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Zu Gast in der Wiege der internationalen Diplomatie

07.03.2016 - Artikel

Der Winter ist am Tegeler See oft wunderschön, manchmal aber auch ein bisschen grau und düster. Zeit wieder aufzubrechen: Wien, Bratislava, Genf und Bern waren Ziel unserer dritten Lehrbesichtigungsfahrt.

Der Winter ist am Tegeler See oft wunderschön, manchmal aber auch ein bisschen grau und düster. Zeit wieder aufzubrechen, zu unserer dritten Lehrbesichtigungsfahrt: Die eine Hälfte fuhr nach Wien und Bratislava – im Auswärtigen Amt unter dem weniger klangvollen deutschen Namen Pressburg geführt –, während die andere Hälfte Genf und Bern besuchte.

Im Plenarsaal des Palais des Nations in Genf
Im Plenarsaal des Palais des Nations in Genf© AA

Die Fahrten wurden von uns Attachés selbst organisiert. Wir konnten also entscheiden, welche Organisationen und Referenten wir wann und wo treffen, um einen Eindruck von der Arbeit der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen zu erhalten. Historische Schauplätze wie das Palais Wilson in Genf oder die Wiener Hofburg machten die Entwicklung dieser Organisationen erfahrbar.

UN-Standort Genf

Sitzungsraum im Hauptsitz der OSZE in Wien
Sitzungsraum im Hauptsitz der OSZE in Wien© AA

In Genf schilderten uns Referenten, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk mit der Flüchtlingskrise umgeht. Im Internationalen Komitee des Roten Kreuzes erfuhren wir von passionierten IKRK-Delegierten, wie sie auch in den unbarmherzigsten Konflikten dieser Erde humanitäre Hilfe leisten und was ihnen ihr Beruf abverlangt. Zu Besuch bei der deutschen Ständigen Vertretung sprachen wir mit Kolleginnen und Kollegen, die den deutschen Vorsitz im UN-Menschenrechtsrat 2015 betreut haben, und gewannen spannende Einblicke in die internationale Koordinierung der humanitären Hilfe.

Wien: Hauptsitz der OSZE

Auch der UN-Standort Wien lieferte uns einen vielseitigen Blick auf die multilaterale Diplomatie. Ingenieure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO berichteten von ihren Inspektionen im Iran. Beeindruckend war auch die Arbeit der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), deren Messstationen auf der ganzen Welt verteilt sind und unter anderem für Tsunami-Frühwarnsysteme eingesetzt werden. Und natürlich machten wir Station bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wo wir über das Programm für den deutschen Vorsitz 2016 diskutierten.

Die Deutsche Botschaft in Wien
Die Deutsche Botschaft in Wien© AA

Die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der internationalen Institutionen für eine besser integrierte und gerechtere Weltordnung kämpfen, beeindruckte viele von uns sehr. Vor allem aber motiviert sie uns, nun unseren Weg im Auswärtigen Dienst zu beginnen und vielleicht bald selbst als Vertreter Deutschlands an multilateralen Vereinbarungen und Konfliktlösungen zu arbeiten.

Bilateraler Austausch

Aber natürlich sollte auch das klassische bilaterale Geschäft nicht zu kurz kommen. Daher besuchten beide Gruppen die Botschaften in Bern bzw. Wien und Pressburg. In Bern wurden wir zu einem Empfang und einem Diskussionsabend über ausländische Kulturpolitik in die Residenz des Botschafters eingeladen. In Pressburg tauschten wir uns aus mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Goethe-Institut und DAAD und trafen slowakischen Kollegen. Und in allen drei Hauptstädten besuchten wir die Außenministerien und sprachen über unsere bilateralen Beziehungen. Wie schon in Paris und Den Haag war es uns ein besonderes Anliegen, mit jungen Diplomatinnen und Diplomaten zu sprechen und Erfahrungen und Erwartungen zu teilen.

Das internationale Flair, die engagierten Kollegen in den internationalen Institutionen und nicht zuletzt die wunderschöne Lage in der Nähe der Alpen haben es uns angetan: Die nächste Auslandsliste kommt bestimmt!

Blogeintrag von Matthias Nothacker und Sophia Sabrow

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