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...und zeitgleich in Genf

09.04.2015 - Artikel

Parallel zum Wien-Besuch hatte die andere Hälfte der 69. Attaché-Crew Gelegenheit zu Gesprächen in Genf und Bern im Rahmen ihrer Lehrbesichtigungsfahrt.

Während unsere Kolleginnen und Kollegen Wien erkundeten, haben wir, die andere Hälfte der 69. Attachécrew, uns zu einer „Lehrbesichtigungsfahrt“ nach Genf und Bern aufgemacht. Ziel unserer Fahrt war es unter anderem, das Genf der internationalen Organisationen kennen zu lernen und mehr über unsere bilateralen Beziehungen mit der Schweiz zu erfahren.

Die 69. Crew dringt in Tiefen vor, die nie ein Attaché zuvor gesehen hat
Die 69. Crew dringt in Tiefen vor, die nie ein Attaché zuvor gesehen hat© AA/Christopher Schmidt

Zum Auftakt ging es für uns erst einmal tief unter die Erde und weit zurück in die Vergangenheit. Unser erster Termin in Genf war ein Besuch im „CERN“, dem größten Protonenbeschleuniger der Welt. Hier bringen Physikerinnen und Physiker aus aller Welt zehn Stockwerke weit unter der Erde in einem gigantischen Röhrenring von 27 km Länge Protonen mit hoher Geschwindigkeit zur Kollision. Sie erforschen dabei, was vor Jahrmillionen beim Urknall vor sich gegangen ist. Ein ungewöhnlicher Termin für angehende Diplomatinnen und Diplomaten? Sicher, normalerweise drehen sich unsere Gesprächstermine meist um Politik und internationale Beziehungen. Doch auch das CERN ist ein hervorragendes Beispiel gelungener internationaler Zusammenarbeit: 21 Staaten haben sich zu der Schaffung und dem Betrieb des CERN zusammen geschlossen; Heute arbeiten dort tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 85 Nationen an gemeinsamen Experimenten.

Vom CERN zur UN

Danach ging es zur deutschen Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf: In Gesprächen mit den verschiedenen Abteilungen der Vertretung lernten wir das breite Spektrum der Arbeit kennen. Von den Menschenrechten chinesischer Wanderarbeiter, um die es im Menschenrechtsrat geht, über Nichtverbreitungsvereinbarungen von Handfeuerwaffen, über die die Abrüstungskonferenz berät, bis hin zu der Vereinheitlichung von Auto-Kindersitzen - hier ist die Welthandelsorganisation WTO im Spiel - war alles dabei!

Die Attachés bei der Weltgesundheitsorganisation
Die Attachés bei der Weltgesundheitsorganisation© AA/Christopher Schmidt

Diese ersten Einblicke nahmen wir mit in die Woche, die uns weitere Gespräche im Büro des hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte OHCHR, bei der WTO, der Weltgesundheitsorganisation WHO und beim UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR brachte. Ein besonderer Höhepunkt war unser Abend mit Botschafter Joachim Rücker, mit dem wir über die aktuelle deutsche Präsidentschaft im Menschenrechtsrat diskutieren durften. Aber auch mit Nichtregierungsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ und dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) hatten wir Gelegenheit in Genf zum Austausch. Und was wäre ein Genf-Besuch ohne das legendäre Käsefondue am Ufer des Genfer Sees?

Weiter nach Bern

Aus der Welt des Multilateralismus in Genf führte unsere Reise dann in das beschauliche Bern. Hier diskutierten wir mit unserem Botschafter Otto Lampe und dem schweizerischen Botschafter a.D. Paul Widmer über dessen Buch „Diplomatie“ sowie die Zukunft der deutschen und schweizerischen diplomatischen Dienste. Wie verändern sich unsere Ausbildung und unsere Arbeit in den Zeiten des digitalen Wandels? Welche Auswirkungen stellen wir in unseren multi- und bilateralen Beziehungen fest? Zum Abschuss unserer Reise wurden wir noch im Berner Bundeshaus von Kolleginnen und Kollegen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten empfangen. Die Diskussionen über unsere bilateralen Beziehungen aber auch über unsere gemeinsame Arbeit im europäischen Kontext oder im Bereich der OSZE boten nicht nur einigen von uns die Gelegenheit, ihr Schwyzerdütsch zu beweisen. Sie waren vor allem ein gelungenes Ende einer spannenden Woche.

Blogeintrag von Christopher Schmidt

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