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Festjahr „2021 - Jüdisches Leben in Deutschland“ goes international

Logo des Festjahres, davor Gesicht einer jungen Frau

Logo des Festjahres, © 2021 Jüdisches Leben in Deutschland

19.02.2021 - Artikel

Am 21 Februar startet das das Festjahr „2021 - Jüdisches Leben in Deutschland“, #2021JLID. Das Auswärtige Amt macht das Festjahr über vielfältige Projekte im Ausland sichtbar und schafft so weltweit Bewusstsein für die lange und bedeutende Tradition jüdischen Lebens in Deutschland.

1700-jährige jüdische Geschichte

Mit dem Festjahr #2021JLID wird die 1700-jährige Präsenz jüdischen Lebens in Deutschland gewürdigt und in ihren vielen Ausprägungen dargestellt. Historischer Ausgangs- und Bezugspunkt ist ein Edikt vom 11. Dezember 321, mit dem Kaiser Konstantin die Berufung von Juden in Ämter der Kurie und der Stadtverwaltung von Köln zuließ. Dabei handelt sich um die älteste noch erhaltene Urkunde zur Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen.

Das Auswärtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen tragen das Festjahr über zahlreiche Projekte in die Welt. Dabei soll die lange Tradition jüdischen Lebens in Deutschland gezeigt und auf die Gegenwart und Zukunft geschaut werden. Außenminister Heiko Maas sagte dazu in der Jüdischen Allgemeinen:

Unsere jüdischen Wurzeln prägen bis heute in allen Facetten unser gesellschaftliches Zusammenleben. Viel zu selten machen wir uns das bewusst. Das Festjahr ist eine willkommene Gelegenheit dies zu ändern – nicht nur innerhalb Deutschlands sondern auch weit darüber hinaus.

Maas betonte mit Blick auf den Zivilisationsbruch des Holocausts zudem, dass der Kampf gegen Antisemitismus ein wichtiger Schwerpunkt der Projekte des Auswärtigen Amts ist:

Aus der Geschichte erwächst Verantwortung für die Gegenwart und unsere Zukunft. Die Verantwortung, Antisemitismus zu erkennen und zu bekämpfen. Und die Verantwortung, für Toleranz, Weltoffenheit, religiöse Vielfalt und ein Miteinander einzustehen. Auch darauf legen unsere Aktivitäten einen Schwerpunkt.

Shared History Project“ des Leo Baeck Institutes

Das Leo Baeck Institute in New York präsentiert und erklärt wöchentlich eines bzw. einen von insgesamt 58 Objekten und Orten auf der Webseite www.sharedhistoryproject.org. Alle Objekte und Orte sind eng mit der Gesamtbreite der Geschichte jüdischen Geschichte in Deutschland bzw. in deutschsprachigen Gebieten in Europa verknüpft: von einer Öllampe aus dem 4. Jahrhundert, die eine Menora zeigt, bis zur Gerichtsrobe des Hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Das Auswärtige Amt unterstützt den weltweiten digitalen Outreach des Projektes, das auch als Ausstellung im Deutschen Bundestag zu sehen ist, mit 100.000 Euro.

Umzug des Jeckes Museums in Israel

Jeckes werden die deutschstämmigen Jüdinnen und Juden in Israel genannt. Das „Museum des Deutschsprachigen Judentums“, kurz Jeckes Museum, dokumentiert ihre Geschichte und wie sie die Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik in Israel geprägt haben. Im Rahmen des Festjahres #2021JLID unterstützt das Auswärtige Amt den Umzug des Museums an das Haifa Center for German Studies der Universität Haifa sowie das dort angegliederte Hecht-Museum 2021 mit 200.000 Euro. Damit wird langfristig nicht nur der Erhalt des Museums sondern auch die wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation der wechselvollen Geschichte der deutschstämmigen Bevölkerung in Israel gesichert.

Vielseitige Projekte der Auslandsvertretungen

Alle deutschen Auslandsvertretungen konnten sich  für zusätzliche Gelder für eigene Projekte und Veranstaltungen zu #2021JLID bewerben. Eingereicht wurde eine Vielzahl kreativer Projektideen von Ausstellungen, Festivals und Konzerten, die nun im Laufe von 2021 stattfinden werden. Gefördert werden unter anderem Projekte in Lateinamerika und mehrheitlich muslimischen Ländern:

Das Jüdische Krankenhaus Berlin - Botschafterin zwischen den Kontinenten

Gemeinsam mit der Moses Mendelssohn Stiftung und der Universität Potsdam wird die Botschaft Panama-Stadt eine Ausstellung zur Geschichte des über 250 Jahre alten Jüdischen Krankenhauses Berlin zeigen. Anhand der Geschichte des Jüdischen Krankenhauses Berlin erzählt sich auch sehr eindrücklich die jüdische Geschichte nicht allein Berlins sondern ganz Deutschlands. Die Ausstellung schlägt Brücken zu den vielseitigen Verbindungen des Krankenhauses in die ganze Welt. Dabei sollen auch mögliche Verbindungen zu der großen jüdischen Gemeinde in Panama erforscht werden.

All Jewish – Geschichte jüdischer Musik an einem historischen jüdische Ort

Mit dem Programm „All Jewish“ – „Alles jüdisch“ unternimmt der Gitarrist Lucian Plessner eine Tour durch die jüdische Musik vom Frühbarock bis in die Gegenwart. Das Konzert ist Abschluss des Mahalla-Festivals in Istanbul 2021 und wird von dem Kulturverein Diyalog Derneği in Partnerschaft mit dem deutschen Generalkonsulat Istanbul und dem Schneidertempel Istanbul organisiert.

Der Schneidertempel ist eine ehemalige Synagoge aus dem 19.Jahrhundert, als sich vor allem dem Schneiderhandwerk nachgehende Handwerksmeister aus dem deutschsprachigen Raum in Istanbul niederließen. Heute ist das für seine Akustik bekannte Gebäude ein Kulturzentrum im historischen Stadtviertel Galata auf der europäischen Seite Istanbuls.

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