Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Erste Maccabi Games in Deutschland ein voller Erfolg

27.07.2015 - Artikel

2.300 jüdische Sportlerinnen und Sportler haben an den European Maccabi Games teilgenommen, die 2015 zum ersten Mal in ihrer 86-jährigen Geschichte in Deutschland stattfanden.

Die European Maccabi Games - eine Großveranstaltung für rund 2.300 jüdische Sportlerinnen und Sportler - wurden vom 27. Juli bis 5. August 2015 erstmalig in Deutschland ausgetragen. 70 Jahre nach dem Ende des Holocaust war der Berliner Olympiapark ein Austragungsort mit größter Symbolkraft. Außenminister Steinmeier dankte den anreisenden Sportlern daher für ihr Vertrauen. Das Rahmenprogramm, inklusive Freundschaftsspiel mit den DFB Allstars, stand ausdrücklich für alle offen und wurde zum Ort der Begegnung mit der jüdischen Gemeinde.

Makkabiaden als Antwort auf Antisemitismus im Sport

Der Olympiapark in Berlin als symbolträchtiger Austragungsort
Der Olympiapark in Berlin als symbolträchtiger Austragungsort© dpa/Picture Alliance

Die ersten jüdischen Turnvereine in Europa entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Grund dafür war in erster Linie der aufflammende Antisemitismus, der immer mehr jüdische Sportler aus den Vereinen drängte. Daraus erwuchs 1921 der Makkabi-Weltverband. Der Name bezieht sich auf Judas Makkabäus, der im 2. Jh. v. Chr. den jüdischen Aufstand gegen die Seleukiden anführte und seither ein Symbol für Kampfgeist ist. Erster Präsident des Weltverbands wurde der Deutsche Dr. Heinrich Kuhn.

Die ersten European Maccabi Games (EMG) fanden 1929 in Prag statt. Drei Jahre später folgte in Tel Aviv die erste weltweite "Makkabiade". Dabei messen sich jüdische Breitensportler und -sportlerinnen aus den verschiedensten Ländern in allen möglichen Sportarten. Seit 1950 folgen sowohl die EMG als auch die Makkabiaden einem Vierjahreszyklus, genau wie die Olympischen Spiele.

Historische Austragung in Deutschland

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Nationalsozialismus war Deutschland lange Zeit als Austragungsort undenkbar. Es war daher ein historisches Ereignis, dass 70 Jahre nach Ende des Holocausts und 50 Jahre nach Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel erstmalig European Maccabi Games in Berlin ausgetragen werden. Außenminister Steinmeier hieß die anreisenden Athletinnen und Athleten herzlich willkommen. Gerade mit Blick auf die Geschichte sei man in Deutschland "stolz und dankbar" für die Entscheidung, Berlin zur Austragungsstätte der Spiele zu machen. Mit Blick auf die deutsch-israelische Freundschaft betonte Steinmeier:

Dieses Jahr feiern Israel und Deutschland das 50-jährige Jubiläum unserer diplomatischen Beziehungen. Es ist eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte, die nur möglich wurde, weil Israel uns die Hand zur Versöhnung gereicht hat – und weil Deutschland sich seiner Verantwortung für den Holocaust gestellt hat.

Besonders symbolträchtig war der Veranstaltungsort: Der Berliner Olympiapark. An dieser Stelle hat das NS-Regime 1936 den deutschen Juden verboten, an den olympischen Spielen teilzunehmen. Dass nun ausgerechnet dort tausende jüdische Sportlerinnen und Sportler ein friedliches Sportfest im Zeichen von Gleichheit und Fairness feierten, ist für Außenminister Steinmeier ein Sinnbild dafür, wie an Stelle von Hass und Gewalt über die Jahre eine einzigartige Freundschaft und Vertrautheit entstanden ist.

Feierstimmung unter den Teilnehmenden

Vom 27. Juli bis zum 5. August 2015 war Berlin die Bühne für eine wirkliche Großveranstaltung mit rund 2.300 Teilnehmenden aus 36 Ländern, die sich in 19 verschiedenen Disziplinen gemessen haben. Das reichhaltige Rahmenprogramm bot für jeden etwas und förderte gerade auch die Begegnung von Juden und Nichtjuden. Damit haben die Spiele nicht nur Brücken zwischen den vielen internationalen Athletinnen und Athleten gebaut, sondern auch den interkulturellen Dialog hier in Deutschland gefördert. Auch aus diesem Grund hat das Auswärtige Amt die Maccabi Games im Jubiläumsjahr der deutsch-israelischen Freundschaft gefördert.

(v.l.n.r.) Daniel Botmann, Mark Dainow, Lala Süsskind, Michael Roth, Alon Meyer und Felix Klein
Staatsminister Roth lädt zur Ambassadors Night ins AA© Auswärtiges Amt

Am 30. Juli lud Michael Roth, Staatsminister für Europa, zur feierlichen "Ambassador's Night" in das Auswärtige Amt. Zu diesem Anlass erinnerte er an den dunklen Moment, als das NS-Regime 1936 jüdischen Sportlern die Teilnahme an der Olympiade versagte. Im Gegensatz dazu sei das heutige Deutschland weltoffen und tolerant - und jüdisches Leben blühe hierzulande wieder auf.

Gegen Ende der Spiele traten die DFB Allstars am 2. August zum Freundschaftsspiel gegen die Maccabi-Fußballer an - im Ergebnis mit einem freundschaftlichen 6:1. Bei der Abschlussfeier am 4. August in der Estrel Convention Hall kam dann noch einmal richtig Feierstimmung unter den Teilnehmenden auf, bevor sie tags darauf die Heimreise antraten. Das Motto der EMG 2015 - "Competing in Sports, United at Heart" wird auch über die Spiele hinaus seine noch seine Gültigkeit behalten.


Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben