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Irak: Iraqi German Expert Forum: Deutsch-Irakisches Fortbildungszentrum zur Expertenausbildung in Kulturerhalt und Konservierung

05.06.2018 - Artikel
Aufsteigende Feuchtigkeit und hohe Salzbelastungen zählen zu den häufigsten Ursachen von Bauschäden. Im Rahmen eines einwöchigen Trainingskurses an der Brücke »Sa’ad«  in Najaf, Irak setzen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des IGEF 2017–2018 mit den Methoden der Schadenskartierung, -bewertung und Konservierungsplanung auseinander.
Aufsteigende Feuchtigkeit und hohe Salzbelastungen zählen zu den häufigsten Ursachen von Bauschäden. Im Rahmen eines einwöchigen Trainingskurses an der Brücke »Sa’ad«  in Najaf, Irak setzen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des IGEF 2017–2018 mit den Methoden der Schadenskartierung, -bewertung und Konservierungsplanung auseinander.© Ulrike Siegel, DAI

Unter den bürgerkriegsartigen Wirren im Irak hat auch das vielfältige und herausragende Kulturerbe des Landes gelitten. Dramatische Zerstörungen durch den IS im Nordirak greifen bewusst die kulturelle Identität der Bevölkerung an. Aufgrund des gesunkenen Ausbildungsniveaus und des Mangel an internationalem Wissenschafts- und Technologieaustausch sind irakische Wissenschaftler und Kulturerhalt-Experten  an Transfer von Know-How interessiert, um wieder in der Lage zu sein, aus eigener Kraft auf Kulturzerstörungen in angemessener Weise zu reagieren.

Angesichts der weitreichenden Zerstörungen ist die Pflege und Restaurierung zerstörter Bauwerke nur mit moderner Technik und methodisch sinnvollen Konzepten möglich. Das aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanzierten Stunde-Null-Projekt des Deutsch-Irakisches Fortbildungszentrum zur Expertenausbildung in Kulturerhalt und Konservierung (IGEF)  unterstützt irakische Nachwuchswissenschaftler und Praktiker im Bereich des Kulturerhalts darin, eigenständig auf modernem, höchstem Niveau der Technik zu arbeiten.

Das Ausbildungsprogramm besteht aus Unterrichtseinheiten in Lehre und Praxis im Irak und in Berlin sowie E-Learning-Methoden. Es baut auf Kooperationsverträgen des DAI mit den Universitäten Bagdad und Kufa auf. Hierbei werden wesentliche Methoden vermittelt, wie Grabungsarchitektur- und Gebäudedokumentation mithilfe moderner Technik (GIS-Anwendungen, innovative Fototechniken, 3D-Scanning), aber auch Techniken ohne besondere Hightech-Ausstattung.

Fortbildungskurs des Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage zu Techniken und Methoden des Dokumentarfilmen
Fortbildungskurs des Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage zu Techniken und Methoden des Dokumentarfilmen© Julia Nádor, DAI

Diese befähigen die irakischen Archäologen und Architekten dazu, im Rahmen des Wiederaufbaus für den Kulturerhalt selbständig zu arbeiten. Die insgesamt 12 Monate umfassende Fortbildung schließt ein 2-monatiges Startmodul in Berlin sowie ein Modul im Konservierungszentrum in Erbil ein. Zusätzlich werden Praxismodule in mehreren archäologischen und bauhistorischen Projekten im Irak durchgeführt.

Das Projekt ist insbesondere auf die Fortbildung lokaler Mitarbeiter der Antikenverwaltungen, junger Nachwuchswissenschaftler und das überwiegend junge Lehrpersonal der Universitäten ausgerichtet. Das Lehr- und Nachwuchspersonal sollen in Stand gesetzt werden, selbständig Projekte zum Erhalt des Kulturerbes durchzuführen und in Zukunft den studentischen Nachwuchs auszubilden. Eines der grundsätzlichen Trainingsziele ist dabei die Vermittlung der Entscheidungsfähigkeit zum Einsatz traditioneller und modernster Techniken. Die Außenstelle des DAI in Bagdad wird als sichtbarer Knotenpunkt des deutsch-irakischen Studien- und Ausbildungszentrums genutzt.

Weitere Informationen:

Informationen zum Projekt auf der Webseite des DAI

Informationen zum Projekt auf der Webseite des ArcHerNet

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