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Steinmeier verleiht den Deutschen Schulpreis

06.06.2014 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am 6. Juni den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis für herausragende pädagogische Leistungen verliehen.

Außenminister Steinmeier hat heute (06.06.) den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis an die Anne-Frank-Realschule in München verliehen. Auch fünf weitere Schulen wurden für ihre herausragende pädagogische Leistung gelobt.

Frank-Walter Steinmeier und Moderatorin Linda Zervakis
Frank-Walter Steinmeier und Moderatorin Linda Zervakis© photothek/Köhler

Er selbst sei nicht immer gern zur Schule gegangen - das verriet Außenminister Frank-Walter Steinmeier gleich zu Beginn der Verleihung des Deutschen Schulpreises in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin. Ein Grundschullehrer ermutigte den Jungen aus dem kleinen Ort Brakelsiek in Nordrhein-Westfalen dennoch, das Gymnasium im nächsten Ort zu besuchen. Also sei Steinmeier "Fahrschüler" geworden und habe zunächst niemanden an der neuen Schule gekannt: "Das war schon eine schwierige Eingewöhnungszeit", gab der Außenminister zu.

Kluge Köpfe nicht unentdeckt lassen

Mittlerweile habe sich viel verändert, so Steinmeier: "Aufstieg durch Bildung" sei noch immer das Gebot der Stunde, doch heute müsse man viel stärker auch die Kinder aus zugewanderten Familien fördern. Immerhin sei Deutschland mittlerweile ein echtes Einwanderungsland - "da müssen wir noch viel stärker an Inklusion arbeiten, vor allem auch im Bildungsbereich." Der Außenminister fügte hinzu:

Wenn wir möchten, dass Deutschland in der Welt wettbewerbsfähig bleibt, dann können wir es uns nicht erlauben, kluge Köpfe unentdeckt zu lassen. Jeder, der das Zeug hat, muss unabhängig von Herkunft und Geschlecht die Chance haben, seinen Weg zu gehen. Für all das stehen die für den Schulpreis nominierten Schulen.


Dem Lernen Flügel verleihen

Vergabe des Deutschen Schulpreises in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin
Vergabe des Deutschen Schulpreises in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin© photothek/Köhler

Dass Inklusion, Spaß am Unterricht und kreative Lernmethoden heute an vielen Schulen im gesamten Bundesgebiet nicht nur möglich, sondern alltäglich sind, das bewiesen die anschließenden Video-Präsentationen der nominierten Kandidaten: 15 Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, berufsbildende Schulen und sogar eine Ergänzungsschule für Flüchtlinge gaben kurze Einblicke in ihren Lehr- und Lernalltag.

Hauptpreis für Mädchenschule in München

Die Schülerinnen der Anne-Frank-Realschule in München freuen sich über den Deutschen Schulpreis
Die Schülerinnen der Anne-Frank-Realschule in München freuen sich über den Deutschen Schulpreis© photothek/Köhler

Den Hauptpreis in Höhe von 100.000 Euro erhielt die Anne-Frank-Realschule in München. Die Mädchenschule fördert systematisch das Interesse ihrer Schülerinnen für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Mit Erfolg: Über ein Viertel der Schülerinnen beginnt nach dem Abschluss eine technische Ausbildung. Vier weitere ausgezeichnete Schulen erhielten Preise im Wert von je 25.000 Euro.

Mit dem "Preis der Jury" in Höhe von ebenfalls 25.000 Euro wurde die SchlaU Schule in München ausgezeichnet: Sie kümmert sich um junge Flüchtlinge im Alter von 16 bis 21 Jahren, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind und zunächst die deutsche Sprache und das Zurechtfinden im fremden Land erlernen müssen. Obwohl sie alle aus verschiedenen Ländern stammen - von Afghanistan über Somalia bis hin zu Syrien - hätten sie alle dasselbe Ziel, sagte ein Schüler bei der Preisverleihung: Einen deutschen Schulabschluss. Die SchlaU Schule ist damit ein weiteres Vorbild für Inklusion an deutschen Schulen - damit tatsächlich jeder unabhängig von Herkunft und Geschlecht seinen Weg gehen kann.

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