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Violins of Hope: Bundesverdienstkreuz für Amnon Weinstein

15.12.2016 - Artikel

Am Mittwochabend (14.12.) hat Außenminister Steinmeier das Bundesverdienstkreuz an den jüdischen Geigenbauer Amnon Weinstein übergeben.

Am Mittwochabend (14.12.) hat Außenminister Steinmeier das Bundesverdienstkreuz an den jüdischen Geigenbauer Amnon Weinstein übergeben. Weinstein restauriert Geigen von ehemaligen KZ-Häftlingen und lässt sie in der Konzertreihe „Violins of Hope“ erklingen.

Steinmeier: „Ein wunderbares Projekt“

Außenminister Steinmeier mit Amnon Weinstein bei der feierlichen Zeremonie
Außenminister Steinmeier mit Amnon Weinstein bei der feierlichen Zeremonie© Trutschel/photothek.net

„Amnon Weinstein hat ein wunderbares Projekt zu seinem Lebenswerk gemacht“, sagte Außenminister Steinmeier anlässlich der Ordensverleihung im Jüdischen Museum. Als Geigenbauer in Tel Aviv hat Weinstein Violinen von ehemaligen KZ-Häftlingen gesammelt, restauriert und die Geschichte ihrer Besitzerinnen und Besitzer erforscht.

Weinstein stammt aus einer Familie litauischer Juden, zunächst fiel ihnen der Umgang mit dem Vermächtnis der Instrumente schwer. Zu groß und zu dunkel seien die Schrecken gewesen, die die Instrumente bezeugten, zu nah und traurig der persönliche Verlust von Familienangehörigen durch die Schoah.

„Umso dankbarer und demütiger hat mich Amnon Weinsteins Bereitschaft gemacht, diese kostbaren Geigen, die er so liebevoll gesammelt, restauriert und aufbewahrt hat, nach Deutschland zu bringen“, betonte Steinmeier. Der Außenminister fühlt sich dem Thema auch deswegen verbunden, weil ein Teil seiner Familie in Breslau gelebt hat, damals ein Zentrum jüdischen Lebens. Später mussten sie von dort vor dem Krieg fliehen. Steinmeier selbst hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter die Werkstatt von Amnon Weinstein in Tel Aviv besucht.

Konzert: Violins of Hope

Weinstein bei der Ordensübergabe
Weinstein bei der Ordensübergabe© Trutschel/photothek.net

Für Amnon Weinstein sind die Geigen nicht nur Sammlerstücke, sondern sie werden auch gespielt: am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocausts am 27. Januar 2015 erklangen die Instrumente bei dem Konzert „Violins of Hope“ in der Berliner Philharmonie. „‘Violins of Hope‘ war ein bewegendes Konzert – geprägt von Schmerz und Trauer, aber auch von Zuversicht und dem unstillbaren Willen zu leben!“, so Steinmeier.

Weitere Konzerte sind geplant

Auch in Zukunft sollen die „Geigen der Hoffnung“ in Deutschland zu hören sein. Wie erst kürzlich durch einen Zeitzeugen bekannt wurde, waren im Konzentrationslager Dachau nicht nur zahlreiche Musiker und ein Instrumentenbauer inhaftiert, sondern ein ganzes Orchester aus Litauen. Für 2018 wird nun im Schloss Dachau ein Konzert geplant, bei dem die Geigen aus dem Dachauer Konzentrationslager gespielt werden sollen. Darunter wird die Geige des Österreichers Erich Wieninger sein, der 1938 nach Dachau kam, sowie die des polnischen Musikers Abram Merczynski, der 1944 von Auschwitz nach Dachau gebracht wurde.

Feierliche Verleihung im Jüdischen Museum in Berlin
Feierliche Verleihung im Jüdischen Museum in Berlin© Trutschel/photothek.net

Auf diesem Wege sollen die „Violins of Hope“ weiterhin ein Projekt sein, das Menschen bewegt, die historische Forschung voranbringt und die Erinnerung an die Opfer des Holocaust wachhält. Zum Abschluss sagte Steinmeier: „Dass jüdisches Leben heute in Deutschland wieder blüht, zurück ist im Herzen des Landes, ist ein Wunder und ein Segen. Denn es gehört hierher.“

Zum Weiterlesen:

Rede von Außenminister Steinmeier bei der Ordensverleihung

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