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Die Kanzlerin, Klaus Meine und eine verschwundene Pfefferminzbonbondose – Attachéaustausch zum Weimarer Dreieck

19.03.2015 - Artikel

Im Rahmen des "Weimarer Dreiecks" empfingen Attachés der 69. Crew polnische und französische Nachwuchsdiplomatinnen und -diplomaten in Berlin. Hannah berichtet im Blog, wie sie den Besuch erlebt hat.

Im Rahmen des "Weimarer Dreiecks" empfingen Attachés der 69. Crew polnische und französische Nachwuchsdiplomatinnen und -diplomaten in Berlin. Hannah berichtet, wie sie den Besuch erlebt hat:

Sonntagabend, Flughafen Tegel: Aufgeregt stehe ich im Empfangsbereich der Ankunftshalle und warte auf unsere polnischen und französischen Gäste. Erwartungsvoll beobachte ich die ankommenden Passagiere. Wie wird die Woche im Weimarer Dreieck wohl werden? Wie sind unsere polnischen und französischen Kolleginnen und Kollegen gestrickt? Wie wird es sein, Gastgeber zu sein?

Unterwegs zum Empfang des Bundespräsidenten am Tag der Deutschen Einheit
Unterwegs zum Empfang des Bundespräsidenten am Tag der Deutschen Einheit© Simon Brombeiss

Wenig später sitzen wir bei guter Laune zum Abendessen zusammen und sind bereits in lockere Gespräche vertieft. Im Lauf der folgenden Woche werden wir gemeinsam viel Spaß haben, aber auch diplomatisches Handwerkszeug lernen: Auf dem Programm stehen eine trilaterale Verhandlungssimulation, eine Führung zur Berliner Mauer, eine gemeinsame Einheit im Politikunterricht zum Thema Ukraine, eine Besichtigung des früheren Grenzübergangs Marienborn und zum krönenden Abschluss die Teilnahme am Empfang des Bundespräsidenten zum Tag der Deutschen Einheit. Umrahmt ist dieses Programm von gemeinsamen Abendaktivitäten wie etwa dem Besuch eines Jazzkonzerts und einer Theatervorstellung.

Einblicke in andere Arbeits- und Lebenswelten

So mancher bewegender Moment wird mir aus der Woche in Erinnerung bleiben: Etwa, die Bundeskanzlerin beim Empfang zum Tag der Deutschen Einheit live zu erleben, dabei zu sein, wie Klaus Meine "Wind of Change" singt, und wie das Passbeförderungsband am ehemaligen Grenzübergang Marienborn eine Dose Pfefferminzbonbons eines Kollegen auf mysteriöse Weise verschluckte. Als wir uns nach einer knappen Woche trennen, sind Kontakte zu den polnischen und französischen Kolleginnen und Kollegen geknüpft und gegenseitige Einblicke in die Arbeits- und Lebenswelt gewonnen. Für mich persönlich waren die Gelegenheiten zum Gespräch mit den Kollegen besonders wertvoll. Wie verläuft die Ausbildung im polnischen und französischen Außenministerium? Welche Bücher lesen meine Kollegen gerne? Welche deutsche Biersorte finden sie am besten? Als zum Ende des Besuchs der Rückflug einer unserer Gäste ausfiel, konnten wir uns auch direkt in der gemeinsamen "Krisenbewältigung" üben – eine alternative Reiseroute mit der Bahn konnten wir innerhalb kurzer Zeit mit Unterstützung unseres Busfahrers und unter Änderung unseres Reiseprogramms organisieren.

Die Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck konnten wir so im Kleinen üben und sind ermutigt worden, in unserer zukünftigen Tätigkeit in unseren jeweiligen Außenministerien dieses Format zu nutzen. Für uns vier deutschen Teilnehmer war es zudem eine gute Gelegenheit, uns in der Rolle als Gastgeber zu üben. Eine Erfahrung, die lehrreich und für mich in jeder Hinsicht positiv war!

Von Hannah Severin

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