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Myanmar: Konservierungsmaßnahmen in den Tempeln von Bagan

27.03.2018 - Artikel

Mit der Förderung des Kulturerhalt-Programmes des Auswärtigen Amts werden Tempel in der bedeutenden Kulturerbestätte und Touristenattraktion Bagan als wichtiges Zeugnis der Kultur Myanmars erhalten und für nachfolgende Generationen bewahrt.

Im August 2016 beschädigte ein starkes Erdbeben zahlreiche Tempelbauten in der ehemaligen Königsstadt Bagan. Die Unterstützung im Rahmen des Kulturerhalt-Programmes ermöglicht Wiederaufbau- und Konservierungsmaßnahmen an den historischen Tempeln.

Der Tempel Narathihapatae Hpaya (früher Tayok Pyi) ist einer der rund 400 Sakralbauten Bagans, in denen Wandmalereien erhalten sind.
Der Tempel Narathihapatae Hpaya (früher Tayok Pyi) ist einer der rund 400 Sakralbauten Bagans, in denen Wandmalereien erhalten sind.© Andrea Teufel

Während einer Vorbereitungsreise im Mai 2017 bestimmten die beiden deutschen Konservierungsexperten Prof. Dr. Hans Leisen und Dr. Esther von Plehwe-Leisen zusammen mit der deutschen Restauratorin Andrea Teufel in Absprache mit dem myanmarischen Department of Archaeology (DoA) zwei Tempel für die Restaurierungsarbeiten. 

Nach Untersuchungen und Analysen der entstandenen Schäden werden in den beiden Tempeln Restauratoren ausgebildet und Konservierungsarbeiten durchgeführt. Dabei erfolgen alle Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Department of Archaeology und in Kooperation mit dem myanmarischen Konservatorenteam. 

Der Sandsteintempel  „Nan-hpaya“ dient als Ausbildungsort für Steinrestauratoren des Department of Archaeology sowie für wissenschaftlich basierte Modellkonservierungen der Verwitterungsschäden. Neben der Sicherung wertvoller Dekorationen ermöglicht das Kulturerhalt-Projekt den Mitarbeitern des DoA, sachgerechte Konservierungsmaßnahmen eigenständig planen und durchführen zu können. Nachdem 2017 entnommene Proben untersucht und Konservierungsmaterial, Geräte und Ausrüstung beschafft wurden, folgt 2018  eine erste Arbeitskampagne vor Ort.

Bisher fehlen fachgerechte Konzepte zur nachhaltigen Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien. Das Projekt soll Abhilfe schaffen.
Bisher fehlen fachgerechte Konzepte zur nachhaltigen Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien. Das Projekt soll Abhilfe schaffen.© Andrea Teufel

Dabei liegt der Fokus neben der Entwicklung eines Konservierungskonzepts auf Workshops mit DoA Mitarbeitern zu konservierungstechnischen Themen wie Natursteinkunde, Dokumentations- und Untersuchungstechniken sowie Eigenschaften und Herstellung von Konservierungsmaterialien.

Die Innenwände des Tempels „Narathihapatae Hpaya“(früher „Tayok Pyi“) sind wie viele andere Tempel in Bagan mit historischen Wandmalereien überzogen. In Dichte, Umfang und Qualität der 900-400 Jahre alten Wandmalereien ist Bagan weltweit einzigartig. Trotz Verlusten sind noch sehr viele von ihnen erhalten. Dabei weisen frühere Restaurierungen Schäden auf, so dass eine bessere, systematische Konservierung und Restaurierung dringend notwendig ist. Um eine wissenschaftlich fundierte, nachhaltige und unschädliche Methode zur Konservierung der Wandmalereien zu entwickeln, wurden 2017 Untersuchungen zu den originalen Materialien und Techniken sowie Reinigungs- und Konservierungstests an entnommenen Proben durchgeführt und ausgewertet. 2018 folgen die Überprüfung und Weiterentwicklung der Tests am Objekt in Bagan sowie die Erstellung von Musterfeldern zur Konservierung und Restaurierung. Die Aus- und Weiterbildung von myanmarischem Personal vor Ort ist dabei ein zentrales Projektziel. 

Die Konservierungs- und Ausbildungsmaßnahmen des Auswärtigen Amtes an den Tempelbauten in Bagan fördern die wissenschaftliche Kooperation mit Myanmar und gewährleisten durch die Aus- und Fortbildung des myanmarischen Konservatorenteams Wissenstransfer und Nachhaltigkeit.

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