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Zu Besuch in der Ewigen Stadt

Gruppenfoto auf einer Treppe

Der Gesandte beim Heiligen Stuhl, Herr Haller, mit den Attachés im Quirinalspalast, © AA

18.02.2019 - Artikel

Welchen Platz hat heute die päpstliche Diplomatie? Welche Rolle spielen dabei Nuntiaturen und wie werden die päpstlichen Diplomaten auf ihren Dienst vorbereitet? Wie ist es um die Personalpolitik des italienischen Auswärtigen Diensts bestellt? Und wo gibt es in Rom die besten spaghetti cacio e pepe?

Mit diesen und vielen anderen Fragen im Kopf begaben sich Anfang Februar rund 40 Attachés auf eigene Initiative für ein Wochenende nach Rom. Dort erwartete sie dank der Unterstützung der deutschen Botschaften beim Heiligen Stuhl und bei der Republik Italien ein spannendes Programm.

Nach einem Briefing durch die Gesandten folgte gleich ein erster Höhepunkt mit dem Besuch in der päpstlichen Diplomatenakademie unmittelbar neben dem Pantheon. Neben dem Akademieleiter Erzbischof Gloder trafen die Attachés dort auch die päpstlichen Diplomatenanwärter, die aus allen Ecken der Welt stammen und von den lokalen Bischöfen ausgewählt werden - eine Eigenbewerbung ist ausgeschlossen. An der Akademie werden sie vier Jahren lang unter anderem in Kirchenrecht, Kirchengeschichte und internationalen Beziehungen intensiv auf den Dienst in den Nuntiaturen vorbereiten. In den Sälen der Diplomatenakademie und auf der malerischen Dachterrasse entspannen sich angeregte Gespräche, die trotz Prüfungsphase der päpstlichen Diplomatenanwärter bis zum Ruf zur Abendmesse anhielten.

Eine Gesprächsrunde um einen großen Tisch, im Hintergrund eine Bücherwand
Gespräch der Attachés mit Erzbischof Gallagher, Außenminister des Heiligen Stuhls, im Apostolischen Palast© AA

Am Folgetag besuchten die Attachés den Sitz des Staatssekretariats im Apostolischen Palast und wurden dort vom Außenminister des Heiligen Stuhls Erzbischof Gallagher empfangen, der in der Diskussion unterstrich, wie wichtig für den Heiligen Stuhl die Zusammenarbeit mit Deutschland auf einer Vielzahl von Gebieten ist: vom Schutz von Flüchtlingen und Migranten über die Schulbildung für Mädchen bis zum Umweltschutz.

Eine Führung und Diskussionsrunde in der Magistralvilla des Souveränen Malteserordens auf dem Aventin gab den Attachés einen tiefen Einblick in das jahrhundertealte Völkerrechtssubjekt. Vor über 900 Jahren als Ritterorden mit besonderem Augenmerk auf arme und kranke Pilger gegründet, betreibt der Orden heute Werke für Kranke und Bedürftige in über 100 Ländern. Insbesondere im humanitären Bereich arbeitet er eng mit der Bundesregierung zusammen und unterhält mit Deutschland seit dem vergangenen Jahr auch diplomatische Beziehungen.

Schließlich fand auch eine Begegnung mit italienischen Diplomatenanwärtern statt. Nach einer Besichtigung des erst kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Präsidentenpalasts auf dem Quirinal fand sich Gelegenheit zu einem ausgedehnten Austausch zu außenpolitischen, personaltechnischen und auch kulinarischen Fragen, der sich für manche bis tief in die Nacht zog.

Als sich am Sonntag nach zuvor hartnäckigem Regen erstmals auch die römische Sonne zeigte, war die Begeisterung komplett und die Attachés traten beseelt von den vielen Eindrücken der Ewigen Stadt und den Begegnungen den Rückflug nach Berlin an.

Von Philipp Ritter

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