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Weltflüchtlingstag: Über 50 Millionen Menschen auf der Flucht

20.06.2014 - Artikel

In seinem Jahresbericht verzeichnet der UNHCR einen traurigen Rekord: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge.

Reintegration von Flüchtlingen in Kochi Abad, Afghanistan
Reintegration von Flüchtlingen in Kochi Abad, Afghanistan© UNHCR/Sisomsack

In seinem Jahresbericht verzeichnet das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UN) einen traurigen Rekord: Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge. Der massive Anstieg der Flüchtlingszahlen wird hauptsächlich durch den Krieg in Syrien verursacht. Christoph Strässer, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, rief die internationale Gemeinschaft auf, ihr Engagement für Flüchtlinge weiter zu verstärken. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Deutschland eines der wichtigsten Aufnahmeländer sei.

Flucht und Vertreibung haben im letzten Jahr erheblich zugenommen: Laut dem aktuellen Jahresbericht des United Nations High Commissioner for Refugees ist die Zahl der Flüchtlinge auf dem höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein der Krieg in Syrien hat bisher 2,5 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht; 6.5 Millionen sind als Binnenvertriebene im eigenen Land auf der Flucht. Auch in Afrika haben Flucht und Vertreibung im vergangenen Jahr erheblich zugenommen - hier sind vor allem Zentralafrika und der Südsudan betroffen.

Strässer: Internationale Gemeinschaft muss Engagement verstärken

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, rief anlässlich des Weltflüchtlingstags die internationale Gemeinschaft auf, ihr Engagement für Flüchtlinge weiter zu verstärken. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die deutsche humanitäre Hilfe einen wichtigen Beitrag leiste, um das Leid der Vertriebenen zu mindern. Strässer bekräftigte:

Im Jahr 2013 hat die Bundesregierung mehr als 358 Mio. Euro den Vereinten Nationen, Nichtregierungsorganisationen und der Rotkreuz-und Halbmondbewegung für Humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt. Ein Großteil dieser Hilfe kam Flüchtlingen und Vertriebenen auf der ganzen Welt zugute. Außerdem ist und bleibt Deutschland eines der größten Flüchtlingsaufnahmeländer. Aber vor dem Hintergrund der dramatischen Situation müssen wir feststellen, dass die internationale Gemeinschaft noch mehr tun muss. Ich versichere, dass die Bundesregierung sich auch weiterhin engagiert für die Belange von Flüchtlingen und Vertriebenen einsetzen wird.


Deutsche Unterstützung für syrische Flüchtlinge

Außenminister Steinmeier hatte während seiner Reise nach Libanon (29.-30.05.) ein Flüchtlingslager in der Bekaa-Ebene besucht, um sich dort ein Bild von der Lage syrischer Flüchtlinge zu machen. In einer Pressekonferenz mit dem libanesischen Außenminister Bassil hatte Steinmeier angekündigt, zusätzlich zu den bereits geleisteten Hilfsgeldern in Höhe von 100 Millionen Euro noch einmal zusätzlich fünf Millionen Euro für die humanitäre und medizinische Versorgung syrischer Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Deutschland hat außerdem seit 2011 insgesamt rund 40.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen - davon 30.000 im Rahmen von Asylverfahren und über 10.000 durch Aufnahmeprogramme des Bundes und der Länder.

Starker Anstieg der Flüchtlingszahlen im Jahr 2013
Starker Anstieg der Flüchtlingszahlen im Jahr 2013© UNHCR

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres begründete den starken Anstieg der Flüchtlingszahlen mit den "enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern." Ohne politische Lösungen werde das "alarmierende Außmaß an Konflikten und das damit verbundene Leid von Millionen von Menschen, das sich hinter der Statistik verbirgt", fortdauern.

Besondere Herausforderung: Binnenvertriebene

Den höchsten Anstieg verzeichnet laut UNHCR die Gruppe der Binnenvertriebenen: Rund 33,3 Millionen Menschen waren im letzten Jahr innerhalb ihres Landes auf der Flucht. Für humanitäre Hilfsorganisationen stellt die Versorgung dieser Menschen eine besondere Herausforderung dar, da viele von ihnen in schwer erreichbaren Konfliktzonen leben.

Wie das UNHCR weiter mitteilte, kehrten im vergangenen Jahr knapp 415.000 Flüchtlinge in ihr Heimatland zurück - trotz Rekord-Flüchtlingszahlen einer der niedrigsten Werte innerhalb der letzten 25 Jahre.

Weitere Informationen

UNHCR-Jahresbericht "Global Trends" (2013)

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