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Papst, Pantheon, Palazzi

24.04.2017 - Artikel

Was sind die feinen Unterschiede zwischen dem Papst, dem Heiligen Stuhl und dem Vatikan? Bei einem Besuch in Rom lernten wir mehr.

Was sind die feinen Unterschiede zwischen dem Papst, dem Heiligen Stuhl und dem Vatikan? Wie sieht das letzte Stück des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Rom aus? Wie kommt man durch die Hintertür in den Petersdom? Wo liegt Elefant Hanno begraben? Von welcher Dachterrasse aus hat man den schönsten Ausblick über die Stadt?

Vize-Außenminister des Heiligen Stuhls, S.E. Monsignore Antoine Camilleri und Christian Heldt, Gesandter der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, mit einem Teil der 72. Crew in Rom.
Vize-Außenminister des Heiligen Stuhls, S.E. Monsignore Antoine Camilleri und Christian Heldt, Gesandter der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, mit einem Teil der 72. Crew in Rom.© AA

Um diese und viele weitere Fragen zu klären, machte sich eine Gruppe von 20 Attaché/es auf eigene Initiative auf, um den Vatikan zu besuchen. Durch streikende Flughäfen in Berlin und streikende Taxifahrer in Rom war die Anreise etwas mühsam, aber das Programm vor Ort ließ diese Mühe vergessen.

Die Neugier war groß: der Papst taucht als Einzelakteur immer wieder in den Medien auf, wenn er sich zu Themen und Konfliktfeldern von internationaler Bedeutung äußert, aber über die dahinterstehende päpstliche Diplomatie und ihr Handeln innerhalb des internationalen Systems wussten die Attaché/es bisher wenig. Nun hatten sie zum ersten Mal die Gelegenheit, mit hochrangigen Vertretern der Kurie Gespräche über die Schwerpunkte und die Ausrichtung der päpstlichen Diplomatie zu führen. Wichtigste Erkenntnisse daraus: der Heilige Stuhl hat mit den kirchlichen Strukturen ein sehr großes Netzwerk auch in eher unzugänglichen Weltgegenden, und er ist in der internationalen Zusammenarbeit ein wichtiger und respektierter Akteur.

Besuch in der Päpstlichen Diplomatenakademie

Blick über den Petersplatz.
Blick über den Petersplatz.© AA

Höhepunkte des Besuchs waren das Gespräch mit dem Vize-Außenminister des Heiligen Stuhls, S.E. Monsignore Camilleri, im Apostolischen Palast und der Besuch in der Päpstlichen Diplomatenakademie. Dort fand auch ein Zusammentreffen mit den aktuellen Ausbildungsjahrgängen der künftigen Nuntiaturräte statt. Deren Ausbildungsinhalte und auch spätere Tätigkeiten unterscheiden sich so sehr von denen der deutschen Jungdiplomaten, dass die Gespräche äußerst lebhaft waren. Da war sogar der Ausblick von der (schönsten) Dachterrasse des Akademiegebäudes nur Nebensache.

Viele weitere Einblicke erhielten die Reisenden durch Besuche im Vatikanstaat, beim Campo Santo Teutonico, bei der Gemeinschaft Sant’Egidio, bei der Santa Maria dell’Anima, auf dem Kapitol (dessen Palazzo Caffarelli heute wohl nur noch wenige als Sitz der ehemaligen Preußischen Gesandtschaft beim Heiligen Stuhl kennen)… Die Gastgeber der verschiedenen Institutionen und die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Botschaft vor Ort lieferten zahlreiche historische und aktuelle Mosaiksteine, die sich am Ende zu einem großen bunten Bild zusammensetzten.

Dieses Bild wird die Attaché/es auch begleiten, wenn sie künftig irgendwo in der Welt auf ihrem Posten sind und dort mit den päpstlichen Nuntiaturen vor Ort zu tun haben. Sie werden sich gerne an den Besuch beim Heiligen Stuhl erinnern, und – wer weiß? Vielleicht trifft man sogar die Kollegen wieder, mit denen man sich auf der Dachterrasse ausgetauscht hat…

Blogbeitrag von Regina Rutenberg

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