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Ruhe bewahren - Tipps für das schriftliche Auswahlverfahren

Ruhe bewahren - Tipps für das schriftliche Auswahlverfahren

Ruhe bewahren - Tipps für das schriftliche Auswahlverfahren, © AA

01.09.2020 - Artikel

Ein Jahr ist es her: Nervöse Blicke weit und breit. Hastig werden die letzten Taschen in die Ecke gestellt. Unser schriftliches Auswahlverfahren für den höheren Auswärtigen Dienst stand an. Hier sind unsere Tipps für das aktuelle Auswahlverfahren.

Bald steht der schriftliche Test für die 76. Crew an. Wir haben ein paar Tipps gesammelt, damit ihr gut durch den Tag kommt. Tipp 1: Schlafmangel kann sich am Prüftag rächen, also lohnt es sich, tags zuvor zeitig ins Bett zu gehen.

Außerdem wichtig: Einen Rucksack mit Nervennahrung und Wasser mitnehmen sowie bequeme Kleidung tragen. Niemand beurteilt die Bewerberinnen und Bewerber beim Schriftlichen nach dem Vorhandensein eines Anzugs. Tipps zu den verschiedenen Einzelteilen sind darüber hinaus schwer zu verallgemeinern, da Lerntypen ebenso verschieden sind wie die Vorerfahrung der Kandidatinnen und Kandidaten, die sich dem Verfahren stellen. Herangehensweisen sind individuell, und man sollte sowohl in der Vorbereitung als auch am Tag selbst vor allem die Ruhe bewahren. 

Der Tag startet mit der politischen Analyse. Der oft wiederholte Tipp der täglichen Zeitungslektüre ist nicht zu unterschätzen: Wer regelmäßig die politische Großwetterlage und deutsche Positionen dazu verfolgt, ist gut vorbereitet für diesen Teil. Hier könnte sich auszahlen, selbst einmal konkrete Fragestellungen zu aktuellen Themen und entsprechende Antwortstrategien zu entwickeln. Das Schreiben eines konzisen Aufsatzes auf Zeit – ohne sich in Detailwissen zu verlieren – kann vorher auch geübt werden. 

Für die sich anschließenden Sprachprüfungen helfen vor allem klassische Grammatiktabellen und die Lektüre fremdsprachiger Nachrichten. Die Sprachprüfungen sind (in den meisten Sprachen) ähnlich aufgebaut wie die Beispieltests auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.  

Der wahrscheinlich wichtigste Teil des schriftlichen Auswahlverfahren aber steht dann nach dem Mittagessen an: Der über dreistündige „psychologische Eignungstest“. Da hier auch Schnelligkeit und Verarbeitungskapazität geprüft wird, ist davon abzuraten, in der Mittagspause zum allzu deftigsten Menu zu greifen. Zur Vorbereitung lohnt das Einüben von Lösungswegen bei Matheaufgaben, die viele von uns seit der Schulzeit nicht mehr im Kopf gerechnet haben. Auch hier werden keine wilden Algorithmen erwartet, aber es hilft, nochmal Dreisatz und Prozentrechnung zu wiederholen! Auch eine gewisse Schnelligkeit bei den „Buchstabenreihen“ und den Zahlenmatrizen kann man sich antrainieren. Hier heißt es, die richtige Balance aus Sorgfalt und Schnelligkeit an den Tag zu legen. In diesem Teil ist Ausdauer gefragt. Und eine Dosis Frustrationstoleranz, wenn die Zeit für einen Aufgabenteil mal wieder im Nu verflogen zu sein scheint.  

Am Ende des Tages stehen die Wissenstest mit Fragen zu Geschichte, Recht, Wirtschaft und Allgemeinwissen an. Mediale Besprechungen erwecken häufig den Eindruck, es richte sich an Menschen mit einem durch und durch bürgerlichen „Bildungskanon“. Das Klischee ist überholt – in dem Test wurden wir weniger zu Mozart, dafür ein wenig über deutschen Hiphop gefragt. Ansonsten gibt es allgemeine „Erfolgsrezepte“ kaum, da viel von den eigenen Vorkenntnissen abhängt. Der Blick in eines der Vorbereitungsbücher kann sicherlich nicht schaden. Außerdem stehen auf den Seiten des Auswärtigen Amts Beispielfragen aus vorherigen Jahren bereit. Aber es muss niemand in der Freizeit noch zusätzlich Europarecht studieren, um die Fragen hierzu erfolgreich beantworten zu können (sorry, liebe Jura-Crewkolleginnen und -kollegen).  Außerdem lässt sich ein schlechteres Abschneiden in einem Wissensgebiet mit Punkten aus einem anderen ausgleichen, denn niemand muss alles wissen.

Wir wünschen allen Kandidatinnen und Kandidaten viel Glück und Erfolg beim anstehenden diesjährigen Auswahlverfahren!

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