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Nach Wien fahren und die Welt sehen

25.04.2018 - Artikel

Lehrbesichtigungsfahrt der 72. Crew nach Wien und Bratislava 

Wien liegt östlich von Berlin. Die zentraleuropäische Metropole schaut daher traditionell nicht nur zu seinen deutschsprachigen Nachbarn in Bern oder Berlin, sondern auch nach Bratislava, Budapest und Belgrad. Das fällt schon bei der Landung in Wien auf: Auf dem Rollfeld reihen sich Flugzeuge aus Serbien, Montenegro und Slowenien aneinander. Wien ist das pulsierende Drehkreuz zwischen West und Ost in Europa. "Der Balkan beginnt am Rennweg", pflegen die Wiener zu sagen – und der Rennweg ist eine Ausfallstraße aus Wien, die in Richtung Südosten führt.

Empfang der Gruppe im Österreichischen Ministerium für Europa, Integration und Äußeres.
Empfang der Gruppe im Österreichischen Ministerium für Europa, Integration und Äußeres.© BMEIA

Es ist also nicht nur die Pflege der deutsch-österreichischen Beziehungen, die die Hälfte der 72. Crew im Februar 2018 nach Wien führt. In Wien hat die Bundesrepublik gleich drei Vertretungen: Natürlich gibt es eine klassische, bilaterale Botschaft, wie in vielen Staaten der Welt. Hinzu kommt die Ständige Vertretung beim Wiener Sitz der UNO – dort wird zum Beispiel die Einhaltung des Atom-Abkommens mit dem Iran überwacht. Darüber hinaus hat Deutschland eine ständige Vertretung bei der OSZE – jener Organisation, die seit 2014 mit einer großen Beobachtermission in der Ukraine präsent ist. Als Gäste können wir die Sitzung des Ständigen Rates verfolgen, wo unter anderem der US-amerikanische und der russische Botschafter ihre Sicht auf den Konflikt in der Ukraine präsentieren.

Im österreichischen Außenministerium werden wir herzlich empfangen und erhalten vertiefte Einblicke in die außenpolitischen Schwerpunkte unserer Nachbarn. Neben der Funktionsweise ihres Auswärtigen Dienstes stellen uns die Kolleginnen und Kollegen vor allem die Prioritäten für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft vor, die im Juli 2018 beginnt. Am Abend sind wir mit jungen Kolleginnen und Kollegen, die seit kurzem im Ministerium arbeiten, noch auf einen "Gspritzten" und eine "Brettljause" verabredet.

Die politischen Gespräche, die wir in Wien führen können, sind vielseitig und hochinteressant. In den kurzen Pausen zwischen den Terminen begleitet uns eine strahlende Wintersonne durch die Stadt. Und selbstverständlich sind wir schon nach dem ersten Tag in Wien hingerissen vom Charme der barocken Fassaden, den tellerfüllenden Kalbsschnitzeln  und der gigantischen Eislauffläche direkt vor dem Wiener Rathaus.

Morgendliches Briefing in der Residenz des deutschen Botschafters in Bratislava.
Morgendliches Briefing in der Residenz des deutschen Botschafters in Bratislava.© AA

Weiterhin auf dem Programm steht ein Tagesausflug in die Slowakei, wo wir im dortigen Außenministerium, in der deutsch-slowakischen Handelskammer und im Goethe Institut empfangen werden. Bei nur 47 Kilometern Luftlinie trennt die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava kaum eine Stunde Zugfahrt. Beide sind mittlerweile zu einer Metropolregion verschmolzen, zahlreiche Pendler und ständiger kultureller Austausch inklusive. Inspiriert von einer Woche voller neuer Eindrücke und wertvollen Kontakten kehren wir nach Berlin zurück – natürlich nicht ohne eine Vorratsration Mozartkugeln für die andere Hälfte der Crew.