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Internationaler Frauentag: Diskriminierung bekämpfen, Gleichberechtigung fördern

08.03.2015 - Artikel

Viel ist in den letzten 100 Jahren für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern erreicht worden - doch vieles bleibt noch zu tun.

Am 8. März 1911 fand in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz erstmals ein Frauentag statt - er stand ganz im Zeichen des Kampfes für das Frauenwahlrecht und für bessere Arbeitsbedingungen. Heute, mehr als 100 Jahre später, sind einige der Forderungen erfüllt. Auf anderen Gebieten besteht aber weiter Nachholbedarf: In vielen Ländern der Welt sind Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen an der Tagesordnung; in keinem Land der Welt verdienen Frauen so viel wie Männer. Das Auswärtige Amt fördert weltweit Projekte zur Stärkung von Frauenrechten und Gleichberechtigung.

Frauen bei einer Demonstration zum Weltfrauentag in London
Frauen bei einer Demonstration zum Weltfrauentag in London© dpa/picture alliance

In den vergangenen 100 Jahren hat sich viel verändert: Das Frauenwahlrecht, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine revolutionäre Idee, ist heute auf der ganzen Welt weitgehend durchgesetzt. Auch die weibliche Lebenserwartung und der Zugang von Mädchen zu Schulbildung sind in den vergangenen Jahren weltweit stark angestiegen; zudem haben mehr Frauen denn je ein eigenes Einkommen.

In Deutschland hat der Bundestag erst am Freitag (06.03.) die Frauenquote beschlossen: Das neue Gesetz soll dazu beitragen, dass künftig mehr Frauen Führungspositionen in Unternehmen und im Öffentlichen Dienst übernehmen.

Ein weiter Weg zur Gleichberechtigung

Der Bundestagsbeschluss zeigt: Auch in Deutschland ist Gleichberechtigung noch nicht an der Tagesordnung. Bislang gibt es kein Land auf der Welt, in dem Frauen genauso viel wie Männer verdienen oder in Führungspositionen zu gleichen Teilen vertreten sind. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon erklärte hierzu: „Die Welt wird niemals 100 Prozent ihrer Ziele erreichen, wenn 50 Prozent der Weltbevölkerung ihr volles Potential nicht ausschöpfen können.“

In vielen Ländern werden Frauen zudem regelmäßig Opfer von Diskriminierung und sexueller, physischer und emotionaler Gewalt. Das Auswärtige Amt setzt sich weltweit für die Stärkung von Frauenrechten ein - beispielsweise in Projekten in Indien und Afghanistan.

Indien: „Kultur der Akzeptanz“ für Mädchen schaffen

Aufklärungskampagne für Frauen in Indien
Aufklärungskampagne für Frauen in Indien© Centre for Social Research

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Centre for Social Research„ in Neu Delhi setzt sich dafür ein, eine “Kultur der Akzeptanz„ für Mädchen zu schaffen: Da die Eltern einer Braut in Indien traditionell hohe Brautgelder an die Familie des Bräutigams zahlen müssen, die die ganze Familie in die Armut stürzen können, gibt es vielerorts Vorbehalte gegen die Geburt von Mädchen. Fortschritte bei der Pränataldiagnostik führen zunehmend zu “selektiven Abtreibungen„ weiblicher Embryos; teilweise werden neugeborene Mädchen auch direkt nach der Geburt getötet.

Das Centre for Social Research möchte durch Aufklärungskampagnen dazu beitragen, dass die indischen Gemeindeverwaltungen Schwangerschaften und Geburten registrieren und die Frauen über ihre Rechte (und die ihrer ungeborenen Töchter) informieren. Außerdem werden Stipendienprogramme für Mädchen gefördert, um ihre Ausbildung zu erleichtern und die Eltern von Mädchen bei deren Erziehung zu unterstützen.

Pakistan: Mütter stärken, Radikalisierung entgegenwirken

Szene aus dem Filmprojekt Mother testimonials
Szene aus dem Filmprojekt „Mother testimonials“© Individualland

In Pakistan unterstützt das Auswärtige Amt die Nichtregierungsorganisation „Individualland„ bei ihren Bemühungen um De-Radikalisierung. Das Land hat seit den 1980er Jahren zunehmend mit religiösem Extremismus zu kämpfen. Das aus Mitteln des Auswärtigen Amts geförderte Filmprojekt “Mother testimonials„ gibt Müttern von Tätern und Opfern von Islamismus eine Stimme: Die Dokumentation und Verbreitung ihrer Schicksale soll vor allem in den Regionen Süd-Sindh und Karachi helfen, andere Mütter zu sensibilisieren und Radikalisierung in der Familie durch Aufklärung vorzubeugen.

Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen

In Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen fördert das Auswärtige Amt außerdem Ausbildungsmodule für Polizisten und Polizistinnen von VN-Friedensmissionen zur Verhinderung und Bekämpfung sexueller Gewalt. Über ihre Organisation „UN Women„ und den Ausschuss der Frauenrechtskonvention (Committee on the Elimination of Discrimination against Women) setzen sich auch die Vereinten Nationen für eine weltweite Stärkung der Frauenrechte ein.

Weitere Informationen

Informationen zu Frauenpolitik und Geschlechtergleichheit im Webangebot der Vereinten Nationen

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