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Friedensverantwortung der Religionen

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In einer von Krieg und Verunsicherung geprägten Welt kommt der Friedensverantwortung von Religionen eine besondere Bedeutung zu. Um dieses Potential zu nutzen, hat das Auswärtige Amt den Arbeitsstab „Friedensverantwortung der Religionen“ eingerichtet.

Religionen prägen das Leben von Individuen und Gesellschaften und erreichen mit ihrer Botschaft viele Menschen. In den letzten Jahren wurden sie jedoch häufig als Ursache von Terror, Gewalt und Unterdrückung dargestellt. Dabei haben Religionen den Anspruch, friedfertig zu sein und es gibt beeindruckende Beispiele religiös begründeter Friedensstiftung. Viele Ziele der deutschen Außenpolitik stimmen mit denen religiöser Akteure überein: Vertrauen aufbauen, Kompromisse finden, Schwächere schützen, Stabilität begründen, den Frieden fördern. Seit Herbst 2016 nimmt das Auswärtige Amt daher die Religionsgemeinschaften stärker als strategische Partner für die Friedensarbeit in den Blick.

Diese Initiative ist wirklich wichtig, da Religionen eine Ressource sind. Wer als politische oder diplomatische Instanz nicht aus ihr schöpft, kann nicht gut funktionieren. Sie ist also offensichtlich notwendig. Darüber hinaus können die verantwortlichen politischen und diplomatischen Stellen religiöse Gemeinschaften stärken, indem sie ihnen größere Sichtbarkeit verleihen. Diese Initiative ist daher in beiderlei Hinsicht ein Segen.

- Rabbi David Rosen

Konferenz Berlin 2017: 100 Religionsvertreterinnen und Religionsvertreter aus 53 Ländern

Teilnehmer an der Konferenz im Auswärtigen Amt im Mai 2017
Teilnehmer an der Konferenz im Auswärtigen Amt im Mai 2017© photothek.net

Der Arbeitsstab „Friedensverantwortung der Religionen“ hatte mit einer großen Konferenz im Mai 2017 seinen öffentlichen Auftakt. Hier trafen sich auf Einladung von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der die Eröffnungsrede hielt, 100 Religionsvertreterinnen und Religionsvertreter aus 53 Ländern. Neben diesen Gästen waren zur Eröffnung auch rund 400 deutsche Gäste aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und der Wissenschaft anwesend. In Workshops wurde anschließend gemeinsam an den Themen Religion und Medien, Friedenserziehung, Mediation, Interreligiöse Räte sowie Religion und Politik gearbeitet.
Redebeiträge und eine Zusammenstellung der Ergebnisse der Konferenz finden Sie hier.

Im November fand ein Folge-Workshop zum Thema Mediation statt, mit dem der Kontakt zu den Teilnehmern vertieft werden konnte.
Zudem fand im Dezember 2017 in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und Religions for Peace eine Konferenz unter anderem zum Thema des Friedensprozesses in Kolumbien statt. Eine Broschüre (auf englisch) mit allen Informationen zu dieser Konferenz finden Sie hier.

Im Sommer 2018 wird eine weitere Konferenz in Berlin stattfinden, diesmal für den asiatischen Raum.

Langfristige Ziele

Die Konferenz in Berlin war der Auftakt für den Aufbau eines globalen Netzwerkes von Religionsvertreterinnen und -vertretern, die sich in ihren Ländern und Gemeinschaften für Frieden einsetzen. Es sollen regionale sowie länder- und themenspezifische Formate entwickelt werden, welche die Friedensbemühungen lokaler Akteure vernetzen und stärken. Unsere konkreten Ziele sind:

  • Verankerung der Friedensverantwortung von Religionen in der deutschen Außenpolitik
  • Aufbau langfristiger und vertrauensvoller Beziehungen zu Religionsvertretern weltweit
  • Stärkung des Bewusstseins für das Friedenspotenzial der Religionen
  • Darstellung positiver Beispiele aktiver Friedensarbeit von Religionsgemeinschaften
Konferenzteilnehmer begrüßen sich herzlich
Konferenzteilnehmer begrüßen sich herzlich© photothek.net

Die deutsche Außenpolitik will nicht nur die Beziehungen zwischen Regierungen festigen, sondern auch Beziehungen zwischen Gesellschaften aufbauen. Gerade in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik hat das Auswärtige Amt viele Partner und Mittler, die diese Kontakte auf verschiedenen Ebenen gestalten. Der Arbeitsstab „Friedensverantwortung der Religionen“ soll die Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften weltweit intensivieren.