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Rede Staatsminister Gernot Erler zur Eröffnung der Ausstellung "Geld in Lettland - Geschichte und Gegenwart", Mittwoch, 9.4.2008, im Bodemuseum Berlin

09.04.2008

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Außenminister Riekstins,

Herr Botschafter,

sehr geehrter Herr Generaldirektor, Prof. Dr. Schuster,

sehr geehrter Herr Professor Kluge,

sehr geehrte Frau Ducmane,

Exzellenzen,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute Abend bei der Eröffnung der Ausstellung „Geld in Lettland – Geschichte und Gegenwart“ hier dabei sein und sprechen zu dürfen.

Wie Außenminister Riekstins bereits erwähnte, ist diese Ausstellung eines der großen Highlights im Deutsch-Baltischen Kulturjahr 2008, das die vertrauensvolle Freundschaft und starke kulturelle Verbundenheit der baltischen Staaten mit Deutschland illustriert. 

Geld ist mehr als nur Zahlungsmittel und Wirtschaftsfaktor. Auch mehr, als Gegenstand der Wissenschaft der Numismatik.

Wie die Ausstellung eindrucksvoll belegt, kann man anhand von Münzen und Scheinen durch die Jahrhunderte die Geschichte Lettlands verfolgen, nicht nur Kriege und Fremdherrschaften, sondern auch kulturelle Einflüsse und menschliche Schicksale. 

Geld kann eine kulturelle, Entfernungen und Sprachbarrieren überwindende Rolle spielen. Globaler Handel ist keine Erfindung der letzten 20 Jahre. Die Ausstellung zeigt uns anhand spannender und für die Zeit geradezu exotisch anmutender Funde, - als Beispiel möchte ich nur nennen einen Denar aus Rom oder die vielen Dirhems aus Arabien und Zentralasien - dass es lange vor der Existenz von Weltwirtschaftsforen und des Internets einen weit reichenden wirtschaftlichen und kulturellen Austausch gab.

Es beflügelt die Phantasie sich vorzustellen, wie die Reise dieser Münzen wohl damals verlaufen sein mag und welche Geschichten sich mit ihnen verbinden. 

Geld kann aber auch zur Identitätsstiftung beitragen. Mit der Gründung der Bank von Lettland und dem Druck der eigenen Währung verband sich nach der Unabhängigkeit Lettlands 1918 der Gedanke eines souveränen Volkes in einem souveränen Staat. Wie sehr sich die Identität eines Landes über die Landeswährung definieren kann, können wir in Deutschland mit unserem jahrzehntelangen, geradezu hingebungsvollen Verhältnis zur D-Mark gut nachvollziehen. 

Wenn man diesen Gedanken der gemeinsamen Identität durch eine gemeinsame Währung weiter spinnt, kommt man natürlich unweigerlich auf die europäische Idee – ganz abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen einer solchen Gemeinschaftswährung kann und soll sie auch helfen, eine gemeinsame Identität zu stiften und die Menschen in Europa zusammen zu führen.  

Der Abschied von der alten, vertrauten Währung wird dabei nie ohne Trennungsschmerz und ohne Angst vor Teuerungen und anderen Nachteilen ablaufen. Gerade in Deutschland war die Euro-Skepsis ebenso groß wie die emotionale Bindung an die D-Mark.

Ob Lettland in absehbarer Zeit ähnliche Erfahrungen bei der angestrebten Euro-Einführung machen wird, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall aber muss diese Ausstellung zur Geschichte des Geldes in Lettland dann um ein weiteres Kapitel ergänzt werden. 

Meine Damen und Herren,

ich möchte noch einmal allen danken, die diese Ausstellung möglich gemacht haben, und freue mich auf die weiteren, vielseitigen Veranstaltungen der deutsch-baltischen Kulturwochen. 

Ich wünsche uns allen einen interessanten und spannenden Abend beim Entdecken dieser kostbaren und geschichtsträchtigen Exponate und wünsche der Ausstellung viel Interesse und einen guten Verlauf.

Vielen Dank 

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