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Spaß für Simon in der grauen Zeit: der RK-Block

13.12.2016 - Artikel

Der heutige Blogbeitrag stammt von Simon, dem Kater in der Akademie Auswärtiger Dienst. Warum ihm der Herbst auf dem Reiherwerder manchmal doch Spaß bereitet? Simon erzählt es uns.

Mein Name ist Simon. Nur: Simon. Englische Aussprache, bitte. Und ich bin hier der Hausherr. Naja – zumindest wenn der Minister gerade nicht da ist. Der Reiherwerder ist ein echter Spielplatz für mich, egal ob Frühling oder Sommer, Herbst oder Winter! Ob die Zweibeiner, die hier mit mir wohnen, das auch so sehen, weiß ich aber nicht genau…

Gestatten: Simon, Hauskater in der Akademie.
Gestatten: Simon, Hauskater in der Akademie.© AA

Eigentlich ist jetzt gerade eine tolle Zeit! Man hat morgens leise knirschende, frostige Grashalme unter den Pfoten, man kann wunderbar mit dem Laub rascheln, oder in der Dämmerung unvorsichtige Vögel jagen… Draußen schlafen geht nicht mehr, dafür ist es jetzt schon zu kalt. Da suche ich mir lieber ein gemütliches Anwärterzimmer. Dort gibt es ein großes Bett und manchmal sogar Leckerlis.

Warum spielt keiner mehr mit mir?

Aber auf der anderen Seite ist jetzt gerade auch eine blöde Zeit: Keiner spielt mehr mit mir! Die Zweibeiner sitzen den ganzen Tag in den großen ungemütlichen Zimmern - ohne Bett, dafür mit so einer weißen flimmernden Fläche an der Wand. Sie verschwinden fast hinter riesigen Bücher- und Papierstapeln. Ich habe mich nach Unterrichtsschluss mal reingeschlichen und bin über die Tische spaziert. Die schreiben ganze Blöcke voll mit Wörtern wie "Remonstrationsverfahren", "Apostillen", "Geschäftsfähigkeit", "Staatsangehörigkeitsnachweis", "Auslandskostengesetz", und dann machen sie lauter Fragezeichen daneben!

Kaufen, mieten, pachten: Zivilrecht

Riesige Papier- und Bücherstapel bestimmen das Bild.
Riesige Papier- und Bücherstapel bestimmen das Bild.© AA

Sie tagsüber durch das Fenster zu beobachten ist hingegen lustig: lauter gerunzelte Stirnen, kritzelnde Stifte, klappernde Tastaturen und unendlich viele bunte Klebezettel. Manchmal sind plötzlich ganz viele Arme in die Luft gestreckt, manchmal gibt es auch heftige Diskussionen. Aber scheinbar ist es auch nicht immer nur bitterer Ernst, ab und zu lockert großes Gelächter die langen Tage auf. Neulich haben die so laut gelacht, dass ich vor Schreck von meinem Beobachtungsposten gefallen bin – sie wollten im Zivilrecht alles mögliche verkaufen, vermieten und verpachten, von schicken Halsketten bis hin zu einem Schaf. Na, Schafe lassen ja alles über sich ergehen. Hauptsache, die Zweibeiner machen so was nicht mit mir!

Die Zweibeiner, die vorne stehen und am meisten reden, wechseln des Öfteren. Sie fuchteln heftig mit den Armen, blättern in dicken Wälzern, manchmal habe ich sogar den Eindruck, sie bedrohen die Sitzenden – aber wahrscheinlich ist das nur der Eifer des Gefechts. Wenn es was zu lachen gibt, lachen sie meistens auch mit. Sie scheinen also doch nicht ganz so schlimm zu sein.

Scheint anstrengend zu sein, was die da tun

Wenn die Türen von den großen Zimmern nach draußen aufgehen, kommt immer ganz dicke Luft raus. Es scheint sehr anstrengend zu sein, was die da drin machen. Sie sollten einfach mal mich fragen – ich hab schon so viele Crews bei ihrem Kurs zum Rechts- und Konsularwesen (RK) beobachtet, ich kenn mich da aus!

(Katze)
(Katze)

Aber solange von denen keiner auf die Idee kommt, mich zu fragen, oder auch nur mit mir zu spielen, geh ich eben mit den Bewerbern kuscheln. Die sind gerade hier für ihr mündliches Auswahlverfahren und dankbar für ein bisschen gute Gesellschaft!

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