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Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma im Auswärtigen Amt verliehen

27.03.2014 - Artikel

In seiner Würdigung erinnerte der Menschenrechtsbeauftragte Strässer an die noch immer schwierige Lage von Sinti und Roma. Ausgezeichnet wurde Tilman Zülch: Strässer betonte, es sei auch dem Preisträger zu verdanken, dass Sinti und Roma heute eine in Deutschland anerkannte nationale Minderheit seien.

Eine ehrenwerte Tradition, die es fortzusetzen gelte: Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, würdigte anlässlich der Verleihung des Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma den Einsatz der Preisträger und der Organisatoren gegen Diskriminierung und für den Schutz von Menschenrechten. Er erinnerte aber auch daran, dass die Lage von Sinti und Roma in vielen europäischen Ländern noch immer Grund zur Sorge gibt. Der Bürgerrechtspreis ging in diesem Jahr an den Menschrechtsaktivisten Tilman Zülch: Strässer betonte, es sei auch dem Preisträger zu verdanken, dass Sinti und Roma heute eine in Deutschland anerkannte nationale Minderheit seien.

Musikduo aus Ungarn
Musikduo aus Ungarn© AA

Zum vierten Mal in Folge luden das Auswärtige Amt und der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma ein, um mit einer feierlichen Zeremonie jene Personen und Organisationen zu ehren, die einen besonderen Beitrag zu Wahrung und Durchsetzung der Menschen- und Bürgerrechte von Sinti und Roma in Europa geleistet haben. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben sich gegen Ausgrenzung und für die gesellschaftliche Einbindung der Minderheit in den vergangenen Jahrzehnten eingesetzt.

Der Europasaal des Auswärtigen Amts wurde zum Veranstaltungsauftakt in sanfte Klänge gehüllt: Ein Musikerduo aus Ungarn spielte ein Stück der Komponisten Ferenc Snétberger und Elemér Fehér, beide Angehörige der Roma.

Eine der wichtigsten Auszeichnungen in der deutschen Gesellschaft

Mit persönlichen Worten richtete sich dann der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Strässer, an den Saal: Er sei berührt und stolz darauf, die rund 250 Gäste im Auswärtigen Amt begrüßen zu können. Er hoffe, dass diese ehrenwerte Tradition auch weiter so fortgesetzt würde, und erklärte weiter:

Ich glaube, dieser Bürgerrechtspreis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen und Ehrungen, die die deutsche Gesellschaft und natürlich die Roma und Sinti selbst anlässlich des Einsatzes für ihre Minderheit zu vergeben haben.

Christoph Strässer würdigte die Verleihung
Christoph Strässer würdigte die Verleihung© AA

Strässer erinnerte, dass Menschenrechte "Nährboden und Quelle jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit" seien. Der "Europäische Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma" werde im Bewusstsein des tragischen historischen Schicksals der Sinti und Roma verliehen. Leider gebe deren Lage auch heute noch Anlass zur Sorge. Die deutsche Menschenrechtspolitik, betonte Strässer, habe zum Ziel, weltweit bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte durchzusetzen.

Im Bewusstsein des tragischen historischen Schicksals von Sinti und Roma

Romani Rose im Europasaal
Romani Rose im Europasaal© AA

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, zeichnete in bewegenden Worte den schwierigen Weg der Gruppe nach, von der Verfolgung und Vernichtung im Dritten Reich bis zum heutigen Tage. Noch immer leide die Minderheit unter Ausgrenzung und Stigmatisierung, dennoch: Viel sei geschehen und verbessert worden. Sinti und Roma haben sich seit dem Jahr 1979 als Interessensvertretung organisiert, sind sichtbar geworden und schließlich als nationale Minderheit anerkannt worden.

Engagement aus der Mitte der Gesellschaft

Ein wichtiger Wegbereiter hierfür war Tilman Zülch, der seit der Ende der 1970er Jahre mit seiner "Gesellschaft für die Rechte bedrohter Völker" europaweit für die Rechte von Sinti und Roma eingetreten ist und sich gegen Diskriminierung und Rassismus gewandt hat. Auch der Menschenrechtsbeauftragte Strässer richtete ehrende Worte an Zülch: Er könne sich die deutsche Menschenrechtsarbeit nicht ohne Zülch vorstellen. Dafür danke er ihm auch persönlich.

Die diesjährigen Preisträger: Zülch und Elmazi für Amaro Drom e.V. mit Romani Rose (v.l.)
Die diesjährigen Preisträger: Zülch und Elmazi für Amaro Drom e.V. mit Romani Rose (v.l.)© AA

Der Sonderpreis der Bürgerrechtsinitiative ging in diesem Jahr an den interkulturellen Jugendverband "Amaro Drom", in dem Roma und Nicht-Roma gemeinsam handeln, damit aus jungen Leuten aktive, kritikfähige und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger werden. Strässer lobte die Arbeit der Organisation, denn sie wirke in der Mitte der Gesellschaft und befördere den Austausch zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

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