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Imame lernen Deutsch - ein deutsch-türkisches Kooperationsprojekt

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Seit 2002 werden am Goethe-Institut in Ankara in einem mehrmonatige Intensivsprachkurse mit landeskundlichem Programm Imame auf Ihre Dienstentsendung nach Deutschland vorbereitet. Dieses Projekt geht auf eine Initiative der türkischen Religionsbehörde „Diyanet“ und der deutschen Botschaft Ankara zurück.

Das deutsch-türkische Projekt Intensivsprachkurse für türkische Imame mit landeskundlichem Programm geht auf eine Initiative der türkischen Religionsbehörde „Diyanet“ und der deutschen Botschaft Ankara zurück. Seit Mai 2002 finden jährlich am Goethe-Institut Ankara in enger Abstimmung mit dem Diyanet und der deutschen Botschaft mehrmonatige Intensivsprachkurse mit landeskundlichem Programm als Vorbereitung auf die Dienstentsendung der Imame nach Deutschland statt.

Die Kurse dauern rund 5 Monate und sollen neben einem intensiven Studium der deutschen Sprache auch mit gesellschaftspolitisch bedeutsamen Fragen vertraut machen. An der Durchführung des landeskundlichen Programms ist die deutsche Botschaft beteiligt. Themen sind unter anderem die politische Verfassung, die Medienlandschaft, das Gesundheitswesen, der Erziehungs- und Ausbildungssektor, Ämter und Behörden, Integration, Christentum und Islam in Deutschland. Unterstützt wird das Programm seit 2006 durch einen einwöchigen Landeskundekurs der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ziel ist, den Imamen zu ermöglichen, sich intensiv auf ihre Zusammenarbeit mit deutschen Behörden, Schulen etc. während ihrer vierjährigen Dienstzeit in einer türkisch-muslimischen Gemeinde in Deutschland vorzubereiten.

Von den jährlich etwa 120 von der Türkei nach Deutschland entsandten Imamen können 50 bis 60 pro Intensivkurs geschult werden. Seit 2006 nehmen Predigerinnen (vaize) teil. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt über ein zweistufiges internes Verfahren im Diyanet.

Die Sprach- und Landeskundekurse für Imame sind ein Beispiel für bilaterale Kooperation, von der beide Seiten profitieren können: die Türkei im Prozess der europäischen Annäherung und Deutschland im Bemühen um die Verbreitung der deutschen Sprache in der Türkei sowie um Integration türkischstämmiger Muslime. Daher werden sie im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik seit Anbeginn vom Auswärtigen Amt gefördert.

Die Gesamtkosten teilen sich die deutsche und die türkische Seite annähernd zu gleichen Teilen.

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