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Global LGBT Forum: Langfristige Netzwerke zur Unterstützung schaffen

21.05.2014 - Artikel

Das Auswärtige Amt hat 12 Vertreterinnen und Vertreter des „Salzburg Global LGBT Forum“ nach Berlin eingeladen, um über die Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen zu diskutieren, die sich für LGBTI-Rechte einsetzen.

Eröffnung der Podiums-diskussion durch den Menschenrechtsbeauftragten
Eröffnung der Podiumsdiskussion durch den Menschenrechtsbeauftragten© AA

Homosexualität ist in mehr als 70 Ländern unter Strafe verboten; lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen (LGBTI) sehen sich weltweit Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Das Auswärtige Amt hat zwölf Vertreterinnen und Vertreter des „Salzburg Global LGBT Forum“ nach Berlin eingeladen, um über Möglichkeiten nachhaltiger Unterstützung für Menschenrechtsorganisationen in diesen Ländern zu diskutieren.

„Die Diskussion über die Rechte von LGBTI-Personen wird weltweit immer prominenter. Aber das bedeutet leider nicht nur, dass die Forderung nach gleichen Rechten zunimmt - auch Homophobie und Vorurteile werden zunehmend zu globalen Phänomenen.„ Mit diesen Worten eröffnete der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, die Abschlussdiskussion des “Salzburg Global LGBT Seminar„, das vom 18.-21. Mai 2014 in Berlin tagte.

Erfolgreiche Strategien der Vernetzung

Teilnehmer des Salzburg Global LGBT Forum in Berlin
Teilnehmer des „Salzburg Global LGBT Forum“ in Berlin© AA

Hauptthema der Tagung, an der zwölf LGBTI-Aktivistinnen und Aktivisten u.a. aus Ländern wie Uganda, Russland und Südafrika teilnahmen, war die Schaffung von nachhaltigen Netzwerken zur Unterstützung von LGBTI-orientierten Menschenrechtsorganisationen. In der Abschlussdiskussion stellten die Teilnehmer ihre Arbeitsergebnisse vor und diskutierten, welche Strategien der Vernetzung sich in der Vergangenheit als mehr oder weniger erfolgreich herausgestellt haben.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob LGBTI-Organisationen in Ländern mit politisch schwierigem Kontext eher öffentlich oder im Verborgenen unterstützt werden sollten, um die Aktivisten selbst nicht zu gefährden. Auch die Rolle deutscher Auslandsvertretungen bei der Unterstützung von LGBTI-Aktivisten wurde thematisiert.

Kontakt zu Auslandsvertretungen

Kinostart des Films Parada
Kinostart des Films „Parada“© dpa/picture alliance

Die Auslandsvertretungen können wichtige Ansprechpartner vor Ort sein: Bei der Vorbereitungen der Belgrade Pride Parade im Jahr 2010 hat nach Teilnehmerangaben die Vernetzung lokaler Organisationen mit der deutschen Botschaft und anderen EU-Botschaften maßgeblich zum Erfolg der Parade beigetragen. Fazit der Diskussion war an dieser Stelle, dass sich LGBTI-Aktivistinnen und Aktivisten darum bemühen sollten, langfristige Kontakte zu EU-Botschaften aufzubauen - allerdings dürfe man dabei nicht die unterschiedlichen Bewertungen von LGBTI-Rechten innerhalb Europas außer Acht lassen.

Medienwirksame Proteste vs. diskrete Unterstützung

Auch der Umgang mit homphober Gesetzgebung Ländern wie Russland und Uganda wurde diskutiert: Eine Diskussionsteilnehmerin wies darauf hin, dass diskrete Unterstützung für LGBTI “hinter verschlossenen Türen„ in solchen Ländern oft effektiver sei als öffentliche Stellungnahmen. Ein weiterer Teilnehmer warnte vor medienwirksamen Protesten wie der Aufkündigung von Städtepartnerschaften: Oftmals würden die LGBTI-Aktivisten im Land hierfür verantwortlich gemacht. Insgesamt zeigte die Diskussion deutlich, dass je nach länderspezifischem Kontext Instrumente der Vernetzung angepasst werden müssen, um LGBTI-Aktivisten nachhaltig zu unterstützen.

Weitere Informationen

Menschenrechtsbeauftragter Strässer zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (17.05.14)

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