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Wasser und gutnachbarschaftliche Beziehungen in Zentralasien

07.09.2015 - Artikel

Hochrangige Vertreter aus Zentralasien haben sich am 7. und 8. September auf Einladung des Auswärtigen Amts in Berlin getroffen. Es ging um ein besonders kostbares Gut in der Region: Wasser.

Hochrangige Regierungsvertreter aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan haben sich am 7. und 8. September auf Einladung des Auswärtigen Amts in Berlin getroffen. Die Konferenz "Wasser und gutnachbarschaftliche Beziehungen in Zentralasien" war Teil des sogenannten Berliner Prozesses, in dessen Rahmen sich Deutschland seit 2008 für die regionale Kooperation in Wasserfragen in Zentralasien engagiert.

Wasser - in Zentralasien besonders kostbar

Gernot Erler (m.) empfängt hochrangige Vertreter zentralasiatischer Staaten in Berlin
Gernot Erler (m.) empfängt hochrangige Vertreter zentralasiatischer Staaten in Berlin© Photothek / Gottschalk

Trinkbares Wasser ist weltweit ein kostbares Gut - das gilt insbesondere für die Staaten Zentralasiens. Zwar ist Wasser insgesamt in der Region (noch) nicht knapp, allerdings ist es ungleich verteilt und intensiv genutzt. So sind etwa die Flüsse, vor allem die beiden großen Ströme Amu Darja und Syr Darja, Grundlage für Trinkwasserversorgung, Bewässerung in der Landwirtschaft und Stromerzeugung zugleich. Mit der Unabhängigkeit Kasachstans, Kirgisistans, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans Anfang der 1990er Jahre wurden viele Flüsse zu internationalen Gewässern und die jungen Staaten standen vor der Aufgabe, grenzüberschreitende Mechanismen für eine ausgeglichene Wasserverteilung und -nutzung zu entwickeln.

Langfristig angelegte Wasserinitiative Zentralasien

Gernot Erler eröffnete die Konferenz am 7.9. im Auswärtigen Amt
Gernot Erler eröffnete die Konferenz am 7.9. im Auswärtigen Amt© Photothek / Gottschalk

Deutschland verfügt über besonderes Know-how im Bereich Wassermanagement und über sehr gute Beziehungen in der Region. Beides ist in die Wasserinitiative Zentralasien eingeflossen, mit der 2008 der sogenannte "Berliner Prozess" gestartet wurde. Dabei geht es um regionale Kooperation in Wasserfragen und nachhaltiges Wassermanagement. In Phase I (2008-11) ging es primär um die Verwaltung grenzüberschreitender Flüsse. In Phase II (2012-14) wurden Lösungsansätze entwickelt, um den wachsenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung in Zentralasien zu begegnen. Die Konferenz "Wasser und gutnachbarschaftliche Beziehungen in Zentralasien" am 7. und 8. September 2015 markiert den Beginn der Phase III (2015-17). Dabei sollen regionale Institutionen, vor allem der Internationale Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS), nachhaltig gestärkt werden. Ziel ist es, eine selbstständig geführte Wasserkooperation zwischen den zentralasiatischen Staaten zu institutionalisieren.

Hochrangige Vertreter zu Gast im Auswärtigen Amt

Bei der Konferenz diskutierten hochrangige Vertreter der fünf zentralasiatischen Länder im Auswärtigen Amt mit Repräsentanten der EU sowie deutscher und internationaler Organisationen (UN, OSZE, Weltbank, GIZ). Der Koordinator für die Zusammenarbeit mit Russland und Zentralasien Gernot Erler eröffnete die Konferenz am Nachmittag des 7. September in Berlin und verlas eine Rede im Namen von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Darin heißt es:

Die Wasserknappheit steigt. Klimawandel und Bevölkerungswachstum erhöhen den Druck auf die kostbare Ressource. Mangelhaftes Wassermanagement und unzureichender Umweltschutz verschärfen diese Entwicklungen. So wird Wasser zu einem strategischen, sicherheitspolitisch relevanten Gut. Wasserknappheit schadet nicht nur dem einzelnen Menschen ganz unmittelbar. Sie hemmt die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Das kann zu sozialen und politischen Spannungen führen, Frieden und Stabilität gefährden. Die Versorgung mit Wasser ist somit ein strategisches Zukunftsthema, eine fundamentale Herausforderung im 21. Jahrhundert. Und damit auch eine Aufgabe für eine vorausschauende Außenpolitik.

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