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Neues in der Selbstverständlichkeit

12.06.2017 - Artikel

Eine gemeinsame Woche mit den französischen Neudiplomatinnen und -diplomaten ist seit acht Jahren fester Bestandteil der Attachéausbildung. Bei aller deutsch-französischen Selbstverständlichkeit war unser Aufenthalt ein Austausch in besonderen Zeiten.

Familienfoto in Paris: deutsche und französische Jungdiplomatinnen und -diplomaten.
Familienfoto in Paris: deutsche und französische Jungdiplomatinnen und -diplomaten.© Quai d'Orsay

Drei Wochen nach unserem Ausbildungsbeginn begeben wir uns auf "Antrittsbesuch" nach Paris. Die gemeinsame Woche mit den französischen Neudiplomatinnen und -diplomaten ist seit acht Jahren ein fester Bestandteil der Attachéausbildung. Bei aller deutsch-französischen Selbstverständlichkeit ist dies ein Austausch in besonderen Zeiten.

Deutsch-französische Freundschaft: zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit

Die Stichwahl zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen liegt nur wenige Tage zurück. So ist die zukünftige Gestaltung Europas zentrales Thema unserer Diskussionen mit der französischen Europaministerin, dem Quai d'Orsay und der deutschen Botschaft – vor allem aber natürlich mit den französischen Neudiplomatinnen und -diplomaten, unseren "homologues". Wollen und können wir zu einer Verteidigungsunion voranschreiten? Soll es ein Euro-Budget geben und falls ja, in welcher Form? Hat die Idee der Nation einen Platz in einem vereinten Europa?

Eine gemeinsame Woche mit den Partnern in Paris ist seit acht Jahren fester Bestandteil der Attacheausbildung.
Eine gemeinsame Woche mit den Partnern in Paris ist seit acht Jahren fester Bestandteil der Attacheausbildung.© colourbox

Ein roter Faden, der sich durch alle unsere Gespräche zieht, ist jedoch auch, dass die deutsch-französische Freundschaft nicht nur bei den großen und kleinen Politikfragen in Paris, Berlin und Brüssel eine Rolle spielt. Überall auf der Welt wird die enge Zusammenarbeit ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit sein – ob gemeinsame Demarchen in Katar, ein geteiltes Botschaftsgebäude in Dhaka oder auch eine deutsch-französische Nacht der Philosophie in Buenos Aires. Umso wichtiger, dass wir schon jetzt enge Bande mit unseren französischen Kolleginnen und Kollegen knüpfen.

Intensiver Austausch und gemeinsames Programm

Genauso vielfältig wie die deutsch-französische Zusammenarbeit ist auch unser Programm. So treffen wir Verantwortliche Deutschlands und Frankreichs aus den Bereichen Militär und Kultur. Mit Think Tanks diskutieren wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Beziehungen zu Russland und Afrika. Das Deutschlandzentrum und das Deutsche Historische Institut Paris verdeutlichen uns die Wichtigkeit, Interesse an der deutsch-französischen Partnerschaft jenseits von politischen Fragen an die breite Gesellschaft zu vermitteln.

Besonders interessant ist auch die Gruppenarbeit mit unseren "homologues" über eine breite Palette von Themen politischer und praktischer Natur – von der Zukunft deutsch-französischer Beziehungen bis zur elektronischen Akte in der Behörde. Hier merken wir schnell: wir teilen zwar Werte und Interessen, aber es gibt durchaus Unterschiede bei der Schwerpunktsetzung und der analytischen Herangehensweise. Auch dessen müssen wir uns bei der künftigen Zusammenarbeit bewusst sein, um gemeinsam die bestmöglichen Lösungen zu finden.

Und wer gewinnt beim Fußballspiel?

Vor allem aber ist die Woche geprägt vom persönlichen Kennenlernen. Unsere "homologues" bieten uns das volle Programm – vom traditionellen Fußballspiel (das Ergebnis wird an dieser Stelle aus diplomatischen Gründen verschwiegen) über das Pariser Nachtleben bis zum Boule-Spiel bei sommerlichen Temperaturen.

Schon eine Woche nach unserem Paris-Besuch werden wir unsere französischen Kolleginnen und Kollegen in Brüssel wiedersehen. Und im Herbst werden wir unsere neuen Freundinnen und Freunde in Berlin willkommen heißen – diesmal privat ganz ohne offizielles Programm.

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