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UN-Flüchtlingskommissar Grandi dankt Deutschland für humanitäre Führungsrolle

17.02.2016 - Artikel

Beim Besuch des UNHCR-Leiters äußerte Außenminister Steinmeier die Hoffnung, dass demnächst weitere Hilfskonvois nach Syrien gebracht werden können.

Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin sprach der neue UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi Deutschland seinen Dank für die humanitäre Führungsrolle aus. Als fünftgrößter Geber des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) und insbesondere mit der Hilfe für Syrien und die Region leiste Deutschland einen wertvollen Beitrag. Außenminister Steinmeier äußerte die Hoffnung, dass demnächst weitere Hilfskonvois nach Syrien gebracht werden können.

Humanitäres Engagement in kritischen Zeiten

Filippo Grandi erzählte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, dass er gleich nach seinem Amtsantritt den Kontakt zu Außenminister Steinmeier gesucht habe. Denn Deutschland nehme angesichts von 60 Millionen Flüchtlingen weltweit mit seinem humanitären Engagemet eine herausragende Rolle ein. Der deutsche Beitrag von 140 Millionen Euro zum Budget des UNHCR gehöre zu den fünf größten der Welt - und für das Jahr 2016 ist ein weiterer Ausbau der Förderung vorgesehen.

Deutsche Hilfszusagen für Syrien und die Region
Deutsche Hilfszusagen für Syrien und die Region© Auswärtiges Amt

Hilfe vor Ort anstatt Flucht nach Europa

Diese Gelder, die insbesondere Menschen in Krisenregionen zugute kommen, tragen auch dazu bei, die weltweiten Flüchtlingsströme einzudämmen. Beispielhaft zeigt sich das am deutschen Engagement für Syrien und die Region. Auf einer Geberkonferenz am 4. Februar in London, die Deutschland mit ausgerichtet hatte, sagte die Bundesregierung 2,3 Milliarden Euro an Hilfen zu, um die Opfer des syrischen Bürgerkrieges in ihrer Herkunftsregion zu versorgen, auch damit möglichst vielen die gefährliche Flucht nach Europa erspart bleibt.

Deutschland hilft langfristig

Außenminister Steinmeier dankte seinem Gast stellvertretend für den Einsatz des UN-Hilfswerks: „Weil die Aufgaben so schwierig sind, müssen wir dankbar sein, dass Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so wertvolle Arbeit leisten - unter schwierigen Bedingungen, in Syrien, in den Nachbarländern und auf den Fluchtrouten.“ Deutschland als langfristig orientierter Geber wolle dabei nicht nur Geld, sondern auch Planungssicherheit bieten.

Bombardement von Kliniken und Schulen

Außenminister Steinmeier und UN-Flüchtlingskommissar Grandi bei der Pressekonferenz
Außenminister Steinmeier und UN-Flüchtlingskommissar Grandi bei der Pressekonferenz© Photothek / Trutschel

Mit Blick auf die aktuelle Lage in Syrien beklagte Steinmeier, dass mit dem jüngsten Bombardement von Klinken und Schulen ein neuer Tiefpunkt erreicht sei. Daher sei es nun umso wichtiger, die Vereinbarungen von München umzusetzen. Dazu gehöre auch, „jetzt in diesen Tagen zunächst zu einer Entschärfung und zu einer Reduzierung der Gewalt zu kommen und dann endlich einzumünden in ernsthafte Gespräche über einen Waffenstillstand“, sagte Steinmeier weiter.

Hilfskonvois unterwegs nach Syrien

Mit Blick auf den humanitären Zugang - ebenfalls Teil der Münchner Verpflichtung - gibt es erste positive Anzeichen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (14.2.) sei es gelungen, so Steinmeier, einen ersten Hilfskonvoi in die belagerte Stadt Duma in Syrien zu bringen. Und nach laufenden Gesprächen des UN-Sondergesandten De Mistura in Damaskus bestehe auch Hoffnung, dass noch weitere große Hilfskonvois mit über 100 LKWs zu der eingeschlossenen Zivilbevölkerung nach Syrien gelangen könnten.

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