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Kinder an der Waffe – Weltweit engagiert gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Um die Kindheit beraubt: Kindersoldaten im Einsatz

Um die Kindheit beraubt: Kindersoldaten im Einsatz, © picture alliance/AFP

12.02.2018 - Artikel

Der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (12.02.) erinnert an eine besonders verabscheuungswürdige Verletzung der Rechte von Kindern: in Konflikten werden sie als Soldaten missbraucht. Deutschland macht sich weltweit in zahlreichen Projekten für den Schutz der Kinderrechte stark.

Täter und Opfer zugleich

In fast allen aktuellen bewaffneten Konflikten werden Kinder als Soldaten missbraucht und zum Kämpfen gezwungen. Vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika ist der Einsatz von Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten weit verbreitet. Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen gelockt, um dann zum Töten ausgebildet zu werden. Zudem werden sie oft als Boten, Spione oder Träger eingesetzt. Sie müssen Sprengsätze anbringen und lernen, mit Waffen umzugehen. Die Militärs machen sich dabei zunutze, dass Kinder sich leichter manipulieren lassen und häufig gehorsamer und furchtloser als Erwachsene sind. Durch ihre Erfahrungen werden Kindersoldaten stark traumatisiert. Sie leiden unter seelischen und körperlichen Folgen oft ein Leben lang. Auch viele Mädchen sind betroffen. Ihre Lage ist dabei besonders grausam, denn sie werden in den Armeen und Rebellengruppen Opfer sexueller Gewalt. Wenn sie ihren Peinigern entkommen, werden die Kinder häufig von ihren Freunden und Familien stigmatisiert.

Kinder im Rhino Refugee Camp Uganda
Kinder im Rhino Refugee Camp Uganda© Thomas Koehler/photothek.net


Seit dem 12. Februar 2002 verbietet ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten missbraucht werden. Schätzungen zufolge sind heute mindestens 250.000 Kinder in bewaffneten Gruppierungen rekrutiert.

Was Deutschland tut

Deutschland macht sich in zahlreichen Projekten vehement für den Schutz der Kinderrechte stark und setzt sich seitdem mit Nachdruck für die Umsetzung des UN-Zusatzprotokolls ein. Die Menschenrechtsbeauftragte, Bärbel Kofler, machte für die Bundesregierung deutlich:

„Es ist die Aufgabe aller Länder, auf diese Verantwortungslosigkeit aufmerksam zu machen und sich vehement für ein Ende der perfiden Praxis des Einsatzes von Kindersoldaten einzusetzen. Unsere Nachricht an die Täter muss lauten: Wir vergessen Eure Schandtaten nicht, und wir sehen das Blut an Euren Händen. Die Bundesregierung wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Täter konsequenter zur Rechenschaft gezogen werden. Gleichzeitig bieten wir ausdrücklich jede Hilfe bei der Befreiung und Wiedereingliederung von Kindern in ein normales Leben mit Zukunft an.“
Ein Stück Normalität: Schulbesuch in Uganda
Ein Stück Normalität: Schulbesuch in Uganda© Thomas Koehler/photothek.net

Derzeit unterstützt das Auswärtige Amt im Bereich der Humanitären Hilfe Projekte der UNICEF in Südsudan, Sudan und Nigeria zur Unterstützung und Reintegration ehemaliger Kindersoldaten. Die Maßnahmen reichen von psychosozialer Betreuung der Kinder und Jugendlichen, die entweder selbst kämpfen mussten oder Opfer der Kämpfe wurden, über Zusammenführung mit den Familien bis hin zur Aufklärung über Bewältigungsstrategien zu Gewalt, besonders auch zu sexueller Gewalt. Allein in Nigeria konnten so 2017 mehr als 100.000 Kinder erreicht werden. 

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