Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Sumerische Keilschrifttafel aus illegalem Handel kehrt nach Irak zurück

18.01.2016 - Artikel

Der Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik, Michael Reiffenstuel, übergab am 14.01.2016 eine sumerische Keilschrifttafel aus dem Jahr 2049 v.Chr. an den irakischen Botschafter in Berlin. Die Tafel war in Deutschland sichergestellt worden.

Der Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik in der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes, Michael Reiffenstuel, übergab am 14.01.2016 gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, und dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Professor Hermann Parzinger, eine sumerische Keilschrifttafel aus Ton an den irakischen Botschafter in Berlin, Hussain M.F. Alkhateeb.

Übergabe der Keilschrifttafel durch den Beauftragten für Auswärtige Kulturpolitik Michael Reiffenstuel (r.).
Übergabe der Keilschrifttafel durch den Beauftragten für Auswärtige Kulturpolitik Michael Reiffenstuel (r.).© Yu Zhang/ICOM

Die Tafel aus dem Jahr 2049 v. Chr., die in Keilschrift die Ausgabe von Mehl an Schiffsmannschaften protokolliert, sollte entgegen eines geltenden Handelsverbotes der EU für irakische Antiken bei einer Online-Auktion versteigert werden und war in Schleswig-Holstein sichergestellt worden. Anlass der Übergabe war die Präsentation der deutschen Fassung der Notfall-Liste gefährdeten Kulturgutes des Irak im Archäologischen Zentrum Berlin.

„Illegaler Handel von Kulturgut kein Bagatellvergehen“

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer erklärte dazu:

„Kulturgüter zu schützen und zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe der Menschheit. Der illegale Erwerb und Handel von Kulturgut sind deshalb alles andere als Bagatellvergehen. Dies gilt umso mehr, seit wir in Irak, aber auch in Syrien, Mali oder Afghanistan erleben, dass Kulturbarbarei zu einer Strategie der Kriegführung und neben Drogen- und Waffenhandel zur Finanzquelle des internationalen Terrorismus geworden ist. Die “Rote Liste Irak„ ist eine wichtige praktische Handreichung für deutsche Museen, Sammler und Händler, aber auch die Strafverfolgungs- und Zollbehörden bei der Identifikation von irakischen Kulturgütern. Ziel ist, auf diese Weise dem illegalen Erwerb und Handel irakischer Antiken wirksam zu begegnen.“

Der Internationale Museumsrat (ICOM) gibt „Rote Listen“ für Kulturgut heraus, das besonders von illegalem Handel bedroht ist. Eine erstmals 2003 erschienene Liste für irakisches Kulturgut wurde 2015 von ICOM aktualisiert. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ermöglichte die erstmalige deutsche Übersetzung.

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben