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Berlin Calling

30.11.2017 - Artikel

Reisen ist schön, Gastgeber zu sein jedoch auch. Daher haben wir unsere französischen und niederländischen Kollegen jeweils zum Gegenbesuch nach Berlin eingeladen.  

Mit den französischen Jungdiplomaten konnten wir auf ein Wiedersehen anstoßen. Bereits in Paris und in Brüssel hatten wir die Chance genutzt, uns näher kennen zu lernen. Inzwischen teilen wir sogar einen Crewnamen, zumindest halboffiziell: Hymne à la joie - Ode an die Freude - die Europahymne.

Selfie vor dem Brandenburger Tor - für einige Niederländer war es tatsächlich der erste Besuch in Berlin, wahrscheinlich aber nicht der letzte.
Selfie vor dem Brandenburger Tor - für einige Niederländer war es tatsächlich der erste Besuch in Berlin, wahrscheinlich aber nicht der letzte.© Marcel Courté

Viele der niederländischen Jungdiplomaten trafen wir in Berlin jedoch zum ersten Mal. Und auch auf unserer Seite waren ein paar neue Gesichter dabei, und zwar einige interessierte Studierende und Auszubildende aus den anderen beiden Laufbahnen. Daher hatten unsere niederländischen Kollegen eine gute Idee: Wir stellen vorab ein 'Smoelenboek' zusammen, eine Art analoges Facebook. 

Auch sonst konnten wir viel von der niederländischen "Klasje" - so heißt ein Jahrgang der niederländischen Diplomatenausbildung - lernen. Die Niederländer hatten für uns ein Verhandlungstraining vorbereitet, angelehnt an das Training in ihrer Ausbildung. In deutsch-niederländischen Kleingruppen diskutierten wir in unseren Rollen als EU-Mitgliedsstaaten unter anderem über die EU-Linie in der Brexit-Frage. Anhand eines Punktesystems konnten wir am Ende nachverfolgen, welche Gruppe das beste Verhandlungsergebnis erzielt hatte. Das war in unserem Szenario eine für alle tragbare Lösung. Eine wichtige Erkenntnis: Um einen solchen Konsens zu erzielen, half es, als Vorsitzende nicht die Position seines Landes unbedingt durchzudrücken, sondern auch mal eine Kompromisslösung zu befürworten. 

Urlaub auf Niederländisch

Spannend für die Niederländer wiederum gestalteten sich kurze Diskussionen - sogenannte Speed Meets - mit Kollegen aus dem Amt und dem Wirtschaftsministerium zu politischen und wirtschaftspolitischen Fragen. Beeindruckt waren sie auch von unserem Crewkollegen Constantin Zelenty, der sie in fließendem Niederländisch durch das Auswärtige Amt führte. Wie groß das Interesse an gegenseitigem Austausch ist, zeigte sich auch daran, dass mehr als zwei Drittel der „Klasje“ nach Berlin gereist waren, obwohl sie sich dafür Urlaub nehmen mussten. Ihr Engagement stellten sie des Weiteren bei der Vorbereitung von weiteren Teilen des Programms unter Beweis, wozu auch ein Empfang in der niederländischen Botschaft zählte.

Vom Kanzleramt zum Kotti

Unsere Gruppe aus französischen und deutschen Jungdiplomaten im Kanzleramt.
Unsere Gruppe aus französischen und deutschen Jungdiplomaten im Kanzleramt.© Johannes Ulke

Die Franzosen hingegen hatten für ihr Wochenende ganz auf unser deutsches Organisationstalent vertraut. Nach den offiziellen, maßgeblich von französischer Seite organisierten Treffen in Paris und Brüssel wollten sie vor allem Berlin und uns besser kennen lernen und hatten dafür Samstag und Sonntag eingeplant. Vom Kanzleramt bis zum Kotti - vom politischen bis zum ursprünglich-typischen Berlin führten wir unsere französischen Kollegen daher durch die deutsche Hauptstadt. Zwar blieb tagsüber keine Zeit für eine echte Berliner Currywurst, dafür kehrten wir abends in einem zünftigen Brauhaus ein. Trotz anfänglicher Skepsis kam die deftige deutsche Küche bei den Franzosen überraschend gut an.

Seit unseren Treffen im Frühsommer hatten sowohl unsere französischen als auch unsere niederländischen Kollegen schon erste diplomatische Berufserfahrung sammeln können, da die Ausbildung in beiden Ländern jeweils nur knapp drei Monate dauert. Anders als in Deutschland werden in den beiden Ländern die Jungdiplomaten die ersten Jahre ihrer Laufbahn in der Regel im jeweiligen Außenministerium eingesetzt. Außerdem erfuhren wir, dass in den Niederlanden ausgewählte Kollegen aus anderen Ministerien das Training der Klasje durchlaufen, um die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien zu verbessern. Der Austauschgedanke war den Niederländern auch bei ihrem Besuch in Berlin sehr wichtig. Schon jetzt mussten wir ihnen versprechen, ihnen nach Abschluss unserer Ausbildung mitzuteilen, in welchen Referaten in der Zentrale und an welchen Auslandsvertretungen wir unsere ersten Posten antreten. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen irgendwo in der Welt.

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