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Flucht und Migration

Überfülltes Flüchtlingsboot vor der griechischen Insel Lesbos

Überfülltes Flüchtlingsboot vor der griechischen Insel Lesbos, © dpa/picture alliance

20.09.2021 - Artikel

Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Fragen von Flucht und Migration lassen sich nicht durch ein Land allein lösen, sondern erfordern eine gemeinsame Herangehensweise der internationalen Staatengemeinschaft.

Insgesamt gibt es derzeit mehr als 82 Millionen gewaltsam vertriebene Menschen, davon ca. 48 Millionen Binnenvertriebene – so viele wie noch nie. Die Hälfte von ihnen sind Kinder und Minderjährige, die besonderen Schutz benötigen. Hauptursachen für Flucht und Vertreibung sind gewaltsame Konflikte, massive Menschenrechtsverletzungen sowie erodierende staatliche Strukturen in Herkunfts- und Transitländern. Insbesondere die Staaten, die unmittelbar an die Krisenherde angrenzen, tragen als Erstaufnahmeländer oder Transitländer die größte Last bei der Bewältigung der Flucht- und Migrationsbewegungen. Auch wirtschaftliche Motive und die (mittelbaren und unmittelbaren) Folgen des Klimawandels können Menschen dazu veranlassen, ihre Heimat zu verlassen. Insgesamt leben etwa eine viertel Milliarde Menschen außerhalb ihres Herkunftslands.

Wie hilft deutsche Außenpolitik?

Verteilung von Hilfsgütern in Aleppo durch Deutsches Rotes Kreuz und Syrischen Roten Halbmond
Verteilung von Hilfsgütern in Aleppo durch Deutsches Rotes Kreuz und Syrischen Roten Halbmond © SARC Aleppo

Deutschland setzt sich intensiv für die Minderung der Ursachen, die Menschen zur Flucht zwingen, sowie für den Schutz von Flüchtlingen ein. Zentrales Element der vorsorgenden Außenpolitik ist ein vertieftes Engagement für Frieden und Sicherheit weltweit. Dabei kommt der Diplomatie eine besondere Rolle zu. Die Bundesrepublik setzt sich darüber hinaus im Sinne ihrer nationalen und europäischen Interessen und unter Beachtung ihrer internationalen und humanitären Verpflichtungen für eine aktive Steuerung und Gestaltung von Migrationsbewegungen ein.

Aspekte des deutschen Engagements in der Außenpolitik sind: 

  • Krisen vermeiden: Projekte zur Krisenprävention tragen dazu bei, dass Fluchtursachen gar nicht erst entstehen. Dazu gehören neben der Beteiligung an Friedensmissionen auch Projekte wie die Stärkung lokaler Polizeistrukturen im Kongo oder die Unterstützung inklusiver Wahlen auf dem afrikanischen Kontinent.
  • Krisen entschärfen: Deutsche Außenpolitik setzt sich bilateral sowie auf europäischer und multilateraler Ebene für die Entschärfung gewalttätiger Konflikte ein. Stabilisierungsprojekte eröffnen in Konflikt- bzw. Nachkonfliktsituationen eine Bleibe- oder Rückkehrperspektive. Sie stellen ein sicheres Umfeld, medizinische Grundversorgung oder funktionierende Infrastruktur wieder her.
  • Hilfsgüterausgabe an Flüchtlinge in Erbil
    Hilfsgüterausgabe an Flüchtlinge in Erbil © Photothek/Imo
    Mit humanitärer Hilfe vor Ort helfen
    : Deutschland leistet direkte Hilfe in Krisenregionen – mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung oder Bildung. Über seine Leistungen an die humanitären Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen wie das UN-Flüchtlingswerk UNHCR und das Welternährungsprogramm WFP trägt Deutschland dazu bei, die Not von Menschen zu lindern, die von Konflikten und Naturkatastrophen besonders betroffen sind.
  • Eine europäische Antwort mitgestalten: Deutschland steht in ständigem Austausch mit seinen europäischen Partnern, um eine gemeinsame Lösung für Fragen von Flucht und Migration zu finden. Grundlage dafür sind Solidarität und geteilte Verantwortung.Dafür ist sowohl der Schutz der EU-Außengrenzen sowiedie Zusammenarbeit mit zentralen Herkunfts- und Transitländern in maßgeschneiderten Partnerschaften auf europäischer Ebene entscheidend.

    Deutschland beteiligt sich zudem substantiell an der Aufnahme, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge im Rahmen des EU-Resettlement-Programms. 2020/2021 stellt Deutschland in diesem Rahmen bis zu 6.800 Aufnahmeplätze für Resettlement, das Humanitäre Aufnahmeprogramm Türkei sowie Landesaufnahmeprogramme zur Verfügung.

  • Zu Lösungen auf internationaler Ebene beitragen: Deutschland setzt sich aktiv für eine gerechtere internationale Verantwortungsteilung zur Lösung und Prävention großer und langanhaltender Flüchtlingssituationen und ein verbessertes Migrationsmanagement im Rahmen der Vereinten Nationen, auf Ebene der G20 und G7 sowie dem Global Forum on Migration and Development ein. In diesem Zusammenhang unterstützt Deutschland unterstützt aktiv die Umsetzung des VN Globalen Pakts für Flüchtlinge, dessen Ziel eine gerechtere internationale Verantwortungsteilung im Flüchtlingskontext ist.
  • Über Flucht und Migration aufklären: Das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen informieren vor Ort über die Gefahren von Flucht und irregulärer Migration sowie über die tatsächlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Flüchtlinge und Migranten und Migrantinnen in Deutschland. Mit der Webseite www.rumoursaboutgermany.info werden gezielt gestreute Falschinformationen und kursierende Gerüchte aufgegriffen und richtiggestellt.
  • Flüchtlingsschutz verbessern: Menschen, die Schutz benötigen, müssen diesen auch erhalten. Länder, die besonders viele Flüchtlinge aufnehmen, sollen daher gezielt unterstützt werden.
  • Menschen Perspektiven eröffnen: Weltweit verbleibt der überwiegende Anteil der Flüchtlinge in der Heimatregion und findet in Nachbarländern Schutz und Aufnahme. Bildung ist in diesem Zusammenhang ein Schlüsselfaktor für Integration und den Aufbau eines selbstbestimmten Lebens. Deutschland unterstützt seit 25 Jahren Flüchtlinge über die Deutsche Akademische Flüchtlingsinitiative beim UNHCR (DAFI) dabei, in ihren Aufnahmeländern ein Hochschulstudium aufzunehmen oder fortzusetzen. 
  • Rückkehr und Reintegration fördern: Wenn Migrant und Migrantinnen in Drittländern keine legale Bleibeperspektive erhalten, unterstützt Deutschland sie bei der freiwilligen Rückkehr in ihre Herkunftsregionen. Außerdem hilft Deutschland zusammen mit IOM Migranten und Migrantinnen in sog. „Transitländern“ in Nordafrika dabei, sich über sichere Rückkehr- und Reintegrationsmöglichkeiten zu informieren und begleitet sie ggf. logistisch bei der Umsetzung

Zum Weiterlesen

Deutsches Engagement für Krisenprävention

Deutsche Beteiligung an Friedensmissionen

Humanitäre Hilfe

Strategie für Migration und Entwicklung - Aktionsplan für die Außendimension der Migrations- und Flüchtlingspolitik PDF / 1 MB

12 Fragen und Antworten zum Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration


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