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Armut bekämpfen heißt in die Zukunft investieren - drei Tage Einblick in deutsche Entwicklungszusammenarbeit

10.12.2014 - Artikel

Im dreitägigen Seminar zu deutscher Entwicklungszusammenarbeit setzten die Attachés der 69. Crew ihre Erkundungstour durch den Werkzeugkasten der deutschen Außenpolitik fort.

Im dreitägigen Seminar zu deutscher Entwicklungszusammenarbeit setzten die Attachés der 69. Crew ihre Erkundungstour durch den Werkzeugkasten der deutschen Außenpolitik fort. Sebastian Barnet Fuchs berichtet von seinen Eindrücken.

Mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nahmen wir drei Tage lang ein finanzstarkes und ethisch wie strategisch bedeutsames Instrument unter die Lupe: Nach einem Termin im Auswärtigen Amt ging es zu Gesprächen ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung ist ebenso vielfältig wie die Partnerländer: In 50 Staaten fördert die Bundesrepublik Deutschland Landwirtschaft und Umweltschutz, Bildung und Gesundheit, gute Regierungsführung und Menschenrechte, Hungerbekämpfung und lokale Wirtschaftsentwicklung sowie Maßnahmen zur Sicherung von Frieden und Sicherheit. Absolut gesehen ist Deutschland damit der drittgrößte Geber weltweit, im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung liegt es im Mittelfeld der OECD-Länder.

Koordination der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Gastland

Was hat das Auswärtige Amt, was haben wir damit zu tun? Die Auslandsvertretungen koordinieren die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vor Ort und sorgen für ein „kohärentes Auftreten“ der unterschiedlichen Durchführungsorganisationen in den Partnerländern. Über die Referentinnen und Referenten für Entwicklungsarbeit, die sogenannten WZ-Referenten, unterhalten sie auch Kontakte zu den Regierungen der Partnerländer.

Eine weitere Erkenntnis: Immer mehr Staaten, Firmen und Organisationen engagieren sich in der Entwicklungszusammenarbeit. Dies zeigt auf der einen Seite die gestiegene Bedeutung der Partnerländer, deren Märkte wirtschaftlich attraktiver werden. Auf der anderen Seite erfordert diese Vielfalt der Akteure aber eine enge Koordinierung. Die „Geber“ haben sich dazu auf die Pariser Erklärung zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit (2005) sowie den nachfolgenden Accra-Aktionsplan (2008) verständigt. Die Auslandsvertretungen bringen sich zur besseren Koordinierung aktiv in die Treffen mit anderen EU-Partnern, weiteren Geberländern und internationalen Organisationen ein, um gemeinsam geplante Hilfsprojekte und Länderkonzepte abzustimmen.

Das Denken in Mustern von Nord und Süd, arm und reich wird abgelöst vom Aufstieg neuer Akteure mit eigenen Vorstellungen von Entwicklung und ambitionierten außenpolitischen Ambitionen. Unsere Gespräche mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Kolleginnen und Kollegen aus dem Auswärtigen Amt und BMZ sowie Vertreterinnen und Vertretern von GIZ und KfW zeigten deutlich: Entwicklungszusammenarbeit ist nicht nur aus ethischen und strategischen Gründen zentral für die deutsche Außenpolitik. Es ist ein Politikfeld, in dem sich wichtige Fragen der globalen Kooperation zwischen Staaten auch in Zukunft entscheiden werden. Ein vielfältiges Werkzeug also – und ein zentrales im Instrumentenkasten der deutschen Außenpolitik.

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