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Mehr Geld für deutsche Auslandsschulen

06.01.2016 - Artikel

Zur Eröffnung der Schulleitertagung deutscher Auslandsschulen verkündete Außenminister Steinmeier eine Mittelaufstockung um 22 Millionen Euro für das Jahr 2016.

Deutsche Auslandsschulen bekommen im Jahr 2016 zusätzliche Mittel in Höhe von 22 Millionen Euro. Mit dieser guten Nachricht eröffnete Außenminister Steinmeier am 06. Januar die jährliche Tagung der Leiterinnen und Leiter deutscher Auslandsschulen im Weltsaal des Auswärtigen Amtes.

Außenminister Steinmeier eröffnet die Schulleitertagung
Außenminister Steinmeier eröffnet die Schulleitertagung© Photothek / Koehler

Von Erbil bis Abuja

Es gibt sie im nordirakischen Erbil und im nigerianischen Abuja. Die 140 deutschen Auslandsschulen befinden sich nicht nur an einfachen Standorten, sondern bieten erstklassigen Unterricht rund um den Globus, teils unter schwierigsten Bedingungen. Außenminister Steinmeier erzählte in seiner Eröffnungsansprache der Schulleitertagung die Geschichte einer Partnerschule im ostukrainischen Donezk, die nach Granatenbeschuss im Jahr 2014 mit deutscher Hilfe wieder instandgesetzt wurde. Die Freude der Schüler daran währte jedoch nicht lange, denn Anfang 2015 geriet das Gebäude erneut unter Feuer. Abermals half Deutschland beim Wiederaufbau. Für Außenminister Steinmeier ist diese Geschichte sinnbildlich für Außenpolitik in Krisenzeiten: „Fortschritte sind mühsam, und Rückschritte fast voraussehbar, aber Aufgeben darf keine Option sein! Seit Anfang September 2015 hat die Mittelschule 19 jedenfalls ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen. Das ist ein schönes Signal!“

Schüler bleiben Deutschland lebenslang verbunden

Die Leiterinnen und Leiter der 140 deutschen Auslandsschulen im Weltsaal des Auswärtigen Amts
Die Leiterinnen und Leiter der 140 deutschen Auslandsschulen im Weltsaal des Auswärtigen Amts© Photothek / Koehler

Die anwesenden Schulleiter tragen im Ausland Verantwortung für rund 82.000 Schüler, davon 62.000 nichtdeutscher Herkunft. Außenminister Steinmeier würdigte in seiner Ansprache ihre Arbeit sowie die Bedeutung des Auslandsschulwesens insgesamt: „Sie leben vor Ort an Ihren Schulen vor, was Deutschland für ein Land ist, welche Fragen es sich stellt, was seine dunklen und hellen Seiten sind. Sie öffnen Wege des Verstehens und schaffen die Grundlage für Bildungsbiographien, in denen Ihre Absolventen oft ein Leben lang mit unserem Land verbunden bleiben.“ Damit geht die Rolle der Auslandsschulen weit über die Förderung von Deutsch als Fremdsprache hinaus. Die Schulen sind ein Aushängeschild für deutsche Kultur, schaffen Bildungschancen vor Ort und öffnen zugleich Türen nach Deutschland.

Zusätzliche Mittel vor allem für Lehrkräfte

Die Wichtigkeit dieser Aufgaben wurde auch in den letzten Haushaltsverhandlungen im Deutschen Bundestag anerkannt. Daher hat das Parlament für das Jahr 2016 zusätzlich 22 Millionen Euro für die deutschen Auslandsschulen vorgesehen. Davon sollen nun zwei Millionen in bauliche Maßnahmen und 20 Millionen für die Lehrkräfte und den weiteren qualitativen Ausbau der Schulen fließen. Außenminister Steinmeier kündigte an, nach der Umsetzung des neuen Auslandsschulgesetzes nun die Lehrkräftebesoldung zu modernisieren und dabei deutlich familienfreundlicher zu gestalten:

Damit stärken wir auch die Schulen im Wettbewerb um gute Lehrkräfte. Denn: Ohne gute Lehrer geht es nicht. Sie sind das Herzstück unserer Auslandsschulen. Zugleich wollen wir, dass an den Schulen mehr getan wird für Inklusion, für soziale Maßnahmen und den weiteren qualitativen Aufbau.

Inklusionspreis des Auswärtigen Amts

Gewinner des Inklusionspreises aus Kairo
Gewinner des Inklusionspreises aus Kairo© Photothek / Koehler

Um ein Zeichen für den Stellenwert der inklusiven Beschulung zu setzen, sind auf der Tagung zum zweiten Mal Unterrichtsprojekte mit dem Inklusionspreis des Auswärtigen Amtes ausgezeichnet worden. Der erste Preis - dotiert mit 10.000 Euro - geht an die Europa-Schule in Kairo für ihr Projekt „Anders sein“. Dabei wurde in nachgestellten Situationen Schülern ermöglicht, verschiedene Beeinträchtigungen selbst zu erfahren, um Achtsamkeit und Sensibilisierung gegenüber behinderten Mitschülern zu fördern. Der zweite Preis und 5.000 Euro Prämie gingen an die Deutsche Schule in Santiago de Chile und ihr Projekt „Grenzenlos“. Bei diesem Projekt waren Schüler in Rollenspielen und Übungen aufgefordert, sich als Klasse in der Diversität wahrzunehmen, eigene Bedürfnisse und die der anderen zu erkennen und sich gegenseitig zu unterstützen. Der dritte Platz und 2.500 Euro Preisgeld gingen schließlich nach Argentinien, für das Projekt „Creatividad, Acción, Servicio“ der Deutschen Schule Buenos Aires. Dabei hatten die Teilnehmer für einen sehbehinderten Mitschüler Lehrmaterialien digitalisiert, um ihm den Zugang zum Unterricht zu ermöglichen. Ein Sonderpreis ging an die Deutsche Schule Rio de Janeiro für ihr nachhaltiges Engagement.

Zum Weiterlesen

Deutsches Auslandsschulwesen

Rede von Außenminister Steinmeier im Wortlaut

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