe, sondern steht für eine besondere Verantwortungskultur.

Im Jahr 2011 betrug der Umsatz der deutschen Ernährungsindustrie 164 Milliarden Euro, der Rekordwert von fast 50 Milliarden entfiel dabei auf den Export. Der Export macht damit fast ein Drittel des gesamten Branchenumsatzes aus.

Viele denken bei deutschen Exportgütern nicht sofort an die Ernährungswirtschaft. Die Deutsche Ernährungswirtschaft aber ist global aufgestellt. Gerade die Produkte Ihrer Branche stehen im besten Sinne für Hochwertigkeit Spitzenqualität und Lieferzuverlässigkeit und sind eine hervorragende Visitenkarte für unser Land. Veredelte und hochqualitative Produkte aus deutschen Landen genießen im Ausland einen guten Ruf und prägen das positive Bild Deutschlands in der Welt.

Genauso genießen wir hier beispielsweise italienische Pasta, Schweizer Käse und Kolumbianischen Kaffee. Die Vielfalt macht Lebensfreude.

Wer einmal die ANUGA in Köln besucht, der sieht: Die Globalisierung auf dem Teller hat längst stattgefunden.

Deutsche Qualität und Spitzentechnologie sind überall gefragt: Auf unseren angestammten Absatzmärkten in den Industrieländern und auch in den rasant wachsenden Schwellenländern.

Mit rund 80 Prozent geht der größte Teil der deutschen Lebensmittelexporte in die EU.

Die Märkte außerhalb der EU konnten bei den Exporten Ihrer Branche im letzten Jahr einen Zuwachs von fast 20 Prozent (19%) verzeichnen.

Die Gewichte auf der Welt verschieben sich. Gerade für Deutschland als Exportnation ist es wichtig, die Welt so zu sehen, wie sie ist, und nicht wie sie war.

China ist innerhalb weniger Jahrzehnte zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen. Eine ähnliche Dynamik hat auch in Indien eingesetzt. Brasilien hat in diesem Jahr Großbritannien als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt überholt. Früher waren die Schwellenländer abhängig von der Konjunktur der Industrieländer. Heute ist die Konjunktur der Industrieländer abhängig von der Dynamik dieser Länder.

Es geht nicht nur um die BRICS-Staaten. Längst hat sich darüber hinaus eine Reihe von Staaten auf den Weg gemacht. Das gilt beispielsweise für Vietnam, für Kolumbien. Wir müssen rechtzeitig für diese Länder die Augen aufmachen. Das Programm der heutigen Veranstaltung spiegelt das wider.

Deutschland ist international ein gefragter Partner. Wir Deutsche sind verlässlich. Uns geht es nicht um den schnellen Gewinn, sondern um langfristige Partnerschaften zum beiderseitigen Nutzen. Von dem hervorragenden Ruf, den die deutsche Wirtschaft genießt, profitiert auch die Politik. Ausdrücklich auch die Außenpolitik.

Das ist nicht die Ökonomisierung der Politik. Das ist die Einsicht, dass die wirtschaftliche Stärke unseres Landes uns politische Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Der Zusammenhang von wirtschaftlicher Kraft und außenpolitischem Einfluss wird in der Globalisierung nicht schwächer, sondern stärker.

Das Auswärtige Amt ist im Ausland mit seinen 230 Botschaften und Konsulaten präsent. Unsere Mitarbeiter kennen die Strukturen in den Gastländern. Sie können, wollen und werden Ihnen Türen öffnen. Nutzen Sie dieses Angebot.

Auch im Inland wollen wir Sie mit Veranstaltungen wie der heutigen, und auch unseren Außenwirtschaftstagen für andere Branchen unterstützen. Unser Flaggschiff ist dabei der Wirtschaftstag im Rahmen der Botschafterkonferenz. Dieser findet am 28. August statt. Ich lade Sie alle sehr herzlich dazu ein.

Ich wünsche Ihnen allen einen erfolgreichen Außenwirtschaftstag im Auswärtigen Amt.

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