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Red Hand Day - Weltweit gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Kindersoldaten in Simbabwe

Kindersoldaten in Simbabwe, © EPA

12.02.2021 - Artikel

Etwa 250.000 Kinder werden weltweit als Soldatinnen und Soldaten missbraucht – der heutige Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (Red Hand Day) macht darauf aufmerksam. Deutschland setzt sich beharrlich für Kinderrechte und den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten ein. 

Kinder werden gezwungen, an Kampfhandlungen teilzunehmen

Am 12. Februar erinnert der Red Hand Day an das Schicksal der Kindersoldaten
Am 12. Februar erinnert der Red Hand Day an das Schicksal der Kindersoldaten© Auswärtiges Amt / StäV New York

In fast allen bewaffneten Konflikten werden Kinder und Jugendliche als Soldaten und Soldatinnen missbraucht und dazu gezwungen, an Kampfhandlungen teilzunehmen, insbesondere gilt dies in Krisengebieten in Ländern Afrikas und Asiens. Kinder werden entführt oder mit falschen Versprechungen gelockt und dann zum Töten ausgebildet. Zudem werden sie oft als Boten, Spione oder Träger eingesetzt. Sie müssen Sprengsätze anbringen und lernen, mit Waffen umzugehen. 

Diese Erfahrungen sind für die betroffenen Kinder traumatisierend. Viele von ihnen leiden unter seelischen und körperlichen Folgen, oft ein Leben lang. Auch viele Mädchen sind von Zwangsrekrutierungen betroffen, oftmals werden sie dabei zu Opfern sexueller Gewalt. Wenn die Kinder ihren Peinigern entkommen können, werden sie häufig von Freunden und Familie stigmatisiert und zum Teil aus dem Familienverband verstoßen. 

Einsatz von Kindersoldaten völkerrechtlich verboten 

Der Einsatz von Kindersoldaten ist völkerrechtlich verboten. Seit dem 12. Februar 2002 untersagt ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten missbraucht werden. Deutschland hat das Zusatzprotokoll 2004 ratifiziert. Schätzungen zufolge sind heute noch mindestens 250.000 Minderjährige in bewaffneten Gruppierungen rekrutiert.

Nepal: Reintegration ehemaliger Kindersoldaten

Der Kindheit beraubt: Kindersoldaten im Einsatz
Der Kindheit beraubt: Kindersoldaten im Einsatz© picture alliance/AFP

Deutschland macht sich in zahlreichen Projekten für den Schutz von Kinderrechten stark und setzt sich mit Nachdruck für die Umsetzung des UN-Zusatzprotokolls ein. In Nepal unterstützt das Auswärtige Amt zum Beispiel ein Projekt zur Reintegration ehemaliger Kindersoldaten. Die Betroffenen werden dabei psychologisch betreut und bei der Reintegration in das zivile Leben unterstützt, etwa durch berufsqualifizierende Maßnahmen. Zudem werden Richterinnen und Richter, Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Medien und Wirtschaft für die besonderen Problemlagen ehemaliger Kindersoldaten sensibilisiert. Dabei ist es wichtig, die Kinder als Opfer zu sehen, nicht als Täter. 

UN-Sicherheitsrat: Kinderschutz in Friedensmissionen verankern 

Auch während seiner Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat (2019-2020) hat sich Deutschland für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten stark gemacht. Im Fokus standen dabei die Friedensmissionen der Vereinten Nationen: Deutschland drängt darauf, dass das Thema Kinderschutz bei neuen Missionen von Anfang an verankert wird und die Missionen mit Kinderschutzbeauftragten und Menschenrechtsexpertinnen und –experten ausgestattet werden. 

Weiterentwicklung der „Handover Protocols“ 

In einem weiteren Projekt unterstützte das Auswärtige Amt zuletzt die Weiterentwicklung des Instruments der sogenannten „Handover Protocols“: Durch diese Protokolle verpflichten sich Regierungen, Kinder möglichst schnell und sicher aus dem Gefängnis zu entlassen, wenn sie wegen der Beteiligung an bewaffneten Konflikten verhaftet worden sind. Danach sollen sie in die Obhut ziviler Behörden und Kinderschutzbeauftragter übergeben werden, damit sie wieder in die Gesellschaft integriert werden können. 

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