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Das mündliche Auswahlverfahren: Die 75. Crew teilt ihre Tipps für einen erfolgreichen Auswahltag

Studierende auf dem Campusgelände

Studierende auf dem Campusgelände, © AA

30.11.2020 - Artikel

Ab Ende November stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber für die 76. Crew der letzten Hürde im langen und mehrstufigen Auswahlverfahren. Die 75. Crew blickt auf diesen aufregenden Tag zurück und teilt mit Euch ihre Erfahrungen und Tipps.

Gleich zu Beginn ein oft wiederholter, und doch wahrscheinlich der wichtigste Ratschlag für den Auswahltag: Bleibt authentisch! Während es im schriftlichen Auswahlverfahren darum ging, Euer fachliches Wissen zu prüfen, möchte Euch der Auswahlausschuss als Menschen und potentielle Kolleginnen und Kollegen kennenlernen. Letztlich geht es um die Frage, ob Ihr zum „Lebensmodell“ Auswärtiger Dienst passt – und der Auswärtige Dienst zu Euch. Lernt keine vermeintlichen „Standardantworten“ auf Motivationsfragen auswendig, sondern traut Euch, Eure eigenen Ideen und Perspektiven einzubringen!

Macht Euch daher Gedanken zum Berufsbild des Auswärtigen Dienstes und klärt mit Euch selbst und Eurem privaten Umfeld noch einmal gründlich Eure Motivation. Simulationsaufgaben und verschiedene situative Fragen kann man mit Freunden und Familie (oder kritischen Dritten) üben. Überhaupt hilft das Verbalisieren von Denkvorgängen, denn im Mündlichen geht es auch um Eure Fähigkeit, strukturiert kommunizieren zu können. 

Darüber hinaus hilft ein guter Überblick über das Weltgeschehen und aktuelle deutsche außenpolitische Positionen. Wenn Ihr regelmäßig die politische Großwetterlage im Auge behaltet – also auch jenseits Eures regionalen Schwerpunktes – werdet Ihr gut vorbereitet sein. Das morgendliche DLF-Hören, Magazine, Podcasts oder Newsletter einschlägiger Stiftungen und Think Tanks können Euch helfen, verschiedene Konflikte und Problemlagen besser einordnen zu können. 

Die Atmosphäre während des Auswahltages ist professionell und außerordentlich positiv. Man wird vom gesamten Personal der Akademie und vom Auswahlausschuss sehr freundlich empfangen und durch den Tag geführt. Hilfreich für die Stimmung unter uns Kandidatinnen und Kandidaten fanden wir den Hinweis, dass wir an diesem Tag nicht miteinander konkurrieren. Es gibt pro Tag keine Quote. Alle werden gleichermaßen am Anforderungsprofil für den höheren Auswärtigen Dienst gemessen.

Der Tag ist aufregend und anstrengend zugleich. Es gilt also, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich mehrmals von neuem wieder voll zu konzentrieren, mitzubringen. Auf keinen Fall sollte man verzweifeln, wenn man das Gefühl hat, eine Teilaufgabe nicht besonders gut gemeistert oder gar in den Sand gesetzt zu haben - es zählt der Gesamteindruck, und zu diesem gehört auch ein professioneller Umgang mit Fehlern!

Vor Euch werden ca. 10 Personen sitzen, welche gemeinsam die Auswahlkommission bilden und einen jeweils unterschiedlichen persönlichen Hintergrund haben. Das bedeutet, dass unterschiedliche Laufbahnen des Auswärtigen Dienstes repräsentiert sind, die Akademieleitung vertreten ist und auch eine Psychologin oder ein Psychologe sowie weitere Personen (z. B. unsere Gleichstellungsbeauftragte oder die Vertrauensperson für Menschen mit Behinderung) anwesend sind. Lasst Euch von den vielen Personen, die vor Euch sitzen, nicht aus der Ruhe bringen! Das Setting ist gemäß den Vorschriften für Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst gewählt und dient dazu, sich ein möglichst objektives Bild aller Bewerberinnen und Bewerber zu verschaffen. 

Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Auswahltage dieses Jahr an zwei Orten statt: Auf dem Gelände der Akademie Auswärtiger Dienst und im Empfangsgebäude für Staatsgäste auf dem ehemaligen Flughafen Tegel. Letzterer ist sicherlich dieses Jahr der spannendere Ort, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit dem Auto gut zu erreichen. Die Pausen lassen sich gut durch Gespräche mit den anderen Bewerberinnen und Bewerbern auflockern - vielleicht sind diese Gespräche ja sogar der Beginn späterer Crew-Freundschaften. Vielleicht nutzt Ihr die Pausen auch für einen Spaziergang über den ehemaligen Runway und saugt so etwas Tegeler Nostalgie auf!

Der zweite Prüfungsort, das Akademie-Gelände in Tegel, strahlt mit seiner idyllischen Lage am Tegeler See eine angenehme und für die Herausforderungen des Tages förderliche Ruhe aus. Die Anfahrtsbeschreibung inklusive Rufnummer des Shuttles, das Euch von der Bushaltestelle Heiligenseestr./Ruppiner Chaussee abholt und bis zur Eingangspforte der Akademie befördert, findet Ihr hier:

Wegbeschreibung zur Avenue Jean Mermoz PDF / 26 KB

Sofern es nicht in Strömen regnet, kann man auch hier durch Spaziergänge zwischendurch den Kopf frei bekommen. 

Da aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen vor den Einzelgesprächen regelmäßig stoßgelüftet wird, kann es etwas kühl im Raum sein. Nehmt Euch daher unbedingt warme Kleidung für die zum Teil längeren Pausen mit. Achtet auch auf jeden Fall darauf, dass Ihr Euch in Kleidung (Dresscode: Business Attire, also z.B. Blazer/Anzug/Kostüm) und Schuhen wohlfühlt. Zieht am besten nichts neu Gekauftes an, sodass Ihr frei vom Risiko seid, dass Stoffe kratzen oder Schuhe drücken. 

Abschließend raten wir Euch ganz einfach, den Auswahltag trotz allen Stresses und aller Erwartungen auch zu genießen! Ihr trefft spannende Mitstreiterinnen und Mitstreiter, könnt vieles lernen und Euch einen halben Tag lang an Aufgaben aus dem diplomatischen Alltag versuchen.

Wir wünschen allen Bewerberinnen und Bewerbern viel Erfolg!

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