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Für Deutschland vor der Kamera

15.06.2016 - Artikel

Pressestatement, Interview, Podiumsdiskussion - in einem dreitägigen Medientraining lernten wir, vor laufender Kamera Positionen zu vertreten und Fragen zu beantworten.

Übungssituation Podiumsdiskussion.
Übungssituation Podiumsdiskussion.© AA

Pressestatement, Interview, Podiumsdiskussion - das Medientraining der Deutschen Welle hat es in sich. In drei dicht gedrängten Tagen lernen wir, die Positionen des Auswärtigen Amtes vor laufender Kamera zu vertreten: freundlich, informativ, entlang der abgestimmten Linie und vor allem kurz und bündig. Für viele von uns, die noch nie in Presse, Hörfunk oder Fernsehen interviewt wurden, ist das Training ein klarer erster Höhepunkt unserer Ausbildung.

Geübt wird anhand aktueller Themen: Was sagt die Bundesregierung zu einem möglichen Brexit? Was bedeutet das deutsche Engagement in Mali konkret? Wie reagieren Sie auf die Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik? Unsere Trainerinnen und Trainer moderieren in ihrer täglichen Arbeit Radio- und Fernsehsendungen. Ihrem praxisgestählten Blick entgeht nichts: das nervöse Wippen am Anfang, mittendrin der eingebungssuchende Blick nach oben, die überstürzte Flucht am Ende der Aufnahme. In der Gruppe sehen wir uns unsere ersten Versuche an und diskutieren: Was ist hier eigentlich meine Kernbotschaft? Wie bringe ich sie am Besten rüber? Wie vermeide ich die argumentativen Minenfelder, auf die mich der Journalist gerade locken will?

Das sagen die Teilnehmer nach dem Medientraining

Wir haben unsere Crewkollegen Valentina Goldmann und Thomas Stiegler gefragt, was sie aus dem Training mitnehmen:

Das Medientraining ist vorbei. Seid ihr geschafft oder glücklich? Wie hat es Euch gefallen, was war das Beste?

Valentina: Es war total toll! Das Training war sehr spannend und lehrreich und hat mir die Angst genommen vor meinem ersten Auftritt vor der Presse. Für mich war der Höhepunkt die Übung zur Krisenkommunikation – also wie begegnet man der Presse, wenn sich ein schweres Unglück wie zum Beispiel ein Erdbeben ereignet hat.

Thomas: Ich fand das Training sehr abwechslungsreich. Spannend war, für einen Tag in die Rolle eines deutschen Botschafters zu schlüpfen. Dabei habe ich gemerkt, welche Fallstricke es im Umgang mit den Medien geben kann.

Vor laufender Kamera wird anhand aktueller politischer Fragen geübt.
Vor laufender Kamera wird anhand aktueller politischer Fragen geübt.© AA

Worauf muss man denn im Kontakt mit der Presse achten?

Thomas: Die Worte haben eine ganz andere Bedeutung, eine viel größere Wirkung. Wir sind nicht mehr Studenten oder Privatpersonen, sondern sprechen als Diplomaten für die Bundesrepublik Deutschland. Da überlegt man schon genau, was man wie sagt.

Valentina: Mich hat überrascht, wie wichtig das Auftreten ist - Körpersprache und Kleidung, Ausdruck und Stimme. Selbst die Ohrringe können völlig vom Inhalt ablenken.

Ob als Diplomaten oder in anderer Funktion - welchen Tipp habt Ihr, wenn es vor die Presse geht?

Valentina: Auf jeden Fall Outfit, Mimik und Gestik der jeweiligen Situation anpassen.

Thomas: Stimmt, denn unser Themenspektrum ist sehr breit: von der Ukraine-Krise bis zum deutschen Kommandanten der Weltraumstation. Auf jeden Fall sollte man auch auf den Hintergrund achten, damit im Bild nichts Überraschendes zu sehen ist, was da nicht hingehört. Und gute Vorbereitung ist das A und O.

Blogeintrag von Tjalke Weber und Rafael Heinisch

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