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Ist das noch Punkrock?

15.08.2014 - Artikel

„Im Amt sieht man sich immer zweimal“ ist ein geflügeltes Wort im Auswärtigen Amt. Auch Jochen Neumeyer, Attaché aus der 69. Crew und erst wenige Monate im Auswärtigen Amt, erzählt von einer unerwarteten Begegnung mit einem bekannten Gesicht - ausgerechnet im Europarechtsseminar in der Akademie am Tegeler See.

„Im Amt sieht man sich immer zweimal“ ist ein geflügeltes Wort unter vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Auswärtigen Amts. Die Rotation und der häufige Wechsel von Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt bringt auch ein Sich-Wieder-Begegnen mit sich. Auch Jochen Neumeyer, Attaché aus der 69. Crew und erst wenige Monate im Auswärtigen Amt, erzählt von einer unerwarteten Begegnung mit einem bekannten Gesicht - ausgerechnet im Europarechtsseminar in der Akademie am Tegeler See.

Vorlesung im Europarecht
Vorlesung im Europarecht© AA

Man sieht sich immer zweimal. Wenn man älter wird, auch öfter. Es muss so 1999 gewesen sein, meine Examensvorbereitung an der Humboldt-Universität. Den Besuch von Lehrveranstaltungen reduzierte ich auf das Minimum. Aber in einer AG war ich wirklich gern: Dort erklärten zwei junge Assistenten das Europarecht. Es wurde geduzt und ohne Vorwarnung aufgerufen: „Ihr braucht Euch nicht zu melden, das erledigen wir schon“. Beides eher untypisch für Jura-Veranstaltungen.

Einige Jahre später traf ich einen der beiden Assistenten in Karlsruhe beim Bundesverfassungsgericht. Er war inzwischen Professor, ich berichtete als Journalist. Und hatte fortan einen Experten mehr auf meiner Liste: Wenn es ein europarechtliches Problem gab, war Franz Mayer ein kundiger Ansprechpartner, der die Dinge so erklären konnte, dass auch Zeitungsleser sie gut verstehen.

Prof. Franz Mayer
Prof. Franz Mayer© AA

Franz Mayer ist noch immer Professor. Mittlerweile einer der Stars seines Fachs. Ich bin jetzt Attaché. Ganz am Anfang einer neuen Laufbahn. Und wieder eine Begegnung: EU-Seminar, Franz Mayer erklärt uns die Grundlagen des Europarechts. Ein breiter Spagat: Von Jura bis Architektur haben wir alles Mögliche studiert, manche kommen frisch aus Brüssel, andere waren noch nie dort. Kann man eine Veranstaltung machen, die für alle interessant ist? Franz Mayer ist das gelungen. Das ist keine Überraschung, wenn man ihn damals an der Uni erlebt hat. Und noch etwas hat sich nicht geändert: Auf Etikette gibt er nicht viel. Er trägt schwarzes T-Shirt und Kapuzenpulli, und noch immer hat er einen kleinen Zopf, so seitlich, an der Stirn.

Wahrscheinlich ist er der einzige im Raum, der direkt nach der Vorlesung in eine Punk-Kneipe gehen könnte, ohne unangenehm aufzufallen. Wir müssten uns erstmal umziehen.

Von Jochen Neumeyer

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