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Von der Mitte Europas ins Reich der Mitte

15.11.2016 - Artikel

Ein Austauschprogramm zwischen dem Auswärtigen Amt und dem chinesischen Außenministerium war es, dass einige Attaché(e)s der 71. Crew für eine Woche nach China führte. Eine Woche voll spannender Begegnungen.

Im Oktober wartete eine ganz besondere Einladung auf einige Attaché(e)s: Wir durften als Teil einer Delegation junger deutscher Diplomaten China besuchen. Die Einladung war Teil des Austauschprogramms zwischen dem Auswärtigen Amt und dem chinesischen Außenministerium. So sollen sich die jungen Kolleginnen und Kollegen beider Seiten frühzeitig kennenlernen und bessere Kenntnisse über das andere Land ins Arbeitsleben mitnehmen.

Austausch zu außenpolitischen Themen

Ein Austauschprogramm zwischen den beiden Außenministerien führte einige von uns nach China.
Ein Austauschprogramm zwischen den beiden Außenministerien führte einige von uns nach China.© AA

Die chinesischen Gastgeber hatten ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Unser Besuch begann in Peking: dort führte unsere Delegation viele interessante Gespräche mit hochrangigen Politikern, Diplomaten und Parteifunktionären. Besonders spannende Themen waren die Leitlinien chinesischer Außenpolitik, das chinesische Engagement in Afrika, der G20-Gipfel in Hangzhou, die internationalen Kontakte des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und des Nationalen Volkskongresses sowie Chinas Rolle in der „global governance„. Wir stellten zahlreiche, durchaus auch kritische Fragen und diskutierten mit den chinesischen Gesprächspartnern. Dabei lernten wir Gemeinsamkeiten, aber auch Auffassungsunterschiede kennen.

Wirtschaftsinitiative „Neue Seidenstraße“

Die zweite Station der Reise führte ins Landesinnere: nach Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan. Chinas östliche und südliche Küstenregionen mit vielen Metropolen wie Peking oder Shanghai sind sehr gut entwickelt. Die Provinzen im Inneren und im Westen des Landes wollen zu diesem Entwicklungsstand aufschließen. Sichuan gilt dabei als Vorreiter und Ausgangspunkt der großen chinesischen Wirtschaftsinitiative der „Neuen Seidenstraße“. Der Schwerpunkt dieses Besuchsteils lag daher auf dem Thema Wirtschaft. Wir besuchten die Entwicklungs- und Reformkommission der Provinz, Unternehmen im Bereich Umwelttechnik und die Börse für Energie- und Umweltzertifikate.

Einblicke in Chinas Kultur

Bei gemeinsamen Abendessen tauschten wir mit unseren chinesischen Kolleginnen und Kollegen über außenpolitische Themen aus.
Bei gemeinsamen Abendessen tauschten wir mit unseren chinesischen Kolleginnen und Kollegen über außenpolitische Themen aus.© AA

Auch die chinesische Kultur kam nicht zu kurz: Ausflüge in die Verbotene Stadt, zur Großen Mauer, zum Konfuzius-Institut, in die historische Altstadt von Chengdu und zur Sichuan-Oper gaben uns viele neue Einblicke ins Reich der Mitte. Bei Abendessen mit den jungen Kolleginnen und Kollegen des chinesischen Ministeriums und Tagesausklängen im Kollegenkreis der Deutschen Botschaft diskutierten wir auch ganz praktische Fragen des Arbeitsalltags und verglichen die Struktur der Außenministerien. Und natürlich durfte auch die beliebteste chinesische Entspannungsmethode nach einem langen Arbeitstag nicht fehlen: das gemeinsame Karaoke-Singen.

Nach einer intensiven, anstrengenden und lehrreichen Woche kamen wir Attaché(e)s mit vielen neuen Eindrücken, Erkenntnissen und Gesprächsstoff zurück nach Tegel. Und wer weiß? Vielleicht hat die Reise bei einigen für einen neuen Wunschposten gesorgt…

Blogbeitrag von Regina Rutenberg und Tjalke Weber

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