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Steinmeier: "Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist unverzichtbarer Bestandteil von Außenpolitik."

29.09.2016 - Artikel

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist ein wichtiger Bestandteil deutscher Außenpolitik. Im Bundestag wurde am Donnerstag (29.09.) der neue Bericht zu diesem Thema vorgestellt.

Vom Deutschkurs in Hanoi bis zur Vernissage in Los Angeles: Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) baut auf der ganzen Welt Brücken nach Deutschland. AKBP sei nicht lediglich "nice to have", so Steinmeier, sondern ein wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Im Bundestag wurde am Donnerstag (29.09.) der neue Bericht der Bundesregierung zu diesem Thema vorgestellt.

AKBP: Die "dritte Säule" der deutschen Außenpolitik

Jugendliche bei einem Vorbereitungstreffen für den Freiwilligendienst Kulturweit.
Jugendliche bei einem Vorbereitungstreffen für den Freiwilligendienst "Kulturweit."© Budde/Deutsche UNESCO-Kommission

Wie machen sich die Menschen in Mexiko, Simbabwe oder China ein Bild von eutschland? Ganz gleich, ob es das Interesse für deutsche Literatur ist, die Begeisterung für elektronische Musik aus Berliner Clubs oder der Traum vom Studium an einer deutschen Spitzen-Uni: deutsche Kultur, Sprache und Bildungsangebote erreichen unzählige Menschen im Ausland ganz unmittelbar. Sie schaffen rund um den Globus Interesse und Vertrauen in Deutschland. Im Auswärtigen Amt bildet die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik darum neben Politik und Wirtschaft die "dritte Säule" der deutschen Außenpolitik.

Dabei setzt das Auswärtige Amt auf viele verschiedene Mittlerorganisationen und Partner, wie zum Beispiel das Goethe-Institut, den Deutsche Akademische Austauschdienst oder das Deutsche Archäologische Institut. Mit ihrer Arbeit transportieren diese Akteure die ganze Vielfalt unserer Gesellschaft und die Unabhängigkeit des deutschen Kultur- und Bildungswesens bis in die letzten Winkel der Erde. Zu den Konstanten der AKBP gehört die Förderung des Deutschunterrichts im Ausland, des internationalen Jugendaustauschs und von Programmen zum weltweiten Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern.

Kulturelle Verständigung in Krisenzeiten

Im Bundestag wurde der Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vorgestellt (Archiv).
Im Bundestag wurde der Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vorgestellt (Archiv).© Gottschalk/photothek.net

Der nun im Bundestag vorgestellte Bericht zeigt besonders, wie wichtig die Auswärtige Kultur und Bildungspolitik auch für dringende globale Herausforderungen ist. Im Bundestag werde täglich über die politische und militärische Lage in Syrien geredet, so Steinmeier. Gleichzeitig richte Deutschland Expertentreffen zum Schutz syrischen Kulturerbes oder Ausstellungen syrischer Künstler im Berliner Exil aus. "Beides hat mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint", betont der Außenminister. Denn: "Politische Krisen und wirtschaftliche Interessenskonflikte werden zunehmend unterlegt durch religiöse und ethnische Konflikte" – umso wichtiger sei es, auch auf kultureller, ethnischer, und religiöser Ebene zur Verständigung beizutragen und einander verstehen zu lernen.

Ausbau des deutschen Engagements

Deutsche Schulen im Ausland und Sprachförderung sind wichtige Bestandteile der AKBP.
Deutsche Schulen im Ausland und Sprachförderung sind wichtige Bestandteile der AKBP.© Oesterhellweg/Goethe-Institut

Insbesondere in zwei Bereichen sollen die deutschen Bemühungen um Bildung und Kulturvermittlung im Ausland erweitert werden. Zunächst solle der Zugang zu Bildung und Kultur erleichtert werden. In diesem Zusammenhang spiele der Schutz kulturellen Erbes eine besonders wichtige Rolle – es gelte, beispielsweise den Versuchen der Terrormiliz "Islamischer Staat", kulturelle Identitäten im Mittleren Osten auszulöschen, entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck werde zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut und dem Berliner Museum für Islamische Kunst das „Syrian Heritage Archive Project“ umgesetzt – ein digitales Verzeichnis syrischer Kulturgüter, das später als Grundlage für Restaurierungen dienen solle.

Der zweite Schwerpunkt sei der Schutz kultureller Freiräume. "Gegen Ideologisierung hilft nur Differenzierung, und dafür brauchen wir kulturelle Freiräume", so Steinmeier. Nur durch Auseinandersetzung und Austausch können am Ende auch Verstehen und Verständigung entstehen, könne auf politischer Ebene Diplomatie stattfinden. Verständnis zu schaffen und die Wahrnehmung des Gegenübers kennen zu lernen – das seien die Ziele von Projekten wie dem deutsch-russischen Jugendjahr, der Sprachförderung in Saudi-Arabien und des Kulturabkommens mit Kuba.

Zum Weiterlesen:


19. Bericht der Bundesregierung zur AKBP

Rede von Außenminister Steinmeier bei der Beratung zum 19. Bericht der Bundesregierung zur AKBP

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik konkret

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