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Runder Tisch zu Flucht und Migration: Steinmeier empfängt Leiter internationaler Organisationen

12.07.2016 - Artikel

Fluchtursachen bekämpfen und flüchtenden Menschen in Not helfen: Wie kann die Weltgemeinschaft diese Herkulesaufgaben bewältigen?

Fluchtursachen bekämpfen, flüchtenden Menschen in Not helfen, Schlepperbanden das Handwerk legen, Schutzbedürftige integrieren und gegebenenfalls eine Rückkehr in die Heimatländer ermöglichen: Wie kann die Weltgemeinschaft diese Herkulesaufgaben bewältigen?

Steinmeier und die Vertreter der Flüchtlingsorganisationen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Steinmeier und die Vertreter der Flüchtlingsorganisationen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.© Trutschel/Photothek

Krieg, Hunger und Unterdrückung zwingen sie, ihre Heimat zurückzulassen: 65 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht. Eine Zahl die deutlich macht, dass die weltweiten Migrationsbewegungen eine Herausforderung von historischem Ausmaß bleiben werden.

„Angesichts der großen Aufgabe, die wir vor uns haben, dürfen wir uns keine Atempause gönnen“, sagte Außenminister Steinmeier. Zum zweiten Mal kamen auf seine Initiative die Leiter des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, der Internationalen Organisation für Migration IOM, der Weltbank, der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, der UN-Sonderbeauftragte für Migration, Peter Sutherland und der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Dimitris Avramopoulos in Berlin zusammen.

Deutschland finanziert neue Analyseplattform

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Herausforderung nur durch eine noch engere Zusammenarbeit und langfristige Planung bewältigt werden kann. „Wenn die Alarmglocke schrillt, ist es oft schon zu spät“, sagte Steinmeier. Deutschland wird darum eine neue Analyseplattform für globale Migration finanzieren, die in Zusammenarbeit mit der IOM in Berlin aufgebaut werden wird. Die neuen Analyseinstrumente werden umfassende Daten bereitstellen, die für die Steuerung von Migration und die Hilfe für geflüchtete Menschen dringend benötigt werden.

Steinmeier betonte die Notwendigkeit, eng mit Flüchtlingsorganisationen zusammenzuarbeiten.
Steinmeier betonte die Notwendigkeit, eng mit Flüchtlingsorganisationen zusammenzuarbeiten.© Trutschel/Photothek

Die Leiter der internationalen Organisationen fordern vor allem mehr echte Solidarität bei der Bewältigung von Migrationskrisen. „Es ist dringend Zeit für eine wirklich multilaterale Antwort. Nicht nur Deutschland, sondern alle Nationalstaaten müssen Verantwortung übernehmen“, sagte der UN Sonderbeauftragte Peter Sutherland. Die Grundwerte der Vereinten Nationen und der Europäischen Union verpflichteten alle Mitgliedsstaaten zur gemeinsamen Hilfe für Menschen in Not, so Sutherland.

„Dringend Zeit für multilaterale Antwort“

„Es handelt sich in Europa weniger um eine Flüchtlingskrise als um eine Krise der Solidarität“, sagte der Generaldirektor der IOM William Swing und appellierte an die historische Erinnerung in Europa: „Viele haben heutzutage leider vergessen, dass UNHCR und IOM damals in den fünfziger Jahren gegründet wurden, um geflohenen Europäern zu helfen.“

Zum Weiterlesen:

Flüchtlingskrise - das leistet die deutsche Außenpolitik

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