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++ Planspiel Auriga – Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ++

15.03.2016 - Artikel

Auriga, ein fiktiver Staat, in der Krise: Im Planspiel probten wir gemeinsam mit einem Lehrgang der Bundeswehr die Zusammenarbeit im Ernstfall. Schon bald wurde klar: Wir können viel voneinander lernen.

Aus "Kolleginnen und Kollegen" werden plötzlich "Kameradinnen und Kameraden", das geht nur beim Planspiel "Auriga". Auf Einladung der Bundeswehr trafen wir in Hamburg wieder auf den Lehrgang Generalstabs- und Admiralstabsdienst National (LGAN), den wir bei einer Veranstaltung der Bundesakademie für Sicherheitspolitik schon vor einigen Wochen kennengelernt hatten.

Einführung in das Planspiel Auriga.
Einführung in das Planspiel Auriga.© Katharina Junge/FüAkBw

Wir waren gespannt. In der Führungsakademie der Bundeswehr ist alles ein wenig anders als in unserer Akademie: Der große Hörsaal ist nach einem General benannt, Applaus gibt es nach Redebeiträgen keinen und überall sind Menschen in Uniform. Sowieso, in einer Kaserne waren die meisten von uns zuvor noch nie. Doch spätestens mit der Marschmusik zu Beginn des Planspiels wussten wir: Es gibt kein Zurück mehr.

Planspiel: Fiktiver Staat in der Krise

Im Mittelpunkt des Planspiels steht der fiktive Staat "Auriga". In den letzten Monaten hat sich Auriga zunehmend destabilisiert. Rebellentruppen kontrollieren einen Teil des Staates und die humanitäre Situation spitzt sich zunehmend zu. Eine UN-Mission vor Ort kommt an die Grenzen ihrer Kapazitäten. In dieser Situation gilt es, schnell neue Informationen von außen zu verarbeiten und immer wieder für die Planungen und Entscheidungsfindung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) zu berücksichtigen.

Gruppenbild aller Teilnehmenden nach Abschluss des Planspiels.
Gruppenbild aller Teilnehmenden nach Abschluss des Planspiels.© Katharina Junge/FüAkBw

Gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr spielten wir die Rolle von Referenten oder Referatsleitern der "Abteilung Politik" im BMVg. In 6 verschiedenen Modulen ("A" Alpha bis "F" Foxtrott) mussten die vier Referate (Grundsatzreferat, Vereinte Nationen, Europäische Union und NATO) innerhalb der Abteilung gut zusammenarbeiten und für die Ministerin passende Gesprächsunterlagen und Unterrichtungen erstellen.

Regierungsgemeinschaftliches Handeln zählt

Größte Erkenntnis: Wir können sehr viel voneinander lernen. Waren vorher vielleicht Begriffe wie SSR (Security Sector Reform) oder die Abteilung "SE" (Strategie und Einsatz) noch unbekannt, so wurden sie spätestens während des Planspiels mit Bedeutung gefüllt. Und ganz konkret konnten wir erleben, dass komplexe Lagen nur mit gutem regierungsgemeinschaftlichem Handeln gelöst werden können. Inklusive simulierter Ressortabstimmung mit unserem eigenen Haus, dem Auswärtigen Amt, und einer Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestages, bei der wir Rede und Antwort stehen mussten – beides Erfahrungen, die in der Realität für uns bestimmt nicht so schnell wiederkommen.

Das Planspiel war erst der Anfang: Wenn es für einige für uns im Juli zum ersten Mal an eine unserer Auslandsvertretungen geht, werden wir wieder Angehörige der Bundeswehr treffen. Die Militärattachés dort sind unsere Verbindung zu den Streitkräften des Gastlandes. Spätestens mit dem Lehrgangs-Emblem als Erinnerung auf unserem Schreibtisch, der Erfahrung aus Modul "Alpha" bis "Foxtrott" und der Erinnerung an gelebte Kameradschaft während Auriga wird die Zusammenarbeit ganz sicher ausgezeichnet klappen.

Zum Weiterlesen:

"Planspiel Auriga 2016: Wer sich kennt, versteht sich besser" (Artikel auf der Seite der Bundeswehr-Führungsakademie)

Blogeintrag von Benjamin Reiner

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